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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Verkohlung des Holzes: Holzgeist . Holzteer. Das Aceton.

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kompliziertem Wege sodann das Guajacol, eine chemisch reine Substanz, abscheiden. Sieist nach der jetzigen Nomenklatur zu bezeichnen als Brenzkatechinmethylester. Man hatdem Guajacol bei innerlichem Gebrauche sehr günstige Wirkungen bei der Lungentuber-kulose nachgesagt und es wegen seines abscheulichen Geschmackes, und weil es den Appetitverdirbt, in Kapseln, Pillensorm u. s. w. zu verabreichen gesucht. In neuerer Zeit hatman es deshalb auch in ihm chemisch sehr nahestehende Verbindungen verwandelt, nament-lich es in Guajacolkarbonat übergeführt, welches geschmacklos ist und bei innerlichemGebrauch den Magen nicht angreift, im Körper aber wieder in seine Bestandteile zerfällt,so daß hier das Guajacol trotzdem zur Wirkung kommt.

Die ganze Kreosottherapie, d. h. also die Behandlung von Kranken mit Kreosot —bevor reines Guajacol leicht zu haben war, hatte man Kreosot verabreicht — steht aberauf ziemlich schwachen Füßen, da sie, obgleich sie schon eine Reihe von Jahren in An-wendung ist, immer nur sehr unsichere Resultate gibt.

Da das Kreosot stark antiseptische Eigenschaften hat, dient es auch zum Imprägnierenmancher Gegenstände an Stelle des rohen Holzteers, der hierfür eine bedeutende Ver-wendung findet, z. B. für Eisenbahnschwellen, Telegraphenstangen, sowie als Anstrich fürFlußschiffe u. s. w.

Bei der Menge von Holz, die jetzt destilliert wird, ist es nicht möglich, allen Teerauf die Art zu verwenden, und so wirder großenteils in den Fabriken alsFeuerungsmaterial verbraucht, nament-lich unter den Dampfkesseln verfeuert.

Die bequemste Form der Verfeuerungflüssiger Heizmittel ist, wie die Erfah-rung gelehrt hat, die, daß man sie auseinem Rohr ausfließen läßt, in dem einzweites liegt, durch das Dampf strömt.

Dieser zerstäubt sodann den ausfließen-den Teer, der in dieser Form entzündeteine ausgezeichnete rauchlose Flammegibt. Eine solche Feuerung bedarf fastkeiner Aufsicht, bietet überhaupt vieleVorteile, da sie keine Asche liefert n.s. w.,und werden wir sie bei der Verwertungder Petroleumrückstände abbilden.

Die Destillation des Holzteers zur Kreosotgewinnung gestaltet sich etwa folgender-maßen. Nachdem er möglichst vom Holzessig, also wässerigen Bestandteilen, befreit ist,geht bei weiterem Destillieren erst das leichte Teeröl über. Dann tritt eine Pause in derDestillation ein, und jetzt kommt ein dickflüssiges gelbes bis rötliches Öl, das auf Wassergegossen in ihm untersinkt, das schwere Teeröl, welches neben anderen Körpern das Kreosotenthält. Sind etwa 50 °/v Teer abdestilliert, so erstarrt die hinterbleibende Masse beimErkalten zu einem schwarzen Pech, dem Schusterpech. Im ganzen destilliert sich aberHolzteer recht schlecht, solange man nicht zur Anwendung der Vakuumdestillation schreitet(s. S. 320), oder zur Unterstützung des Destillierens überhitzten Wasserdampf in dieDestillierblase leitet, worüber jedoch Genaueres seitens der Fabrikanten bisher nicht bekanntgegeben worden ist.

Das Aceton. Wir erwähnten öfters das Aceton, welches sich bei der trockenenDestillation von Holz neben dem Holzgeist bildet. Seine Abscheidung aus diesem scheintnicht lohnend zu sein, sondern man stellt es lieber für sich gesondert aus essigsauren Salzendar, indem man diese trocken erhitzt. So zerfällt der essigsaure Kalk bei dieser Behandlungin Aceton und kohlensauren Kalk, nämlich:

47«. Gewinnung des Kretons.

0IU-000

08,-00 0 ^

Essigsaurer Kalk

Aceton

4- OaOOzKohlensaurer Kalk .

Buch der Erfind. VII.

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