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Salze der Essigsäure.
geltend. Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß Essig aus Spiritus, weil er nicht vielüber 10"/o stark hergestellt werden kann, eine Ware ist, welche einen weiten Transportwegen der im Verhältnis znm Wert der Ware unverhältnismäßig hohen Frachtspesennicht verträgt, was beim Eisessig nicht der Fall ist.
Salze der Essigsäure. Von den Salzen der Essigsäure lernten wir bereits dasNatron- und das Kalksalz kennen. Eine bedeutende Rolle in der Technik spielen außer-dem noch das Bleisalz und das Knpfersalz.
Das essigsaure Blei, der Bleizucker, wird so erhalten, daß man Bleiglätte,diese ist ein Gemisch von Bleioxyden, in Essigsäure auflöst. Da die Lösung des essigsaurenBleis noch weiteres Bleioxyd löst und in diesem Zustande nicht krystallisiert, wird sie,wenn sie die nötige Konzentration erreicht hat, mit Essigsäure wieder schwach sauer ge-macht. Jetzt ist alles Bleioxyd als essigsaures Blei vorhanden, und nun krystallisiert siemit Leichtigkeit. Die erhaltenen Krystalle sind sogleich genügend rein, und ihre Mutter-lauge wird der nächsten Portion zugesetzt. Benutzt man als Essigsäure jene Rohsäurenach ihrer einmaligen Reinigung, welche die Holzdestillation liefert, so erhält man denbraunen Bleizucker, der ebenfalls Handelsware ist. Löst man in einer Lösung von essigsauremBlei absichtlich Bleioxyd auf, so hat man, nach dem Verdünnen mit Wasser, das Blei-wasser der Apotheken,das als Hausmittel so-viel Verwendung findet.
Sein stets trübes Aus-sehen rührt daher, daßdie Kohlensäure der Luftauf dasselbe einwirkt.
Jndemsie mit dem nach-träglich gelösten, nursehr schwach in der Flüs-sigkeit gebundenen Blei-oxyd sich zu kohlensau-rem Blei verbindet,entsteht dieses weiße inWasser unlösliche Salz, 47z, Apparrlt ?vr Grivirmuns von Avlxgoist.
welches die erwähnte
Trübung veranlaßt, und jedesmal bilden sich neue Mengen von ihm, wenn die Flaschegeöffnet wird, so daß die Kohlensäure der Luft mit dem Inhalt in Berührung kommt.
Das essigsaure Kupfer heißt im gewöhnlichen Leben Grünspan, dieser ist abernie das neutrale Salz, sondern stets basisch, d. h. enthält einen Überschuß an Kupferoxyd.In Südfrankreich bereitet man ihn so, daß man Kupferplatten zwischen Weintrester packt.Der noch in diesen vorhandene Zucker geht in Alkohol und dieser weiter in Essig über,welcher die Bildung des Grünspans veranlaßt, der hernach von den Kupferplatten ab-gekratzt und gesammelt wird. In anderen Gegenden packt man Kupferplatten zwischen mitEssig getränkte Lappen, auch hier geht dann die Grünspanbildung vor sich. Der Grünspanselbst ist eine weit weniger benutzte Farbe als das so giftige Schweinfurter Grün, zudessen Herstellung es früher diente. Das Schweinfurter Grün ist eine Verbindung vonessigsaurem Kupfer mit arsenigsaurem Kupfer, und seine Darstellung geschah ehemals so,daß man arsenige Säure in viel heißem Wasser durch langes Kochen, sie löst sich nämlichnur schwer, auflöste, und diese zu mit siedendem Wasser übergossenem Grünspan fließenließ. Es tritt eine Einwirkung ein, durch welche der Grünspan sich in die neue, so schönegrüne Farbe verwandelt, welche abfiltriert und getrocknet wird. Heute geht man bei Her-stellung der Farbe vom billig gewordenen Kupfervitriol aus. Diesen, der bekanntlichschwefelsaures Kupfer ist, löst man in heißem Wasser und setzt die berechnete Menge essig-saures Natron zu. Jetzt ist in der Flüssigkeit infolge der doppelten Umsetzung essigsauresKupfer vorhanden, und fügt man ihr die siedende Lösung von arseniger Säure zu, soscheidet sich nunmehr das Schweinfurter Grün aus.