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Darstellung des Phosphors.
der im gewöhnlichen Leben Gips heißt, vereinigt. So kommt man zum einbasisch Phos-phorsauren Kalk, aus dem dann durch Erhitzen mit Kohle Phosphor abdestilliert, währender dabei wieder in dreibasisch phosphorsanren Kalk übergeht, welcher in der Retortebleibende Phosphor (in Form von phosphorsaurem Kalk) für diese Fabrikation geradezuVerlust ist. Man kann also nicht sagen, daß diese etwa 100 Jahre alte Art der Phos-phorgewinnung auf besondere Vollkommenheit Anspruch machen kann. Wollen wir dieVorgänge durch Gleichungen ausdrücken, so gestaltet sich das Ganze folgendermaßen.
O^fkO^ -f- 2 8.80^ ^ 4- 2 0a 80,
Dreibasisch phosphorsaurer Kalk Schwefelsäure — Einbasisch phosphorsaurer Kalk -n Gips3 val? ^ 100 --- 4? 1060 -i- 0->2(?0,)2 68.0
Einbasisch Phosphor- Kohle — Phosphor Kohlenoxyd -n Dreibasisch Phosphor- Wasser,saurer Kalk saurer Kalk
Im großen wird so gearbeitet, daß man die zerkleinerte Knochenasche in mit Bleiausgelegten Bottichen mit Wasser übergießt, und sodann die der obigen Gleichung ent-sprechende Menge Schwefelsäure zufließen läßt. Dabei bildet sich der im Wasser schwer-lösliche Gips, während der im Wasser leicht lösliche einbasisch phosphorsaure Kalk inLösung geht. Diese Flüssigkeit, die also den löslichen Phosphorsauren Kalk enthält, wirdvvm Gips abgezogen und, nachdem sie stark eingedampft ist, mit Holzkohlenpulver vermischt.Das Gemisch wird sodann völlig ausgetrocknet und aus Retorten destilliert. So einfachdiese Operationen der Beschreibung nach zu sein scheinen, so schwierig gestaltet sich ihreAusführung in der Wirklichkeit.
Daß man auch Phosphor aus der Phosphorsäure durch Destillation mit Kohle ge-winnen kann, wobei dann nicht ein Drittel des in Arbeit genommenen Materials, wiebeim alten Verfahren in der Retorte zurückbleibt, sondern wenigstens theoretisch derGesamtphosphor gewonnen werden kann, beweisen die Mitteilungen Readmans, die unsein anschauliches Bild dieser neuen Fabrikation geben. Auch hier beginnt sie damit, daßder gemahlene phosphorsaure Kalk in großen mit Rührern versehenen Bottichen mittelsSchwefelsäure unter Erhitzung durch direkt einströmenden Dampf zersetzt wird. Hier ver-wendet man aber so viel Säure, daß sie allen Kalk bindet, so daß schließlich nur schwefel-saurer Kalk und Phosphorsäure in der Lösung vorhanden sind. Die erhaltene Flüssigkeitwird nach mehrstündigem Rühren filtriert. Auf dem Filter bleibt der Gips, während dieim Wasser gelöste Phosphorsäure abfließt. Sie wird nunmehr in Bleibottiche geleitet, indenen Bleischlangen liegen, durch welche überhitzter Dampf strömt, der eine Konzentrationder Flüssigkeit bewirkt. Ist das Eindampfen so weit gediehen, daß die Flüssigkeit etwa62°/o Phosphorsänre enthält, so wird der nunmehr sirupdicken Flüssigkeit Holzkohle biszu 250/0 zugemischt. Dieses Gemisch wird hierauf in eisernen Kesseln so lange erhitzt, alsnoch flüchtige Produkte aus ihm entweichen, und sodann destilliert.
Die Destillation wird in kleinen flaschenförmigen Retorten ausgeführt, deren Wan-dungen etwa 25 raiu dick sind, während ihre Länge 90 cnu und ihre lichte Weite 28 ombeträgt. Sie liegen in einem Galeerenofen (siehe S. 361), der zwei übereinander an-geordnete Reihen von ihnen an jeder Seite des Ofens enthält, im ganzen also 4 Reihenund zwar von je 7 Stück. Die Retorten von je zwei in gleicher Höhe liegenden Reihensind einander im Inneren des Ofens mit ihren Böden zugekehrt, und ihre engen Hälseragen an jeder Seite des Ofens 25—30 ram aus dem Mauerwerk hervor. Ihre Mün-dungen sind vermittelst 5 om weiter schmiedeeiserner oder kupferner Röhren mit denKühlern verbunden. Die nötigen Dichtungen werden durch Verstreichen mit Thon erzielt.
Die Vorlagen, in welche die Kühler münden, enthalten warmes Wasser, unter demder Phosphor, da er schon bei 44° schmilzt, sich in geschmolzenem Zustande ansammelt,so daß er leicht ausgeschöpft werden kann. Jede Retorte wird mit 10—15 üg Mischungbeschickt, und deren Destillation dauert etwa 15 Stunden.
Der durch Destillation direkt erhaltene Phosphor ist noch ziemlich unrein. Zu seinerReinigung schmelzen ihn die Fabriken nochmals unter Wasser und pressen ihn unter diesemdurch Gemsleder. Die in Abb. 457 dargestellte Presse dient diesem Zwecke. Es wird derin heißem Wasser (60°) zusammengeschmolzene rohe Phosphor nach seinem Erkalten in