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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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546 Chemische Industrie: Verwertung der Fette und Öle.

in Ätzkali überging. Schon das allein mag manchem Seifensieder bis in dieses Jahr-hundert hinein, falls ihm schlechte, d. h. an kohlensaurem Kali arme Pottasche geliefertwurde, manch mühevollen Tag bereitet haben, wenn er keine genügend starke Lauge ausihr erhalten konnte. Nachdem die erste Lauge von dem unlöslichen kohlensauren Kalk

abgelaufen war, goß man nochzweimal Wasser auf diesen, umihn auszuwaschen. Die erste,stärkste Lauge hieß — und derName mag sich noch in manchenFabriken erhalten haben — dieFeuer- oder Meisterlauge, diezweite Lauge hieß die Abrichte-lauge, und die dritte wurde anStelle von Wasser bei der Her-stellung neuer Lauge verwendet.Schon der Name der ersten Laugedeutet auf den geheimnisvollenRespekt hin, den man vor ihr hatte.

Da die Sodafabrikation,welche das Ätznatron liefert, erstseit 70 Jahren etwa (s. S. 362)existiert, mußte alle Seife ehemalsmit Ätzkali hergestellt werden.Nun wissen wir, daß KaliseifenS»1. NaUllyNndrischrr SirdrkrM. nie erhärten, sondern Schmier-

seifen sind. Dieselben lassen sichaber durch Aussalzen in feste Seifen verwandeln. Setzt man zur Kaliseife, also fettsauremKali, Kochsalz, so bildet sich nach der Gleichung:

Fettsaures Kali -i- Chlornatrium — Fettsaures Natron -l- ChlorkaliumSchmierseife -i- Kochsalz — « Harte Seife -!- Chlorkalium

durch dieses „Aussalzen" aus der Schmierseife harteSeife. Wir können das auf Grundlage unserer chemi-schen Kenntnisse jetzt leicht verstehen. Was mögensich aber denkende Seifenfabrikanten vor dem Erscheinender Arbeiten von Chevreul über den Grund der er-härtenden Kraft des Kochsalzes auf Schmierseifen denKopf zerbrochen haben.

Das Behandeln der Fette und Harze mit derLauge findet in schmiedeeisernen Kesseln statt, derenInhalt bis zu 20000 I ansteigt, wenn auch meist10000 l nicht überschritten werden. Wir geben hierdie Abbildung eines solchen, wie ihn Wilh. Rivoir inOffenbach liefert, wieder. Wir sehen einen großen Teildes Kessels aus der Feuerung Herausragen, und dieserTeil dient dazu, das Übersteigen des während desKochens stark schäumenden Inhalts unmöglich zumachen. In manchen Fabriken kocht man mit Dampfstatt mit direktem Feuer. Und zwar kann man denDampf entweder in die zu verarbeitende Mischungeinströmen lassen oder auch diese durch eine in ihr liegende Dampfschlange erhitzen, umdie Verdünnung des Sudes durch Wasserdampf zu vermeiden. Die Herstellung mancherSeifen, namentlich solcher, bei denen Harz mit zur Verwendung gelangt, erfordert einsehr inniges Mischen der Materialien, und zu dem Zwecke dienen mit besonderen Rühr-vorrichtungen versehene Mischkessel.

S02. Mischkrffct mit Nührvorrichtuiis.(Wilhelm Rivoir in Offenbach .)