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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Herstellung der Schießbaumwolle.

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Die Schießbaumwolle wird in den Fabriken stets in feuchtem Zustande aufbewahrt.Zu diesem Zwecke sind zumeist auf einem freien Platze reihenweise Gruben hergestellt, inwelche hölzerne Kästen eingelassen sind, deren Boden mit einem Flaschenzuge heraus-genommen werden kann. In diese Behälter kommen die Kisten mit der feuchten Schieß-baumwolle nur lose verschlossen.

Einen wesentlichen Fortschritt in dieser Fabrikation stellen erst wieder die neuerenApparate dar, welche man als Nitrierzentrifugen bezeichnet. Während, wie wir in dembeschriebenen älteren Verfahren sahen, die Baumwolle nach dem Nitrieren durch Auspressenvom größten Teil der Nitriersäure befreit, dann zentrifugiert und aus der Zentrifugewieder herausgenommen wird, woran sich das Auswaschen schließt, erfolgen hier dieseOperationen in einem Apparate.

Zwei Arten Nitrierzentrifugensind durch ihre Patentierung allge-mein bekannt geworden, von welchenwir die von Selvig und Lange hiernäher betrachten wollen.

In dieserNitrierzentrifuge stehtder Säurebehälter fest, und eine ge-lochte Schlendertrommelder gebräuch-lichen Art ist in ihm drehbar an-geordnet. In diese Trommel kommtdas zu nitrierende Material, undnach Beendigung des Prozesses wirddie Säure aus dem Behälter ab-gelassen, worauf die Trommel inschnelle Umdrehung versetzt wird, umdie vom nitrierten Produkt nur auf-gesogene Säure durch Abschleudernebenfalls zu entfernen.

Der Apparat ist ferner mit einerEinrichtung zur Regulierung derTemperatur der in ihm enthaltenenSäure vor und während des Ni-trierens versehen, welche unbedingtfür die Herstellung eines gleichmäßi-gen Nitroprodukts erforderlich ist.

Unsere Abbildung stellt diese Nitrier-zentrifuge im Querschnitt dar undgibt zugleich die sonstigen Neben-vorrichtungen wieder, die bei ihremGebrauch vorhanden sein müssen.

U ist der cylindrische, mit schmiedeeisernem Kühl- oder Wärmemantel 0 versehene, imübrigen gußeiserne Säurebehälter, der gleichzeitig das Gestell des ganzen Apparates bildet.

Der Boden desselben ist geneigt, und an der Entleerungsöffnung v, welche sich ander tiefsten Stelle desselben befindet, ist der Säureablaßhahn H angebracht. ist dieteils aus Schmiedeeisen, teils aus Gußeisen angefertigte Schleudertrommel, welche denSäurebehälter möglichst ausfüllt. Die Spindel, auf welcher die Trommel befestigt ist,geht durch den auf dem Boden des Säurebehälters aufstehenden zentralen konischenAufsatz I, hindurch nach unten, wo sie die Antriebsriemenscheibe trägt und durch einSpurlager unterstützt wird. Ihr Halslager ist der Einwirkung der Säure dadurch ent-zogen, daß der obere Rand des Aufsatzes ill, in welchem es angeordnet ist, über demSäurespiegel liegt.

Ein ringförmiger, bis über den Jnnenrand der Trommel 0 hinüberreichenderDeckel l? über dem Säurebehälter verhindert, daß beim Eintragen des zu nitrierenden

446. Nitrirrzrutrifugr.