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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

Schüsse abgegeben hatten. So dauerte es denn bis in die Zeiten Friedrichs des Großen,daß das Jnfanteriegewehrfeuer für die Entscheidung der Schlachten maßgebend wurde.Das preußische Zündnadelgewehr, welches bereits ein Hinterlader war, zeigt sich dann inden Kriegen 1864 und 1866 so sehr den alten Vorderladern überlegen, daß noch imJahre 1866 die Franzosen das Chassepotgewehr einführen. Aber das Prinzip der Hinter-lader genügt den ununterbrochen wachsenden Ansprüchen keine 25 Jahre; man entschloßsich zur Einführung von Mehrladern oder Magazingewehren, deren beste Konstruktion nochnicht feststeht, so daß an ihrer Vervollkommnung nunmehr ununterbrochen gearbeitet wird.

Dazu kommt hinsichtlich der Gewehre folgendes. Je weiter die Technik in ihrerAusbildung fortschreitet, um so geringer wird der Geschoßdurchmesser. Im 14. Jahr-hundert betrug er 35 inin, und nach 1846 hatten französische Büchsen einen solchenvon 17 inm. Unter den damaligen Verhältnissen machte es daher großes Aufsehen, alsauf einem Schweizer Schützenfeste 1844 amerikanische Gewehre, die nur ein Kalibervon etwa 10 nun hatten, sich durch außerordentliche Treffsicherheit auszeichneten. Dieseswurde für die Schweizer Militärverwaltung nach vielen Versuchen Veranlassung, Gewehremit diesem kleinen Kaliber einzuführen, und hierin sind ihr, wenn auch nur sehr langsam,die anderen Staaten schließlich doch gefolgt. Die sehr allmähliche Anerkennung diesesPrinzips zeigt folgende Tabelle.

Siaat

Jahr

Kaliber

Staat

Jahr

Kaliber

Frankreich

1866

11 nun

Frankreich

1886

8 mrn

Belgien

1867

11 "

Österreich

1888

8 „

Österreich

1868

11 „

Deutschland

1888

7,g „

Spanien

1871

11 „

England

1889

7,7 „

Deutschland

1871

11 „

Belgien

1889

7,6° „

England

1871

11,48 „

10,88 „

Schweiz

1890

7,° „

Rußland

1871

Italien

1897

6,5 „

Nachdem man sich also längere Zeit mit einem Heruntergehen auf 11 irini begnügte,ist man jetzt bei etwa 7 inin angelangt. Der Vorteil, den diese Verkleinerung mit sichbringt, ist nicht nur der, daß der Schütze bei der bedeutenden Verminderung des Gewichtes

4S0

44S. Flugbahnen.

und Raumes der Patronen etwa die doppelte Anzahl von ihnen gegen früher mit sich führenkann, was namentlich wiederum in Rücksicht auf die Magazingewehre mit ihrem starkenMunitionsverbrauch von großer Wichtigkeit ist, sondern weit ausschlaggebender ist fürdie kleinkalibrigen Gewehre, daß, je kleiner der Durchmesser des Projektiles ist, destogerader der Geschoßflug wird, wodurch natürlich die Trefffähigkeit außerordentlich erhöhtwird. Daher stammt auch die so bedeutende Verlängerung der modernen Gewehr-kugeln. Vorstehende Abbildung zeigt uns so recht die Verminderung der Flughöhe.

stellt die Flugbahn eines preußischen 13 m»i Zündnadelgewehres vom Jahre 1862,L die eines französischen 11 nun Gras-Gewehres vom Jahre 1874, 0 die eines 6,s mimMannlicher-Gewehres vom Jahre 1892 dar. Man sieht daraus, daß ein Mann von derdurchschnittlichen Höhe von 1,e ni bis auf eine Entfernung von 295 in mit dem Zünd-nadelgewehr dem Schuß völlig ausgesetzt ist, jedoch bis aus 375 m mit dem Gras-Gewehreund bis auf 590 in mit dem Mannlicher-Gewehr. Für niedrigere Gegenstände ist dasVerhältnis noch entsprechend günstiger, wie dies aus den vollen und schraffierten Teilender Zeichnung ersichtlich ist, die Gegenstände von 0,4 und 0,s in Höhe darstellen.

Die Verkleinerung des Kugeldurchmessers führt natürlich eine Gewichtsverminderungmit sich, die Wohl teilweise, aber nicht ganz durch die Verlängerung des Projektiles aus-geglichen werden kann, weil es auch für diese eine obere Grenze gibt. Daher stammt