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Fabrikation des Schießpulvers.
Aus den Mitteilungen über die Verkohlung des Holzes folgt, von welchem Einflußauf die schließliche Güte des Pulvers die verwendete Holzkohle sein muß, sonst würde mansich doch nicht so viel Mühe mit ihrer Herstellung geben. Die Erfahrung der Zeitenhat gelehrt, daß die für diese Fabrikation beste Sorte die ist, welche sich am leichtestenentzündet, am raschesten verbrennt und am wenigsten Asche zurückläßt. Wie sehr alles vonder Berkohlungstemperatur abhängt, ergibt sich aus folgender auszüglich wiedergegebenenTabelle Violettes, welcher für sie möglichst gleichmäßige Stücke Faulbaumholz verwendete,die bei 150° getrocknet waren.
Temperatur
der
Verkohlung
Entzündungs-
Analhse dieser in Prozenten
Ausbeute anKohle
in Prozenten
temperatur
dererhaltenen
Kohle
Kohlenstoff
Wasserstoff
Asche
StickstoffSauerstoffund Verlust
Aussehender Kohle
280°
340—360°
72,84
4,70
0,57
22,10
36,18
rotbraun, wird
350°
360—370°
76,64
4,14
. 0,61
18,44
29,68
pulverisierbarsehr schwarz, gut
432°
400°
81,64
1,96
1,16
15,25
18,87
s. Militärpulver
l
1500°
600—800°
94,57
0,74
1,68
3,84
17,31
l schwarz und
Schmelzpunktdes Platins
1250°
96,52
0,62
1,95
0,84
15,oo
l sehr hart
Das Pulverisieren der Kohle erfolgt jetzt zumeist in ähnlicher Weise wie das desSchwefels, indem man sie mit Bronzekugeln in rotierenden Fässern umlaufen läßt. Aufeinen Teil Kohle nimmt man zwei Teile Bronzekugeln, und bei 20—22 Umdrehungen inder Minute pflegt das Pulverisieren in einer Stunde beendigt zu sein.
Die Fabrikation des Schießpulvers aus seinen drei Bestandteilen besteht nun derHauptsache nach in der Dosierung und Vermengung der Stoffe, der Zerkleinerung undBildung der Kuchen, dem Körnen dieser, ihrem Glätten und Polieren und ihrem schließ-lichen Trocknen. Die Dosierung der Mischung entspricht fast genau dem Verhältnis, daßaus zwei Moleküle Salpeter ein Molekül Schwefel und drei Moleküle Kohle kommen,oder daß in hundert Teilen Pulver enthalten sind 74 ,si Salpeter, 11,«4 Schwefel und13 ,ss Kohle. Schon die von Marcus Gräcus empfohlene Mischung weicht nicht über-mäßig hiervon ab, wie die folgende Tabelle zeigt:
Salpeter
Schwefel
Kohle
Mischung nach Marcus Gräcus . .
. . 67
ii
22
Deutsches Reich , Militärpulver . .
. . 74
10
16
England.
. . 75
10
15
Frankreich (Chassepotpulver) . . .
. . 74
10,5
15,5
Vereinigte Staaten.
. . 76
10
14
Deutsches Jagdpulver.
. . 78,5
10
11,5
Französisches Jagdpulver . . . .
. . 78
12
10
Einen größeren Unterschied erweist sie zwischen den Militärpulvern und den Spreng-pulvern. Letztere entsprechen zufällig fast genau dem Mischungsverhältnis des MarcusGräcus für das griechische Feuer. Der Grund ihrer vorn eigentlichen Schießpulver ab-weichenden Zusammensetzung liegt darin, daß sie beim Sprengen wohl recht viel Gasentwickeln, aber zugleich billig sein sollen, weshalb man am teuersten Ingredienz, demSalpeter, möglichst spart. Sie zeigen z. B. folgende Mischungsverhältnisse:
Salpeter Schwefel Kohle
Mansfelder Grubenpulver. 66,4 11,7 21
Harzer Grubenpulver.62,o 21,3 16,4
Französisches Sprengpulver.62,o 20,o 18,o
Österreichisches Sprengpulver.60,2 18,r 21,4
Wie man aus den Tabellen sieht, entsprechen also manche Pulversorten fast genauden theoretisch berechneten Verhältnissen, während andere sich ziemlich weit von ihnenentfernen. Wie wir aber aus den Analysen der verwendeten Holzkohle wissen, ist diesedurchaus nicht reiner Kohlenstoff, ist also nicht identisch mit dem 6 der Chemiker, welches