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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Die Phosphate als Düngemittel: Ausschließen der Phosphate. 517

Folgendes Schema gibt, ohne eigentliche chemische Formel zn sein, den Vorgangsehr gut wieder.

^ Kalk SchwefelsäurePhosporsäure ^ Kalk ^ Schwefelsäure ,

Kalk

Die Phosphorsäure hält im Rohmaterial (dem Phosphorit, den Knochen u. s. w.),drei Moleküle Kalk fest und bildet mit ihnen eine im Wasser unlösliche Verbindung.Jetzt bemächtigen sich zwei Moleküle Schwefelsäure zweier Moleküle Kalk, so daß sich diePhosphorsäure nunmehr mit einem Molekül Kalk begnügen muß, und diese neue Ver-bindung, der einbasisch phosphorsaure Kalk, ist wasserlöslich.

Bei der Phosphorfabrikation (s. S. 487) wird dann dieser einbasisch phosphorsaureKalk wirklich mit Wasser extrahiert, beim „Ausschließen" der Phosphate auf diesem Wegehat man das aber gar nicht nötig. Hier übergießt man das Rohphosphat mit starkerSchwefelsäure, und es bildet sich eine Masse bestehend aus aufgeschlossenem Phosphat,Gips und den Nebenbestandteilen des Rohphosphats. Die so erhaltene Masse führt dannden Namen Superphosphat.

An dieser Stelle müssen wir aber noch folgendes erwähnen. Wird zur Überführungdes Phosphats in Superphosphat eine ungenügende Menge Schwefelsäure verwendet,und die Fabrikanten wollten anfangs natürlich möglichst an ihr sparen, so entsteht alsMittelprodukt zwischen dem dreibasischen und einbasischen Kalksalz nach der Gleichung:

4- H 28 O. 26g,L?(ü 4-0L80t

Dreibasisch phosphorsaurer Kalk 4- Schwefelsäure — Zweibasisch phosphorsaurer Kalk -4 Gips

zweibasisch phosphorsaurer Kalk, teils direkt, teils indem die völlig aufgeschlossenenPartien beim Lagern auf die unaufgeschlossen gebliebenen wirken.

clalbl.kOj^ ^ 0gg(k0Z,2 -- 4 6aH?0,

Einbasisch phosphorsaurer 4- Dreibasisch phosphorsaurer Zweibasisch phosphorsaurer

Kalk (Supcrphosphat) Kalk Kalk.

Der zweibasisch phosphorsaure Kalk ist wasserunlöslich, bestimmt man also in einemderartig hergestellten Superphosphat vermittelst Analyse die Menge der wasserlöslichenPhosphorsäure gleich nach der Herstellung, so findet man sie höher als nach einiger Zeit.Man nennt das das „Zurückgehen" der Phosphorsäure, es ist für den Fabrikanten, daihm nur die wasserlösliche Phosphorsäure voll bezahlt wird, eine sehr unangenehmeEigenschaft des Superphosphals, und so hat sich im Laufe der Jahre die Praxis heran-gebildet, beim Ausschließen der Phosphate lieber einen kleinen Überschuß von Schwefel-säure anzuwenden. Dann wird allerdings ein geringer Teil des einbasisch phosphorsaureuKalks völlig zerlegt, es bilden sich natürlich aus ihm freie Phosphorsäure und Gips, aberdie Menge freier Phosphorsäure, um die es sich da handelt, ist so gering bemessen, daßsie unschädlich bleibt.

Die ganze Fabrikation war früher denn auch, als noch eine große Auswahl leichtaufschließbarer Phosphate, wie z. B. Knochenkohlen als Abfall der Zuckerfabriken, massen-haft zu haben waren, eine sehr einfache. Die gemahlenen Phosphate wurden in ge-mauerten Gruben mit Schwefelsäure gemischt. Man arbeitete einige Monate im Früh-jahr, einige Wochen im Herbst, solange augenblickliche Nachfrage nach Superphosphatenvorhanden war. Heute ist das nun ganz anders geworden. Maschinen aller Art sind indie Fabriken eingezogen, um der Materialien, die zur Verarbeitung kommen, Herr zu werden.Dem ungeheuren Bedarf kann nur noch durch Ausschließen mineralischer Phosphate,also der Phosphorite genügt werden, Knochenkohle und Knochenasche repräsentierenneben ihnen nur noch unbedeutende Mengen.

Die mineralischen Phosphate ^Phosphorite). Sie sind entweder wirklicheGesteine, die dann den mineralogischen Namen Apatit führen, oder Überreste frühererErdperioden und haben schon einmal vor undenklichen Zeiten zum Pflanzeuwuchs mitbeigetragen. In dieser Form hat die damalige Tierwelt jene Phosphorsäure mit ihrer