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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

Pulvergemisch gegeben und vor dieses eine Handvoll kleine Steine gelegt, welche nachEntzündung des Pulvers weit hinausgeschleudert werden. Im Jahre 1290 findet sichdie genaue Beschreibung einer hölzernen Kanone in dem Traktat des arabischen Schrift-stellers Hassan Alrammah, welcher in der Bibliothek zu Petersburg aufbewahrt wird,während in der Beschreibung einer Belagerung von Sevilla , die im Jahre 1247 statt-fand, ohne genauere Angaben mitgeteilt wird, daß sich die Araber gegen die Spanier mitDonnermaschinen verteidigten, die Bolzen schleuderten, welche die Panzer der Angreiferdurchschlagen hätten.

Einige Zeit später kennen dann auch die christlichen Staaten die Kanonen. Dieerste unbestrittene Mitteilung über diese, in welcher von ihnen aber schon als von etwasBekanntem gesprochen wird, findet sich in der Chronik der Stadt Metz . Diese berichtet,daß sieben Ratsherren im Jahre 1324 die Mauern der Stadt besichtigt hätten, um diePlätze zur Aufstellung von Kanonen (sörxsntlnös, Feldschlangen) festzusetzen. Aus einerzu Florenz aufbewahrten Handschrift geht hervor, daß dort 1326 schon metallene Kanonengegossen und für sie schmiedeeiserne Kugeln gefertigt wurden. Im Jahre 1339 verwendetdie Stadt Cambrai zehn Kanonen zu ihrer Verteidigung bei der Belagerung, und 1346werden sie zum erstenmal in offener Feldschlacht von den Engländern bei Crecy benutzt.

43« u. 43S. Kugelmühle zur Niilvrrisirriing des Schwefels. (Seitenansicht und Schnitt.)

Von da ab verbreitet sich ihr Gebrauch rasch über ganz Europa und nimmt hierdie Pulverfabrikation ihren Aufschwung. Während man anfänglich grobgepulverte Ge-mische von Salpeter, Kohle und Schwefel benutzt hatte, lernt man allmählich seine Kraft durchinniges Mischen seiner Bestandteile erhöhen. Die ältesten Pulver, die nur aus einer mitder Hand hergestellten staubförmigen Mengung der bereits so oft erwähnten Bestandteilegefertigt wurden, konnten nur geringe Triebkraft besitzen und mußten sich infolge der ver-schiedenen spezifischen Gewichte von Salpeter, Schwefel und Kohle auf dem Transportalsbald entmischen. Die Herstellung des gekörnten Pulvers, welches diesen Fehler nichtmehr zeigt, fällt erst ins 15. Jahrhundert, wo sie von Konrad von Schöngau in seinemFeuerwerksbuch im Jahre 1429 beschrieben wird. Doch erst im 17. Jahrhundert warman im stände, den Heeren ein zuverlässig transport- und aufbewahrungsfähiges Treib-mittel für ihre Feuerwaffen zu bieten, das zufolge Gustav Adolfs Erfindung schon teil-weise in Gestalt der heutigen Patronen mitgeführt wurde.

Die Fabrikation des Schießpulvers aus seinen Bestandteilen erfolgt jetzt etwa infolgender Weise. Der Salpeter und der Schwefel werden den Fabriken in der nötigenReinheit geliefert, so daß sie nicht selbst, wie in alten Zeiten, sich mit ihrer Läuterungbefassen müssen. Von der Reinheit, in welcher der Salpeter heute zur Verfügung steht,möge folgende Analyse einen Beweis geben, die mit einem für die Pulverfabrikation be-stimmten Produkt ausgeführt wurde.