Wiedergewinnung des Schwefels aus den Sodarückständen. 413
ersteren sammelnde flüssige Schwefel wird zeitweilig abgelassen, in dem Raum L lagernsich Schwefelblumen ab. Die aus dem Apparat entweichenden Gase werden zur sicherenEntfernung jeder Spur Schwefelwasserstoffs durch einen Reiniger, also etwa feuchtesEisenoxydhydrat ff. S. 346) geleitet, bevor sie in die Umgebung entweichen.
Da der Erfolg dieses Verfahrens zur Gewinnung von Schwefel aus Schwefelwasser-stoff in erster Linie davon abhängt, daß die Menge des Sauerstoffs genau die richtigeim Verhältnis zum Schwefelwasserstoff ist, die Prozentigkeit des letzteren, d. h. also derGehalt des Gases an Schwefelwasserstoff, aber bei Anwendung von unreiner Kohlensäurezur Zersetzung der Sodarückstände außerordentlich schwankt, so kam es vor allem daraufan, die letztere von möglichst konstanter Zusammensetzung zu erhalten, und er gelangtezu dem sehr hohen Gehalt von 28°/o kohlensaurem Gas in der aus dem Kalkofen ab-ziehenden Kohlensäure, wenn er in den Ofen abwechselnd Kalkstein und Koks, und zwarim Verhältnis von sieben auf eins, schüttete. Der gebrannte Kalk findet seine Verwen-dung in der Chlorkalkabteilung der Fabrik, nachdem die Aschenteile aus ihm ausgelesen sind.
Der also für gewöhnlich 28°/g betragende Gehalt der Kalkofengase an Kohlensäuresinkt nach Stillständen, die z. B. jeden Sonntag statthaben, auf 20°/g herab. Der Gehaltan ihr ist aber für die sichere Handhabung des Betriebes so wichtig, daß er stündlich ein-mal quantitativ bestimmtund einmal jeden Tag einevolle Analyse des Gasesgemacht wird, um zuwissen,wie vielSauerstoff, Kohlen-oxyd und Stickstoff es nebender Kohlensäure enthält.
Eine Luftsaugemaschinesaugt die Gase aus demKalkofen, die in Waschvor-richtungen mit Wasser ge-kühlt werden, und drückt siemit 3 Atmosphären weiter.
Aber selbst mit einemGase, das konstant etwa28°/g Kohlensäure enthielt,bekam er bei allen seinen früheren Versuchen zur Zersetzung der Sodarückstände nur Gas-gemische mit sehr schwankenden Mengen an Schwefelwasserstoff, d. h. also mit sehr großenBeimengungen anderer Gase, bis es ihm schließlich gelang, die Beimengungen so bedeutendzu verringern und dadurch ein an Schwefelwasserstoff so reiches Gas zu erzielen, daß esnunmehr mit Sicherheit auf Schwefel verarbeitet werden kann.
Man wußte von Laboratoriumsversuchen her lange, daß Kohlensäure auf Schwefel-calcium, um das es sich in den Sodarückständen handelt, in Gegenwart von Wasser inder Art wirkt, daß zuerst Calciumsulfhydrat entsteht,
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Ofen zur Schwefelgewrnnung uus^Schwefelwafferstoff undschwefliger Säuret
Schwefelcalcium > Kohlensäure -i- Wasser ----- Kohlensaurer Kalk
2 6-»8 4 - 00 - -1 2-0 --- 0 -» 00 g
4 -
Calciumsulfhydrat
60(88)2-
und daß erst ein Überschuß von Kohlensäure das Sulfhydrat weiter zersetzt und seinensämtlichen Schwefel als Schwefelwasserstoff austreibt.
Calciumsulfhydrat 4 - Kohlensäure 4 - Wasser ---- Kohlensaurer Kalk 4 - Schwefelwasserstoff
60488). 4- oOz -4 8-0 --- OaOOg 4- 2 8 ^ 8 .
Zur praktischen Verwertung der in den Gleichungen angegebenen nacheinander ver-laufenden Umsetzungen wird der Sodarückstand nach Chance zu einem dünnen Brei an-gemacht, aus dem man durch Siebe die gröberen Teile entfernt. In diesem Zustandewird er in hohe Cylinder eingeführt, durch die die dem Kalkofen entnommenen Gase ge-preßt werden. Eine Batterie von 7 Cylindern, deren jeder 5 in hoch ist und einen Durch-messer von 2 in hat, genügt zur Behandlung des Rückstandes von der wöchentlichen Ver-