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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie.

Meiler hat, wie die Abbildung zeigt, die Form eines Kegels, welcher aus den zu ver-kohlenden Holzscheiten zusammengesetzt wird. Über den Kegel kommt eine poröse Deckevon Erde und Kohlenklein. Das Anzünden erfolgt entweder von dem in der Mitte frei-gelassenen Kanal aus, oder dadurch, daß man am Boden einen solchen ausgespart hat,der dann diesem Zwecke dient. Das anfangs brennende Holz wirkt verkohlend aus dieNächstliegenden Schichten, deren sich verflüchtigende Bestandteile die ferner gelegenenScheite völlig austrocknen. Nun ist es die Aufgabe des Köhlers, jedes eigentliche Brennenzu verhüten und das Glimmen innerhalb des Meilers so zu leiten, daß wohl alles Holzin Holzkohle übergeht, aber möglichst wenig von ihm verbrennt. Zn dem Zweck dientihm der aus dem Meiler aufsteigende Rauch als Erkennungszeichen. An den Stellen,an denen er stärkere Hitze wünscht, stößt er Löcher in die Deckschicht, und die hier jetztzutretende Luft bewirkt sofort eine Zunahme des Brennens oder Berglimmens, und damit

schneller fortschreitende Verkoh-lnng. Auch auf die Richtungdes Windes, welcher den Meilertrifft, muß er achten, indemer ihn zu sehr anfacht, WennsichÖffnungen auf seiner Seite be-finden. So ist denn die guteLeitung einer solchen Verküh-lung eine Arbeit, die viel Anf-merksamkeitund auch vieleÜbungerfordert.

46 S. AoNverKohlung im WiNer. Ist der richtige Grad der Ver-

kühlung erreicht, so schließt manalle Öffnungen, und 24 Stundenspäter löscht man die noch heißenKohlen mit Wasser ab. Wollteman aus ihr völliges Erkaltenwarten, so würde, weil einwirklich dichterLuftabschlußnichtzu erzielen ist, noch viel Kohleverbrennen. Eine gut geleiteteMeilerverkohlnng ergibt aus100 Teilen Holz (die im Durch-schnitt 40 °/o Kohlenstoff, 20o/gWasser u. s. w. enthalten),4SS. Allsirre Ansicht drs MrNers. 22 28 o/o Holzkohle, die aus

90 o/o Kohlenstoff, 1 — 2°/g

Wasserstoff, 2—4°/g Sauerstoff, 2—10°/o Wasser und 2 — 50/0 Asche besteht.

Daß man durch Verbrennen von Holzkohle eine intensivere Hitze als mit Holzerzielen kann, rührt daher, daß sie im Volumen mehr brennbares Material als diesesenthält, aus dem jetzt alles leicht Flüchtige ausgetrieben ist. Man bringt also in dieserForm weit mehr Brennmaterial in den betreffenden Feuerranm, und die von ihm ent-wickelte Hitze wird nicht zuerst zum Teil zum Austreiben von Wasser und leichtflüchtigenSubstanzen verwertet. Das Verhältnis ist also das gleiche wie zwischen Steinkohlen undKoks. Nur haben Holzkohlen vor letzteren den Vorzug, wenig Asche, die dazu fast freivon Schwefel ist, zu enthalten, was für viele Zwecke von so ausschlaggebender Bedeutungist, daß erstere, obgleich sie viel billiger sind, namentlich in der Metallbearbeitung sie häufignicht zu ersetzen vermögen. Gibt es doch heute noch sogar Hochöfen, in denen das Eisenstatt mit Koks mit Holzkohlen ausgeschmolzen wird. Dieses Holzkohleneisen ist natürlichviel teurer als das gewöhnliche Koksroheisen, aber seiner vorzüglichen Eigenschaften halberbezahlt man für Zwecke, bei denen diese Vorzüge zur Geltung kommen sollen, gern den höherenPreis, worüber wir ausführlicheres im Abschnitt Eisenindustrie (Bd. V) finden.

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