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Chemische Industrie: Verwertung des Holzes.
Dampf, und die aus ihr abdestillierteu Essigsäuredämpfe gelangen in den Kolonnen-apparat L, welcher von innen mit zahlreichen durchlochten säurefesten Thonplatten aus-gesetzt ist. Über diese Thonplatten rieselt ununterbrochen von oben her aus dem Gefäß 0Schwefelsäure, welche den aufsteigenden Dämpfen das Wasser möglichst entzieht, indemsie von Platte zu Platte ihnen entgegenläuft. Schließlich gelangt die Schwefelsäure inverdünntem Zustande durch das Syphon 4 nach einem beliebig angelegten Sammelbassin,während die von den Wasserdämpfen befreiten essigsauren Dämpfe sich in der Kühl-schlange O kondensieren. Damit sich in der Kolonne die Essigsäuredämpfe nicht bereitszu Essig kondensieren, sondern sich in ihr eine Temperatur von 116—120° erhält, istfolgende Einrichtung getroffen.
Der mit L bezeichnete Ofen dient zur Erzeugung von heißer Luft, die mit Hilfeeines Ventilators, dessen Antrieb bei 1^ ersichtlich ist, in die Kolonne getrieben wird. Indieser befindliche Thermometer 1 gestatten eine leichte Beobachtung ihrer Jnnentemperatur,
von also etwa 120°,welche Temperatur ge-nügt, damit sich der imUntersatz des Turmes Lansammelnden Schwe-felsäure nicht etwa Essig-säure beimischt. Solltedurch Unachtsamkeit desArbeiters dies doch ge-legentlich vorkommen,so kann die Essigsäureaus der Schwefelsäuredadurch, daß gespannterDampf in den Dampf-mantel des Untersatzeseingelassen wird, wiederausgetrieben werden.
Das Einblasenderheißen Luft hat denZweck, die eventuelleKondensation der Essig-säure in der Kolonne« 71 . Überführung von roher Essigsäure in Eisessig. möglichst auszuschlie-
ßen. Zugleich entfernt
sie viel Empyreuma, dessen Entfernung auch dadurch begünstigt wird, daß § ein Sauge-apparat ist, welcher das Empyreuma kontinuierlich aus dem Turme herauszieht. Dieschließlich aus der im Bottich I ) liegenden Thonkühlschlange abfließende Säure ist wasser-hell und klar, und das in L schwimmende Aräometer zeigt die Stärke an, mit welcher siedas System verläßt. Die so gewonnene starke oder stärkste Säure unterliegt dannzu völliger Entfernung von mitgerissenen oder gelösten Substanzen einer nochmaligenDestillation aus dem oben bereits abgebildeten Apparate (Abb. 470). In diesem entferntein Zusatz von saurem chromsauren Kali den Rest des Empyreumas.
Der Wert des aus Spiritus auf die uralte Art vermittelst dessen Oxydation durchLuft in den jetzt sehr verbesserten Essigbildern gewonnenen Essigs schwankt stark, geht aberfast kontinuierlich zurück, und im Anschluß daran bewegen sich die Preise des aus Holz ge-wonnenen Essigs. Während 1884 in Berlin 100 1 10 prozentigen Essigs aus Spiritusetwa 12 Mark wert waren, stellte sich der Preis 1894 nur auf 7—8 Mark, indem seinWert sich nach den Spirituspreisen richten muß. Bei den hohen Spirituspreisen desJahres 1891 war 10 prozentiger Essig etwa um Vg seines Wertes gestiegen. Abersobald derartige Preissteigerungen eintreten, macht sich die Konkurrenz des aus Holzessiggewonnenen völlig gereinigten Essigs, der durch Verdünnen auf 10°/g gebracht wird, stark
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