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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

ofen ausgeführt, d. h. man erhitzt ersteres so lange, bis sein zweites Molekül Kohlensäureausgetrieben ist. Es war das bis zum Beginn der neunziger Jahre eine ziemlich unbequemeArbeit, die Anlaß zu sehr viel Ärger gab, zumal wenn die Kohlensäure, die doch das Bi-karbonat bei seiner Calcination in Massen hergibt, wiedergewonnen oder nutzbar gemachtwerden sollte. Seitdem sind aber die Thelen-Pfannen allgemein in Gebrauch gekommen,die die Arbeit zu einer sehr leichten machen. Es sind das nach ihrem Erfinder genanntegroße, aus gußeisernen Platten zusammengesetzte, flache geschlossene Reservoire, die etwa2^ in breit und 10 ni lang sind. Sie sind so in einen Flammofen eingebaut, daß siedie Flamme möglichst allseitig umspielt. Etwas Ähnliches ist uns in der Konstruktion derneueren Sulfatöfen bereits begegnet (siehe die Abbildung S. 390). Hier wie dort wirdauf diese Art ein Vermischen der aus dem Apparate austretenden Gase (dort salzsauresGas, hier kohlensaures Gas) mit den Feuergasen vermieden.

Dazu kommt hier, daß sich im Inneren der Pfanne ein Rührwerk befindet, welchesdas Bikarbonat selbstthätig vom kältesten Teil, an welchem es eintritt, allmählich nachdem heißesten des Ofens hinschiebt, wobei es unterwegs seine Kohlensäure abgibt. Istdieser Punkt erreicht, also das Bikarbonat in Soda verwandelt, so wirft das Rührwerk

Die aus ihr entweichenden Gase enthaltenetwa 80°/g Kohlensäure, sind also sehrreich an ihr und eignen sich vorzüglich zumschließlichen völligen Sättigen der Absorber.Eine Pfanne liefert etwa 8000—10000k§Soda in 24 Stunden.

Da die aus ihr kommende Soda starkzusammengebacken ist, muß sie noch eineMühle passieren, um fertige Handelswarezu sein. Sie ist also wasserfrei, ist calci-nierte Soda.

Soll sie in Krystallsoda verwandeltwerden, so muß man bei der Krystallisa-tion einen Kunstgriff anwenden. Löst mansie nämlich im Wasser zu einer so konzen-trierten Lösung, daß sie hernach wiederauskrystallisiert, so erhält man sie in Nadelnstatt in jenen derben Krystallen, wie sie dieLeblancsodafabrikanten liefern, an welchedas Publikum gewöhnt ist. Setzt man aber ihrer Lösung 2^z°/g schwefelsaures Natron,also Glaubersalz zu, so krystallisiert auch sie in den gewünschten großen, harten Krystallen aus.

Wir kommen nunmehr zur Wiedergewinnung des Ammoniaks aus der Mutterlaugevom Bikarbonat, denn in dieser ist doch alles in die Fabrikation eingeführte Ammoniakteils als Ammoniumkarbonat teils als Chlorammonium vorhanden. Kalk ist, wie wirwissen, die stärkste Base. Setzen wir also zur Lauge gelöschten Kalk, so wird sich dieserder Kohlensäure und der Salzsäure bemächtigen, und das Ammoniak als schwächere Basewird, wenn man die Lauge kocht, gasförmig ausgetrieben werden.

Kohlensaures Ammoniak -i Kalk — Kohlensaurer Kalk Ammoniak Wasser^Oa(OH)2-- OaOOz 2NLlg -n 2 H^O,

Chlorammonium 1- Kalk Chlorcalcium 4- Ammoniak Wasser

2 diH. 61 -i- OaOIz -i- 2dlHz -7 2L.,0.

Man führt diese Wiedergewinnung jetzt zumeist so aus, daß man die Mutterlaugein Cylinder bringt, welche die äußere Form der Absorber haben, aber größer als diesesind, um der Kalkmilch Platz zu bieten. Durch direkt in sie geleiteten Dampf bringt manihren Inhalt ins Kochen, das man bis zum völligen Austreiben des Ammoniaks fortsetzt.Dieses so wiedergewonnene Ammoniakgas wird direkt in die Kochsalzlösungen geleitet, diehernach im Absorber mit Kohlensäure behandelt werden. Da aber das so hergestellteAmmoniakgas vom direkten Dampfeinleiten her sehr reich an Wasserdampf und sehr warm

die Soda selbstthätig aus der Pfanne heraus.

-N2. Nntfchapparat für Laboratorien.