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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

sa chemisch reinen Kohlenstoff bedeutet. Man müßte also, um die theoretische Mengean Kohlenstoff in der Mischung zu erreichen, sehr viel mehr Holzkohle verwenden. Dabeiist allerdings nicht zu übersehen, daß ihr Gehalt an Wasserstoff ebenfalls Sauerstoff desSalpeters zu seiner Verbrennung zu Wasser erfordert, sowie daß das bei der hohenTemperatur sich bildende Wasser als Gas, also als treibende Kraft in Rechnung zu ziehenist, weil es ja in diesem Zustande einen viel größeren Raum als im unverbrannten Pulvereinzunehmen bestrebt ist.

Die Herabsetzung der Salpetermenge in den Grubenpulvern gibt Veranlassung zurBildung von Kohlenoxydgas statt von Kohlensäure, was in diesem Falle ohne Nachteilbleibt, weil von diesen Pulvern eine so plötzliche völlige Verbrennung, wie vom eigentlichenSchießpulver nicht verlangt wird. Die auffällig große Quantität Schwefel im französischen Sprengpulver findet ihre Erklärung in fiskalischen Verhältnissen. Grubenpuloer ist dortsteuerfrei, während das Jagdpnlver einer hohen Abgabe unterliegt, und da sehr schwefel-haltige Pulver die Gewehrläufe stark angreifen, ist auf diesem Wege Steuerhinterziehungenvorgebeugt.

Die Mischung der drei Bestandteile erfolgte noch bis in die neuere Zeit in den schonim 15. Jahrhundert beschriebenen Stampfwerken. Die Stampflöcher sind in einem Klotzvon Eichenholz oder Buchenholz ausgehöhlt und befinden sich etwa zehn von ihnen neben-einander. In sie fallen die Stampfer, welcheeine Daumenwelle abwechselnd hebt und fallenläßt. Sie sind fast 3 in lang und haben unten-einen Schuh, der ehemals aus Bronze, heutenötigenfalls aus Phosphorbronze gefertigt wird.Ihr Gesamtgewicht beträgt etwa 40 Injedes Stampfloch gehen etwa 10 üg Pulversatz.Nachdem die Kohle und der Schwefel gemischtsind, werden sie mit Wasser angefeuchtet, dannerst setzt man den Salpeter zu, und nun kommtdas Ganze unter die Stampfe. Anfangs gibtman etwa 40 Schläge, später 50—60 Schlägein der Minute. Allstündlich wird der Inhaltdes einen Mörsers in den nächstfolgenden über-gefüllt, damit Teile, welche am Rande sitzengeblieben und dem Mischen entgangen sein können, in dem nächsten auch sicher mit durch-gearbeitet werden. Elf Stunden pflegt man im ganzen zu stampfen, und die etwa30000 Schläge, die das Gemenge in der Zeit erhalten hat, sind die erfahrungsgemäßrichtige Anzahl. Um die Gefahren von Explosionen in diesen Stampfwerken abzuschwächen,stellt man sie in ganz leichten Gebäuden ziemlich entfernt von der übrigen Fabrik auf.

An ihrer Stelle bedient man sich zum Mischen der Materialien auch seit langemder Mengtrommeln, welche genau so, wie wir sie oben für die Zerkleinerung desSchwefels abgebildet haben, beschaffen sein können. So hatten zu Wetteren nach einerälteren Beschreibung diese Tonnen einen Durchmesser von 90 «in, und man gab in sie25 Satz und etwa 40 Bronzekugeln von verschiedener Größe; sie machten etwa15—20 Umdrehungen in der Minute, und da bei dieser Umdrehungsgeschwindigkeit sichdie Materialien nur sehr wenig in ihnen erwärmen, sollen Unfälle ausgeschlossen sein.Die Dauer der Beimengung betrug 2—4 Stunden, je nach der Beschaffenheit desPulvers und dem Zustande der angewendeten Materialien.

Um das nun folgende Körnen vorzubereiten, kamen sodann die Materialien ehemalsauf einen Kollergang (s. S. 343). Zu Wetteren war das Gewicht der Steine desselbenca. 3500 Lg-. Während des Mahlens auf diesem feuchtete man den Satz ein wenig anund hörte mit dem Mahlen auf, sobald die sich kuchenförmig zusammenballende Massehinreichend hart war und ihr Bruch die genügende Gleichförmigkeit zeigte, was ebenfalls2—4 Stunden zu erfordern Pflegte. Ein solcher Kollergang langte für eine Fabrikationvon etwa 50 000 jährlich.

439. Pulverstmnpfc.