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Die Phosphate als Düngemittel: Mineralische Phosphate.
Festlande, bald im Sande der Flüsse, z. B. des Peaceflusses und des Alafiaflusses. DieGewinnung von Phosphat aus diesen ist sehr einsach, und so stellt sich das Produkt sehrbillig. Zu dem Zwecke pumpt man mit den Zentrifugalpumpen der Baggermaschinenden Boden des Flusses auf Siebe. Durch die Löcher derselben läuft der Sand mit demWasser ab, während das Phosphat in Körnern auf ihnen liegen bleibt. Es brauchthernach nur getrocknet zu werden, um Handelsware zu sein. Die Ausbeute wechselt sehrje nach der Reichhaltigkeit des Flußsandes, manchen Tag liefert ein Bagger 100 t Phos-phat und den nächsten kaum 20. Es besteht aus kleinen runden Knollen bis zur Größeeiner Walnuß, von blauschwarzem Aussehen, und zeigt die gleiche chemische Zusammen-setzung wie die Phosphatknollen, welche sich in der Gegend dieser Flüsse massenhaft imBoden finden und zumeist im Tagbau gewonnen werden, indem man sie so gut wiemöglich von den sie einhüllenden Beimengungen trennt.
Die Ausbeutung der ungeheuren Phosphatvorräte, die sich in Südcarolina finden,geschieht ganz in der gleichen Weise. Sie werden dort in der Nähe der Stadt Charlestonin vier bis fünf Abbaugebieten aus-gebeutet. Auch hier werden sie teils ausdem Flusse heraufgepumpt, teils auf demFestlande gewonnen. Die Landphos-phate liegen im Mittel 3—4 ra unterder Oberfläche. Im Vergleich zu denFloridaphosphaten, die vornehmlich nachDeutschland verschifft werden, sind siereicher an Eisenoxyd und Thonerde undwerden deshalb meist in Amerika ver-arbeitet, wo man keine so großen An-sprüche an dieReinheit des Rohmaterialswie bei uns stellt. Die Phosphatgewin-nung bei Charlesion ist rasch sehr großgeworden. Im Jahre 1867 betrug sie6 i, 1890 586 758 1 und 1892550 000 t. Im Jahre 1894 hattendie Phosphate an Ort und Stelle einenPreis von 21—33 Mark die Tonne,während deren Gewinnungskosten etwa17 Mark waren. Im Jahre 1897hatten sie infolge der Konkurrenz vonFlorida, Tennessee und Algier abernur einen Verkaufspreis von 9 Mark etwa, weshalb auch nur eine Grube im Betriebewar. In der Gegend sind ungefähr 600 güw abbauwürdiges Phosphatland vorhanden,und hier mögen gegen 50 000 000 k von ihm lagern. Über die riesigen Vorräte Floridas liegen keine zuverlässigen Gesamtschätzungen vor, kurzum, man sieht schon diese zweiFundstellen werden so bald einen Mangel an Phosphat für die Landwirtschaft nicht auf-kommen lassen. Die besten aus Florida nach Deutschland importierten Phosphorite habeneinen Durchschnittsgehalt an 75 —82°/o phosphorsaurem Kalk. Sie stellen sich in Europa so billig, daß der Betrieb eines ganzen Teiles der Werke an der Somme schon wiedereingestellt worden ist.
Und immer neue Fundstätten tauchen auf. So werden jetzt Phosphatminen zuTebessa in Algier , Departement Constantine, wo sie in einer ganz unwirtlichen Gegendliegen, von drei großen Gesellschaften ausgebeutet, von denen die Crokston-Mine diebei weitem am besten eingerichtete ist, die auch der großen Schwierigkeiten, die die Aus-beutung hier anfangs bot, völlig Herr geworden sein soll. Der Gehalt dieser Phosphatewird auf durchschnittlich 55—65°/o an phosphorsaurem Kalk angegeben, und auch denbeiden amerikanischen großen Fundstätten ist in dem nördlich von Florida gelegenenTennessee ein neuer Konkurrent erstanden mit einem Phosphat von etwa 70°/o Gehalt.
480. Ktemürechcr für Phosphorite.