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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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442 Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

herbeigeführt würde. Diese andauernde Entfernung des Kochsalzes erreicht man dadurch,daß man in dem Siedekessel eine oder mehrere Metallschalen an Ketten aufhängt, wie esauf der Abbildung wiedergegeben ist. Während vom heißen Boden her durch das Siedendie Dampfentwickelung stattfindet, welche das Kochsalz mit in die Höhe reißt, findetnatürlich eine Dampfentwickelung in den hineingehängten Metallschalen nicht statt. Siefüllen sich deshalb mit dem in dieselben fallenden Kochsalz, ohne daß es wieder aus ihnenherausgeschleudert wird, und entleert man sie von Zeit zu Zeit, so erreicht man dadurch,daß eine erwähnenswerte Menge von Kochsalz am eigentlichen Kesselbvden überhaupt nichtzur Ausscheidung gelangt oder gar dort liegen bleibt. Das heiße Kochsalz füllt man inkleine am Rande des Siedekessels stehende Bottiche, in denen etwas Stroh oder Reisig liegt,über welche eine Leinwand gedeckt ist. Diese Abtropfbehälter haben am Boden einigeLöcher und sind so aufgestellt, daß alle abtropfende Flüssigkeit in den Kessel zurückfließt.Es gelingt leicht, durch Auswaschen dieses Salzes anfangs mit Wasser, hernach mit Koch-salzlösung ihm allen Salpeter zu entziehen.

Inzwischen fahrt man mit dem Kochen, demBeseitigen des niederfallenden Kochsalzes, dem Los-stoßen etwaiger am Kesselboden sich anlegender Salz-krusten, dem Auswaschen des Kochsalzes und demMitversieden der dabei abfließenden Waschlauge solange fort, bis die heiße Flüssigkeit im Kessel 40—42»Beaume zeigt. Nun hört man mit dem Heizen auf,bedeckt ihn, um die Oberfläche nicht zu sehr sich ab-kühlen zu lassen, und läßt ihn bis zur Klärung derFlüssigkeit, welche etwa sechs Stunden erfordert,stehen. Hierauf zieht man die Lauge mittels Heberin Krystallisiergefäße ab.

In diesen schießt während des Erkaltens derKalisalpeter an, und zwar ziemlich frei von Koch-salz. Nachdem die Flüssigkeit erkaltet ist und dieSalpeterausscheidung nicht mehr zunimmt, wird erherausgenommen. Er enthält jetzt etwa 1"/g Koch-salz. Man übergießt ihn deshalb in Waschbottichenmit Wasser, das man nach 24 Stunden ablaufenläßt, wodurch der Gehalt an Kochsalz auf ^/g"/o zurückgeht. Zu seiner völligen Reini-gung wird er nochmals aus heißem Wasser nmkrystallisiert.

Das Verfahren hat jetzt insofern manche Abänderung erfahren, als man sich meiststatt des direkten Feuers zum Kochen der Laugen des Dampfes bedient, und die langsamarbeitenden Abtropfgefäße für das ausgeschiedene Kochsalz durch Zentrifugen (s. S. 341)ersetzt, welche eine rasche und gründliche Entfernung der Mutterlauge ermöglichen. Auchhat man besondere mechanische Rührwerke, um den raffinierten Salpeter statt in Krystallenals Mehl zu erhalten.

Bevor wir zur Darstellung der Salpetersäure aus Salpeter übergehen, haben wirnoch zwei weitere, technisch sehr wichtige Verbindungen, das salpetrigsaure Kali und dassalpetrigsaure Natron zu besprechen.

Die Salpetersäure besteht, wenn wir sie chemisch genau definieren, aus einem AtomStickstoff, drei Atomen Sauerstoff und einem Atom Wasserstoff, ihre Formel ist alsoFOgkl. Nun gibt es auch eine Säure, die um ein Atom Sauerstoff ärmer ist, also dieFormel NOgH hat, die den Namen salpetrige Säure führt. Da Stickstoff sich mitSauerstoff in sehr verschiedenen Verhältnissen zu verbinden vermag, ist es schwer, spezielldiese Säure zu erhalten, gerade sie wird aber in der Anilinfarbenindustrie gebraucht, undhier hat man trotzdem ihre sichere Handhabung in folgender Weise erreicht.

Wenn auch die Darstellung von salpetriger Säure, die frei von anderen Sauerstoff-verbindungen des Stickstoffes sein soll, sich kaum ermöglichen läßt, so gelingt es doch un-schwer, salpetrigsaure Salze in reinem Zustande darzustellen. Man kann nämlich dem

429. grrstellnug von Konvcrstonssalpetrr.

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