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Chemische Industrie.
Retorte nicht in die entleerte Retorte treten können, womit jede Explosionsgefahr aus-geschlossen ist.
Ausführliche Veröffentlichungen darüber, wie sich die Holzdestillation im großengestaltet, verdanken wir Sartig, der sie in der Chemikerzeitung mitgeteilt hat.
Nachdem bis in die Mitte der achtziger Jahre die Holzverkohlung unter Gewinnungder Nebenprodukte sich als recht rentabel erwiesen hatte, nahm die Anlage neuer Fabriken
derart zu, daß seitdem diePreise der Verkohlungs-produkte sehr gesunken sind.BesondereVorbedingungenfürdieLebensfähigkeit einesEtablissements zur Holz-verkohlung sind zur Zeitein günstiger Absatz für die
erzeugte Holzkohle, und vor allem möglichst billiges Holz. Die Fabriken, bei deren An-lage hierauf nicht genügend Rücksicht genommen war, sind alle bald wieder eingegangen.Vielleicht stellen patentierte Verfahren der Holzverkohlung, die jetzt im großen durch-probiert werden, die ganze bisherige Art der Fabrikation aber überhaupt in Frage; zu-verlässiges über sie ist noch nicht bekannt.
Die besten Resultate geben Buche, Birke und Eiche, und namentlich wird erstereviel verarbeitet, da es für sie kaum eine bessere Verwertung gibt. Aber auch diese Hölzergeben nur unter Leitung eines erfahrenen Chemikers gute Erfolge, weil dieser allein dasRohprodukt, das erst in Form chemisch reiner Körper wirklich wertvoll ist, in diese über-zuführen versteht. Da die trockene. Destillation von Hölzern in den kleinen Gefäßen des
4S7. Katzverkohwiigsretortr-
«SS. Kühler nach Richard Lahn.
Laboratoriums ganz andere Zahlen gibt, als die auf diesem Wege im großen durch-geführte Verarbeitung, können die in der Litteratur als Ausbeute verzeichneten Labora-toriumsangaben zu bedenklichen Irrtümern Veranlassung geben, und durch Sartig wissenwir folgendes. Er verarbeitete Rotbuchenholz, das bereits zwei Jahre vorher gefällt,also sehr gut ausgetrocknet, aber noch völlig gesund und ohne faulige Stücke war. Diefast ausschließlich gerade gewachsenen Stämme, nicht unter 100 inm stark, waren gespaltenzu genau 10 Raummeter aufgestellt. Durch Vergleich von etwa 20000 Raummeternim Walde eingekauften und abgenommenen Holzes mit den daraus auf dem Fabrikhofaufgestapelten Raummetern Buchenscheitholz ergab sich, daß ein Raummeter Buchenholz-waldmaß 1V8 Raummeter Buchenscheitholz auf dem Fabrikhofe entsprach.
Zur Verkohlung dienten stehende schmiedeeiserne 12 iniu starke Retorten, von 3,i inHöhe und 1,ss in Durchmesser, und zwar wurden drei solche Retorten gleichzeitig in Ganggehalten, die nach der Füllung in die gemauerten Verkohlungsöfen eingehoben wurden.Diese Art der Verkohlung hat vor der in liegenden Retorten nach Sartig den Vorzug,daß die Holzkohle weniger Abfall gibt, da man sie aus den nach beendeter Verkohlungaus dem Ofen gehobenen und umgelegten Retorten nach dem vollständigen Erkalten vor-sichtig herausnehmen kann. Die erwähnten 10 Raummeter Buchenholz wogen 3959 llx.In die drei Retorten gelang es 3647 oder 9 ,21 Raummeter einzubringen. Die