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Die Phosphate als Düngemittel: Verarbeitung der Knochen.
preisen, um das Verfahren sehr lohnend zu gestalten, was wohl mit bedingt wurde durchdie Unmöglichkeit, das ehemals gut bezahlte Knochenschrot abzusetzen, indem, wie erwähnt,dieses Ausgangsmaterial für die Spodiumfabrikation nur noch verhältnismäßig wenig ge-braucht wird. Die entfetteten Knochen mußten daher ausschließlich, um als DüngemittelAbsatz zu finden, auf Mehl verarbeitet werden, und dieses konnte den Kampf mit derThomasschlacke, dem Thomasphosphatmehl (s. weiterhin) und dem Chilisalpeter als Stick-stoffträger wiederum nur schwer bestehen.
Der Leim enthält zwar 17 °/o Stickstoff, dieser stellte sich aber im Knochenmehl teurerals im Chilisalpeter, und so ist es vorteilhafter, ihn aus den Knochen als solchen heraus-zuziehen lzumal gegenwärtig s1897), wo geradezu eine Art Mangel an Leim sich geltendmacht), was schon vor Jahren die meisten Knochenmehlfabriken veranlaßte, zur Leim-gewinnung überzugehen.
Das so erhaltene entkeimte Knochenmehl ist aber nun als Düngemittel weit gering-wertiger, da es nur noch 1 —1U///g Stickstoff, wenn auch 28 —ZO^ Phosphorsäureenthält, es geht daher in die Superphosphatsabriken, welche es mit Schwefelsäure aus-schließen und so erst seinen Phosphatgehalt in Düngemittel verwandeln.
Das jetzt im Handel vorkommende sogenannte Normalknochenmehl mit 4 Stick-stoff und etwa 20 °/o Phosphorsäure ist selten reines Knochenmehl, sondern wird zumeistdurch Vermischen des entleimten Mehls mit an Stickstoff reichen Stoffen, wie Hornmehl,gepulverten Sehnen, Fleisch u. dergl. dargestellt.
Wir haben hier einmal wieder so recht ein Beispiel der fortschreitenden Ausnutzungeines Rohmaterials. Noch vor dreißig Jahren wurden die Knochen verbrannt, ihr Fettund ihr Leim dabei zerstört, nur um den Phosphor zu gewinnen, oder sie wurden aufBeinschwarz verarbeitet, und ihrem Fettgehalt wurde kaum Beachtung geschenkt. Immerkonnte der Bedarf an Knochen für diese beiden Fabrikationen nur ein beschränkter sein.Heute aber findet jedes Quantum Verwendung, indem man sein Fett und seinen Leimgewinnt und seinen Phosphorsäuregehalt, soweit er nicht für die Phosphorsabrikation ge-braucht wird, dem Landwirt als Düngemittel zur Verfügung stellt. So hat ein Menschen-alter hingereicht, um Praktische Methoden zur Gewinnung aller wertvollen Bestandteileder Knochen auszubilden. Wenn auch die Methoden an sich noch verbesserungsfähigsind, das, was die Knochen Brauchbares enthalten, wird aus ihnen nunmehr heraus-geholt, und in der Beziehung ist hier das Gebiet der Erfindungen wohl als abgeschlossenzu betrachten.
Zur Fabrikation von Düngemitteln dient also von den in Europa zur Verarbeitunggelangenden Knochen heute nur noch ihr Gehalt an phosphorsaurem Kalk. Zweitenskommt aber noch jene Knochenasche für diesen Zweck in Betracht, welche schiffsladungs-weise aus Südamerika importiert wird. Dort, wo eine so große Menge von Rindernzur Verwertung ihres Fleisches in Form von Fleischextrakt oder wohl gar fast nur derHäute wegen geschlachtet wird, dienen in vielen Fabriken die Knochen als Brennmaterial,welches dann diese Knochenasche hinterläßt.
In diesem Material sowohl, wie in den natürlich vorkommenden Phosphaten, istnun der phosphorsaure Kalk stets als in Wasser unlöslicher dreibasisch phosphorsaurerKalk vorhanden. Wir wissen wiederum bereits von der Phosphorfabrikation her, daß erdurch Schwefelsäure in einbasisch Phosphorsauren Kalk übergeführt werden kann. DieAusführung dieser Operation ist eine Aufgabe der Superphosphatfabriken, die den Land-wirten die Phosphorsäuredüngemittel liefern. Man nennt ihr Produkt Superphosphat,weil die Phosphorsäure in ihm höher steht, wertvoller ist als im Naturprodukt, das alsAusgangsmaterial dient.
Und welches ist der Grund hierfür? Nun, es ist folgender. Die für die Existenzder Pflanzen, wie wir wissen, unumgänglich notwendige Aufnahme von Phosphorsäureerfolgt durch die Wurzeln, welche sie oder Verbindungen von ihr aufsaugen. Diesemüssen dazu natürlich im gelösten Zustande im Boden vorhanden sein. Auch die in jedemAckerboden vorhandene Phosphorsäure findet sich nun fast ganz als unlöslicher dreibasischPhosphorsaurer Kalk, ihre Überführung in einbasischen, also wasserlöslichen, und damit
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