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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

gehalt des Salpeters zu erhöhen. Letzterer Erfolg begründet sich wieder dadurch, daßgleiche Mengen heißer Lauge von verschiedenem Salpetergehalt beinahe die gleichen MengenKochsalz mit dem krystallisierenden Salpeter abscheiden, wodurch der Prozentgehalt derKrystalle bei sehr konzentrierten Laugen zu gunsten des Feingehalts des Salpeters beein-flußt wird. Der Natronsalpeter zeigt die beistehend abgebildete Krystallform. DurchBehandeln der heißen Rückstände von der Versiedung mit vorgewärmtem Wasser wird einezweite brauchbare Lauge erhalten, die an Stelle von Wasser zum Auslaugen einerweiteren Portion dient. Es sind auch neuerdings Versuche gemacht, die Caliche mit Hilfeder von uns schon öfter erwähnten Apparate von Shanks (s. S. 393) auszulaugen, welcheeine fast quantitative Gewinnung des Salpeters ermöglichen müßten, doch ist über ihrenErfolg bisher nichts bekannt geworden.

Die Vervollkommnung der Auslaugung im Laufe der Jahre ersieht man ausfolgendem.Die aus der Zeit vor 1870 stammenden Rückstände enthalten, der Unvollkommenheit derdamaligen Arbeitsmethoden entsprechend, noch 30—40°/y Salpeter, die nächste Periode,die etwa bis zum Jahre 1880 reicht, ergab Auslaugungsrückständemit 16—25°/g, während jetzt in den Rückständen nur noch 5—8°/gSalpeter bleiben. Nimmt man den mittleren Gehalt aller Rückständezu 20"/g an, und zieht man in Rechnung, daß bei der Auslaugungder Caliche auf etwa 40"/o Verkaufsware 60"/g Rückstände kommen,so ergibt sich, daß für je 100 Teile in den Handel gebrachten Sal-peters 30 Teile in den Auslaugerückständen geblieben sind. Zur Ver-wertung dieser Rückstände sind zahlreiche Vorschläge gemacht, da diedes^ra?rm!s«ip"ters Menge des in ihnen steckenden Salpeters sich 1886 bereits aus 5 Milk. tbezifferte, ohne daß einer derselben sich in der Praxis bewährt hätte.

Um das Jahr 1820 wurden zuerst einige Schiffsladungen Chilisalpeter, so wird derNatronsalpeter im Handel genannt, versuchsweise nach England gebracht, ohne Abnehmerfinden zu können, so daß man sie, um nicht Zoll bezahlen zu müssen, ins Meer warf.Nicht besser ging es anfangs mit den nach Nordamerika geschickten Mengen. Allmählichlernte man jedoch den Wert der Ware würdigen, und seit den dreißiger Jahren beganneine regelmäßige Ausfuhr nach England. Hauptverschiffungshafen ist heute Jquique, und- die Vorrichtungen zum Beladen der Schiffe mit dem Salpeter sind möglichst vollkommene.Auch nach Hamburg gehen jetzt kolossale Quantitäten von ihm. Zu seinem Transportdienen hauptsächlich Segelschiffe größter Ordnung, welche die Reise vom Verschiffungshafennach Hamburg in 80 Tagen zurücklegen.

Von der Menge des in Südamerika vorhandenen Salpeters mögen folgende Zahleneinen Begriff geben. Die Schätzung durch von der Regierung bestellte Sachverständigeallein des in der Provinz Tarapaca gewinnbaren Salpeters ergab eine Menge von1 980 630 502 Zentnern, also fast zwei Milliarden Zentnern. Da die chilenische Regierungim Jahre 1887 einen Ausfuhrzoll von rund 28 Pence per Zentner erhob, berechnete sichdamals, daß die Aufarbeitung dieser Vorräte allein für die Staatskasse, wenn die Ver-hältnisse unverändert blieben, im Laufe der Zeit eine Einnahme von über 230 MillionenPfund Sterling abwerfen würde.

Die Ausfuhr an Chilisalpeter betrug:

Jahr

Tonnen ä 1000

Jahr

Tonnen L Ivoo Lx

1830

935

1870

147170

1840

11368

1880

319 000

1850

25592

1888

760000

Die Einfuhr ins Deutsche Reich allein betrug 1891 395 653 t, 1896 449 028 t.Der Wert von 100 desselben war Ende des Jahres 1896 etwa 15 Mark.

Die außerordentlichen Mengen, in denen der Chilisalpeter in den Handel kommt,neben denen das Quantum des ostindischen Kalisalpeters fast verschwindend erscheint,zeigen schon, daß es für ihn ganz andere Absatzgebiete geben muß, als für jenen. SeineHauptverwendung findet er denn auch, da er hierfür billig genug ist, als künstliches Dünge-mittel, worauf wir bei Besprechung dieser näher eingehen werden. Die großen Quanti -