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Darstellung und Eigenschaften des Phosphors.
des Stromes beginnt infolge der hohen Temperatur bereits die Entwickelung der Phos-phordämpfe, die in einem Kühlgefäß kondensiert werden. In dem Maße, wie der Phosphorabdestilliert, wird der flüssige Inhalt des Ofens ablaufen gelassen und oben neues Ma-terial zugegeben, so daß der Betrieb sich zu einem kontinuierlichen gestaltet. Es soll aufdiese Weise gelungen sein, 86 °/o des in den Ofen gebrachten Phosphors zu gewinnen.Ob sich aber das Verfahren bewährt hat und noch im Betrieb ist, ist nicht bekannt.
Die Phosphorfabrikation bietet, so einfach sie auch zu sein scheint, derartige Schwierig-keiten, daß von den einst auch in Österreich und Deutschland vorhandenen Fabriken nichteine mehr existiert. Viele Jahre haben die französische Fabrik von Coignet et fils inLyon und die englische Fabrik von Albright and Wilson zu Oldbury bei Birmingham denBedarf der Welt gedeckt, erstere erzeugte jährlich etwa 500000 letztere 700000wozu nahe an 15000000 Knochen verbraucht wurden. Noch 1882 hatte 1Phosphor 4,8« Mark gekostet, dann fiel der Preis durch neu entstandene französische undrussische Fabriken auf 2,8» Mark. Anfang 1897 betrug er wieder 3,8» Mark. Die vierrussischen Fabriken, die es 1891 zu Perm, Wologda, Nowgorod und Kalnga gab, stelltenin diesem Jahre mit Hilfe von 390 Arbeitern 183000 üx von ihm dar. Den deutschenJahresbedarf kann man auf etwa 100000 veranschlagen, welcher also gänzlich vomAuslande importiert wird. Ob es lohnend wäre,diese Menge im Jnlande zu Produzieren, ist eineöfters ventilierte Frage, die bisher keine Lösunggefunden hat.
Eigenschaften des Phosphors. Der hin-sichtlich seiner äußeren Erscheinung schon beschrie-bene Phosphor schmilzt also bei 44,2°, siedet bei280° und verwandelt sich in ein farbloses Gas,vorausgesetzt, daß die Luft gänzlich abgeschlossenist; er verdampft jedoch auch schon bei gewöhnlicherTemperatur in geringem Grade. Er löst sich etwasin Weingeist und auch in Äther. Chloroform undSchwefelkohlenstoff nehmen ihn mit größter Leich-tigkeit auf, und er vermag beim langsamen Aus-scheiden aus diesen Lösungen Krystallform anzu-nehmen. Mit vielen anderen Elementen verbindeter sich leicht, so mit Sauerstoff, Chlor, Schwefel.
Seine Verbindungen mit den Metallen Kupfer undZinn haben ein besonderes Interesse, da sie technische Verwendung gefunden haben,worüber bei der Phosphorbronze berichtet wurde (s. Bd. VI).
Wenn man den Phosphor anhaltend auf einer Temperatur von 260° erhält, soverändert er seine Eigenschaften und geht in den sogenannten roten oder amorphenPhosphor über, welche interessante Modifikation Schrötter im Jahre 1848 entdeckte.
Die Darstellung dieses roten Phosphors im großen erfolgt in dem von Albrightin Birmingham empfohlenen Apparat. Der gewöhnliche gelbe Phosphor kommt in einPorzellangefäß §, welches in einem eisernen verschraubbaren Behälter k steht. Durch dasRohr 1 ist er mit dem Behälter n verbunden, in welchem dies Rohr unter Wasser endigt.Das Erwärmen erfolgt sehr langsam und vorsichtig, indem sich im Raume b, zwischen denKesseln a und o, Eisenseilspäne befinden, während der Zwischenraum I, zwischen den Kesselno und a, mit der leicht schmelzbaren Legierung aus einem Teil Zinn und einem TeilBlei ausgefüllt ist, welche als Metallbad dient, dessen Temperatur durch ein Thermometerangezeigt wird. Ist der Apparat angeheizt, so werden bei n durch die Ausdehnung derLuft im Kessel § Luftblasen austreten. Hat dieses schließlich nachgelassen, so schließt manden Hahn ü, und jetzt vollzieht sich mit der steigenden Temperatur unter Ausschluß derLust im Behälter § der allmähliche Übergang des gelben in den roten Phosphor.
Die Farbe dieser interessanten Abänderung des Phosphors ist oft so schön und in-tensiv, daß sie dem Zinnober nahe kommt, meist aber ist sie rötlichbraun. Der amorphe
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459. Darstellung des roten Phosphors.