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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Das Holz und seine Verarbeitung.

schwarzen Kontinents ist Holz der am reichlichsten vorhandene nnd am leichtesten zubeschaffende Rohstoff. Ein weiteres Moment für die ausgedehnte Verwendung des Holzesliegt in den vorzüglichen Eigenschaften dieses Materials, wie sie bei keinem anderenRohstoffe in einem für technische Zwecke gleich vollkommenen Grade vereinigt anzutreffensind; dem Holze fehlen allerdings zwei für die Benutzung der Metalle wichtige Eigen-schaften, die Schmelzbarkeit und Streckbarkcit, dafür besitzt es in hohem Grade die Eigen-schaften der Spaltbarkeit und Schneidbarkeit im Verein mit Zähigkeit, Festigkeit,Elastizität, Leichtigkeit, geringer WärmeleitnngSfähigkeit, Dauerhaftigkeit und leichterBearbeitbarkeit. Weiter kommt noch in Betracht, daß das Holz von der Natur alsfertiges Material für die Herstellung von Gebrauchsgegenständen geliefert wird, somitfast ausnahmslos ohne jede Vorbereitung benutzt werden kann, während die meistenMetalle erst durch umständliche und kostspielige chemische Prozesse aus den Erzen ge-wonnen werden müssen, bevor sie zur weiteren Verarbeitung geeignet sind. Endlich istfür die bevorzugte Stellung des Holzes im Gewerbeleben noch dessen Billigkeit, sowieder Umstand maßgebend, daß die aufgebrauchten Vorräte durch die schaffende Naturwieder ersetzt werden, was bekanntlich bei den Metallen nicht der Fall ist.

Bei mehreren Verwendungsarten ist das Holz durch andere Rohstoffe, insbesonderedurch die Metalle, die Mineralkohle, Kautschuk u.s. w. verdrängt worden, so daß manchesGebiet gänzlich oder zum großen Teile verloren gegangen ist; doch ist ein Abnehmendes Umfanges der Holzbearbeitung durchaus nicht eingetreten, im Gegenteile weit ehereine sehr starke Zunahme dieses Industriezweiges zu verzeichnen, weil einmal unsereBedürfnisse sich vervielfältigen nnd weil fortwährend neue Benutzungsarten auftauchen,welche auf das Holz als Rohstoff angewiesen sind.

In früheren Zeiten, wo die Bevölkerung der Erde noch dünner war nnd mächtigeUrwälder die Oberfläche des Erdballs bedeckten, überstieg der jährliche Zuwachs weit dasBedürfnis der Menschen; infolge der zunehmenden Vermehrung des Menschengeschlechteswurden, oft mit unvernünftiger Planlosigkeit, die Urwälder gefällt und an deren StelleWohnstätten und Äcker gesetzt, der schaffenden Natur somit die Möglichkeit benommen,den Verbrauch zu ersetzen. Die Folgen dieser schonungslosen Ausbeutung waren Hvlznvt,Verkarstung ganzer Landstriche, Wasscrverheerungen und Verschlechterung der klimatischenVerhältnisse. Durch strenge Forstgesetze suchen die meisten europäischen Staaten diesenÜbelständen zu begegnen, mit großen Kosten werden die Sünden früherer Zeiten wett-gemacht und Sorge für die Wiederbewaldnng getragen. Es sind diese Bestrebungen fürunser wirtschaftliches Leben um so notwendiger, weil wir schon derzeit aus fremdenErdteilen viele Hölzer beziehen müssen und mit der fortschreitenden Ausrottung deraußereuropäischen Urwälder allmählich auch diese reiche Quelle versiegen dürfte.

Anhangsweise sei hier noch erwähnt, daß die Holzgewächse ihre Hauptnahrung, dieKohlensäure, aus der Luft beziehen nnd dafür den zum Atmen notwendigen Sauerstoffausscheiden; zum Gedeihen benötigen sie außerdem noch Licht, Wärme nnd Feuchtigkeit.Den wesentlichsten Faktor für das Wachstum bildet die Wärme; wir finden daher auchin den Tropen nicht nur das üppigste Wachstum, sondern auch die größte Zahl vonBaum- und Straucharten, Bäume von gewaltigen Dimensionen, deren Holz sich durchprächtige Färbung und Textur, durch Schwere, Härte, Festigkeit und großes Gewichtauszeichnet. Je größer die Entfernung vom Äquator, desto geringer wird die Zahl derArten, desto stumpfer die Färbung, desto mäßiger gestalten sich die Dimensionen; dasNadelholz, das in der heißen Zone nur spärlich vorhanden ist, tritt mehr und mehr inden Vordergrund, bis es in den höheren Breiten zur alleinherrschenden Holzart wird;an der Grenze des ewigen Schnees finden sich nur noch wenige Strauchgattnngen, Moosennd Flechten. Dieselben Erscheinungen trifft man beim Aufsteigen von der Thalsohlegegen die Bergspitzen; im Thale kräftiges Wachstum, zahlreiche Arten, das Lanbholzüberwiegt; geht man hoher, so beginnt das Nadelholz in den Vordergrund zu treten,die Dimensionen nnd die Zahl der Arten nehmen ab, bis in der Nähe der Baumgrenzesich nur noch wenige Gattungen Nadelhölzer (Zirbel, Lärche, Krnmmholzkieser) mitgeringem Zuwachs und in verkrüppeltem Zustande vorfinden.