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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.
der Kalisalpeter noch in der Feuerwerkerei und als Zusatz zum Salz beim Einpökeln desFleisches. Früher fand er auch als solcher mehr Anwendung in der Medizin als gegen-wärtig. Er galt als harntreibend und steinlösend und wurde auch als kühlendes undfieberwidriges Mittel benutzt. Dagegen wird er jetzt noch viel in Form von Salpeter-papier gegen Asthma verwendet, indem die Dämpfe von verglimmendem Filtrierpapier,das mit seiner Lösung getränkt und hernach wieder getrocknet worden ist, bei ihrem Ein-atmen dem Kranken Linderung verschaffen.
Zur Reinigung des Rohsalpeters, zu seiner Raffination, benutzt man die verschiedeneWasserlöslichkeit des Salpeters und der ihn begleitenden Salze. Man bringt z. B. in600 I siedenden Wassers 1500 von ihm. Diese Wassermenge genügt wohl zurLösung allen Salpeters, aber ihn begleitendes Kochsalz und andere Salze bleiben un-gelöst. Sollte in ihm salpetersaurer Kalk enthalten sein, so gibt man aus dem oben an-gegebenen Grunde etwas Pottaschelösung zu. Die erhaltene Lange wird sodann vomungelöst Gebliebenen abgezogen und mit der Hälfte Wassers verdünnt. Man setzt ihr jetztauf je 3000 in Arbeit genommenen Salpeter 1 in heißem Wasser gelösten Leimzu. Das gibt bei erneutem Sieden der Flüssigkeit Veranlassung zur Bildung einesSchaumes, indem der Leim sich mit den braunen organischen Stoffen, welche die Lösungenthielt, in dieser Form abscheidet. Ist aller Schaum abgeschöpft, so läßt man die heißeFlüssigkeit durch längeres Stehen sich klären und sodann in flache Krystallisiergefäße fließen.Der Boden dieser Krystallisiergefäße ist, um das Herauskrücken des Salpetermehls zu er-leichtern, nicht eben, sondern senkt sich von beiden Seiten her nach der Mitte zu, wie ausder Abbildung ersichtlich ist.
425 . Krystaüisiergefüfx für Salpeter.
In diesen Gefäßen soll sich ein namentlich von Kochsalz womöglich ganz freierSalpeter ausscheiden, und so fügt man der heißen Lauge eine durch die Erfahrung fest-gestellte Menge kalten Wassers zu. Durch diesen einfachen Kunstgriff erreicht mau es,daß während der jetzt beginnenden Krystallisation sich nur Salpeterkrystalle und keinKochsalz abscheidet, indem die vergrößerte Wassermenge genügt, dieses ganz in Lösungzu halten.
Um den Salpeter als feines Krystallmehl zu erhalten, wird die Flüssigkeit, währendsie sich abkühlt, fortwährend gerührt. Gibt sie nach mehreren Stunden keine erwähnens-werte Menge von Krystallen mehr her, so wandert die Mutterlauge zur Rohlauge zurück,dient also mit zum Auflösen neuer Salpetermengen, während man das ausgekrückteKrystallmehl abtropfen läßt und es dann in die Waschkästen gibt. Dies sind große, nachdem Boden hin enger werdende Kasten mit Löchern über demselben, welche am Bodeneinen Hahn zum Ablassen von Flüssigkeit haben. Ist in ihnen der Rest der Mutterlaugemöglichst abgetropft, so gießt man reines Wasser auf das Mehl. Dieses wird sich mitSalpeter sättigen, aber auch zugleich die ihm noch anhaftenden geringen Mengen fremderSalze lösen. Die Waschungen werden nach Bedarf so lange wiederholt, bis in der ab-fließenden Lauge sich Chlor nur noch in Spuren nachweisen läßt. Ist dieser Punkt erreicht,so ist der Salpeter als technisch frei von Kochsalz zu betrachten. Die letzten Waschwasser,welche sich als fast chlorfrei erweisen, dienen hernach an Stelle des ersten Wasseraufgussesals Waschwasser für neue Mengen Salpetermehl, indem eine mit einem Salz gesättigteLösung von einem anderen Salze trotzdem noch große Mengen zu lösen vermag. Indiesem Falle wird also die gesättigte Salpeterlösung aus dem Mehl keinen Salpeter mehraufnehmen, was sehr erwünscht ist, wohl aber wird sie ihm sein Kochsalz entziehen.
Das möglichst ausgewaschene Salpetermehl trocknet man unter beständigem Rührenauf beheizten Metallplatten, damit es sich nicht zu Klumpen vereinigt, worauf es Handels-