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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

So zahlreiche Vorschriften auch im Laufe der Jahre zur Herstellung ganz Phosphor-freier Zündhölzer gemacht wurden, so haben sie niemals ernstliche Erfolge zu erringenvermocht, die seit allgemeiner Einführung der schwedischen Zündhölzer überhaupt aus-geschlossen erscheinen, wie denn auch ausführliche Versuche, die 1891 nochmals in Frank-reich und der Schweiz angestellt wurden, das Schicksal aller älteren Bestrebungen in

dieser Richtung teilten und resultatlos verliefen. Die bestePhosphorfreie Mischung soll die Wiederholdsche gewesensein. Sie bestand aus 7,s Teilen chlorsaurem Kali, 2,s Teilenunterschwefligsaurem Bleioxyd und 1 Teil arabischem Gummi.

Die Fabrikation der phosphorhaltigen Zündhölzchenbestand schließlich in folgendem. Mau fertigte aus völligastfreiem Tannen- oder Fichtenholz mit einem passend kon-struierten Eisen die nötigen kleinen Hölzchen lange Zeitmit der Hand, erst später mit Maschinen. Waren diesegut ausgetrocknet, so legte eine Arbeiterin sie auf ein Brett-chen Etwa 25 solcher Brettchen wurden übereinandergelegt, wie es 8 zeigt, und vermittelst zweier sie durch-setzenden Schrauben schließlich das Ganze fest zusammen-gezogen, nachdem durch sanftes Ausstößen die Spitzen allerHölzchen in eine Ebene gebracht waren. Hierauf wurdens) <7 ^ sie von einem Arbeiter in geschmolzenen Schwefel, der in

M-'- -E — —einem ganz flachen Gefäß Angeschmolzen ist, eingetaucht,

so daß an jedem etwas von diesem haften blieb. Einzweiter Arbeiter tauchte sie sodann in die eigentliche Zünd-masse, die von ziemlicher Konsistenz auf einem völlig ebenenStein einige Millimeter dick aufgestochen war. Hieraufkamen die so fertig gestellten Hölzchen in die Trockenstubeund wurden hernach verpackt.

An der Herstellung einer möglichst guten Zündmasseist natürlich sehr viel gearbeitet worden. Ursprünglichbrachte man in eine ziemlich dicke Lösung von Leim oderarabischem Gummi, die so warm war, daß der Phosphorin ihr schmolz, diesen nebst einigen erdigen Zusätzen, wieKreide oder Bimsstein. Diese Zündmasse brannte ruhig ander Luft ab, deren Sauerstoff zu ihrem Aufflammen nötigwar. Hernach ging man also dann dazu über, in die Zünd-masse sauerstoffreiches Material mit einzureiben, das denVerbrennungssauerstoff zu liefern hat. Als solches dienteund dient namentlich ein Gemisch von salpetersaurem Bleimit Bleisuperoxyd. Zu diesem kommt man so, daß manMennige, welche aus Bleioxyd und Bleisuperoxyd bestehtund bekanntlich als rote Farbe dient, mit Salpetersäureübergießt. Es bildet sich salpetersaures Blei, während dasBleisuperoxyd unverändert bleibt, so daß man durch Ein-trocknen dieses Magmas die gewünschte Mischung erhält.Nach dieser Methode geht die Entzündung des Phosphorsso viel zuverlässiger vor sich, daß man allmählich seine Menge in der Zündmasse von 33auf 6—8 °/g heruntersetzen konnte. Daß man die Hölzchen erst in Schwefel und hernach indie Zündmasse taucht, hat seinen Grund darin, daß das Anbrennen des Holzes ziemlichschwer vor sich geht, so daß sich die Entzündung vom Phosphor auf den Schwefel undvon diesem erst weiter übertragen muß. Der unangenehme Geruch des brennendenSchwefels, der doch hierbei in schweflige Säure übergeht (s. S. 367), führte dann zuErsatzversuchen für ihn, und einen solchen fand man in der Imprägnierung mit Stearin-säure, die wir später kennen lernen.

460. Aufstapeln der Zündhölzchenfür das Nrtnpfcn.

46l.

Eintauchen der Kätzchen in dieZitndmastr.