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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Die künstlichen Düngemittel.

Die letzteren haben neben dem hochprozentigen Floridaphosphat wenigstens inDeutschland einen schweren Stand. Je reicher an phosphorsaurem Kalk das Roh-material ist, um so reicher an löslicher Phosphorsäure fällt natürlich das Superphosphataus, und da unsere Landwirte noch an sehr reiche Superphosphate gewöhnt sind, könnenihnen diese nur aus Floridaphosphat hergestellt geliefert werden.

Wie man sieht, sind, was Phosphatvorkommen anbetrifft, die Kulturländer undhalbwegs kultivierten Länder noch lange nicht abgesucht, da kann es jeden Tag Über-raschungen geben, von wenig bekannten Ländern ganz zu schweigen.

Die Überführung der Rohphosphate in die Superphosphate gestaltet sichnun folgendermaßen:

Wir geben die Einrichtungen einer solchen Fabrik, wie sie die Maschinenfabrik vonBrinck und Hübner in Mannheim jetzt einrichtet, wieder, welche uns in liebenswürdigsterWeise die speziellen Mitteilungen und Abbildungen ihrer Maschinen zur Verfügung ge-stellt hat.

Die zur Fabrikation bestimm-ten Knochen oder die Knochenascheund das Phosphat müssen, um derAusschließung zugängig zu werde»,so fein als möglich gemahlen wer-den, dies gilt namentlich vom Phos-phat. Bei letzterem besonders um-hüllt sonst der sich bildende Gipsdie kleinen Partikelchen, und hin-dert das Eindringen der Schwefel-säure ins Innere derselben unddamit ihr Ausschließen.

Man hat für diesen Zweckder Zerkleinerung eine große An-zahl von Maschinen konstruiert,von denen wir hier einen Stein-brecher und einen Kollergang ab-bilden. Das in den Steinbrechergeworfene Rohphosphat wird hierzwischen aus Hartguß bestehendenBrechbacken zerkleinert. Der Spalt,durch welchen das zerbrochene Gut durchsallen muß, wird meist auf 5 nana eingestellt,während der Einwurf etwa 300 mm weit ist. Zu seinem Antrieb bedarf ein solcherApparat etwa 3—4 Pferdekräfte, und mit diesen verarbeitet er stündlich bis 3000Rohmaterial.

Sehr hartes Material hat man auch häufig auf Kollergängen zermahlen. Wirsehen hier einen solchen für diese Fabrikation besonders geeigneten mit seinem Antriebvon oben. Die Läufer sind so weit in der Achse beweglich gelagert, daß selbst das Fort-laufen über größere Stücke ohne Schaden ermöglicht ist. Außerdem finden auch Kugel-mühlen viel Verwendung. Wir geben die Abbildung einer solchen, wie sie in derallerneuesten Zeit patentiert worden ist. Bei dieser Kugelmühle besteht der Mühlen-körper aus zwei schalenförmigen Teilen a und b, von denen jeder auf einer WagerechtenAchse bezw. sitzt. Die Achsen und b* tragen je eine Fest- und eine Losscheibeund sind in Ständern gelagert, die vorteilhaft auf einer gemeinschaftlichen Grundplatteangeordnet sind. Die schalenförmigen Teile a und b berühren sich mit ihren Rändernnicht, sondern lassen einen Zwischenraum ä zwischen sich, dessen Breite durch Vor- oderZurückschieben des einen Schalenteiles a mittels der Schraube ck verändert werden kann,je nachdem das Mahlgut die Mühle mit größerer oder geringerer Feinheit verlassen soll.

In dem von den beiden Schalen a und b eingeschlossenen Raume befinden sich dieKugeln, denen das Mahlgut seitlich durch den Trichter § und Öffnungen in der Schale b

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