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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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444 Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

Salpetersaures Natron -4 Schwefelsäure — Salpetersäure -i- Saures schwefelsaures Natron

«Ogidla 4- --- NOgü -4 «aL80t.

Gewiß ist saures schwefelsaures Natron im stände, noch einmal die gleiche Menge Salpeterzu zersetzen, indem es seinerseits dabei in neutrales schwefelsaures Natron übergeht;diese zweite Reaktion vollzieht sich aber erst bei so hoher Temperatur:

Salpetersaures Natron -4 Saures schwefelsaures NatronNOgNa, -4

Salpetersäure -4 Neutrales schwefelsaures Natron

daß die Salpetersäure nicht mehr beständig ist, sondern bereits zerfällt. Es ist bei dieserFabrikation also immer nur möglich, auf saures schwefelsaures Natron hinzuarbeiten,obgleich dadurch der Verbrauch an Schwefelsäure doppelt so groß wird als theoretischnotwendig erscheint. Dies ist auch noch aus dem Grunde unangenehm, weil es für sauresschwefelsaures Natron kaum Verwendung gibt, so daß dasselbe sehr niedrig im Preise steht.

In alten Zeiten führte man die Destillation in Glasretorten aus, die man ingrößerer Anzahl in einem Galeerenofeu (s. S. 371) erhitzte. Später hat man dann

4go u. 4SL. Apparate zur Darstellung der Salpetersäure.

herausgefunden, daß auch Gußeisen gegenüber den in Betracht kommenden Säuren ge-nügend widerstandsfähig ist, und konnte nun unter Verwendung gußeiserner Retortender Fabrikation ganz andere Dimensionen geben.

Folgende zwei Formen sollen sich als besonders zweckmäßig bewährt haben undVerwendung finden. Die obere Innenfläche des gußeisernen Cylinders wird mit säure-festen Steinen verkleidet, damit die hinaufgelangenden Salpetersäuredämpfe, welche sichan ihr kondensieren, ihn nicht korrodieren. Verwendet man dagegen Gefäße der zweitenForm, bei denen die Flamme auch den oberen Teil umspült, so daß eine Kondensationder Dämpfe im Kessel nicht stattfinden kann, so ist diese Schutzvorrichtung nicht nötig, daSalpetersäuredämpfe Gußeisen nicht angreifen, sondern nur flüssige Säure dieses thut.

Die bei der Zersetzung des Salpeters mittels Schwefelsäure resultierenden Salpeter-säuredämpfe wurden nach älteren Verfahren ähnlich wie bei der Salzfäurefabrikation ineiner Reihe von Tourills, die mit einem mit Koks gefüllten Thonturm abschlössen, kon-densiert. Nachdem es Ludwig Rohrmann in Kraufchwitz, dem wir für die folgenden unszur Verfügung gestellten Angaben und Abbildungen über die neuesten Methoden derSalpetersäuregewinnung zu großem Danke verpflichtet sind, gelungen war, haltbare Kühl-schlangen aus Thon zu erzeugen (s. S. 430), wurde durch die Einführung derselben indie Salpetersäurefabrikation der Kondensationsapparat bedeutend vereinfacht und der