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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Einleitung. Bau des Holzes.

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Ban und chemische Bestandteile des Holzes.

Bau des Holzes. Jedes Holzgewächs besteht aus den Wurzeln, dem Stammeund der Baumkrone; die wichtigste Partie in technischer Beziehung ist der Stamm. DieHauptmasse desselben bildet das Holz.

Durchschneiden wir einen Holzstamm quer zu seiner Achse (Hirnschnitt, Hirnholz) undbetrachten die Schnittfläche mit unbewaffnctem Auge, so bemerken wir als äußerste Hülledie Rinde, innerhalb derselben den Bast, dann eine weiche holzartige Masse, denSplint, welcher wie ein Reifen das eigentliche Holz, den inneren Teil des Stammes,umschließt; im Mittelpunkte des Stammes findet sich die Markröhre. Vom Umfangegegen die Mitte des Stammes nimmt das Holz an Härte und Festigkeit, Schwere undDichte, sowie an Intensität der Farbe zu Kernholz). In jedem Jahre wird auf derinnersten Fläche des Bastes aus dem sogenannten Bildungsgewebe (Cambinm) eine Schichtneuen Holzes erzeugt, welches Splint bildet, während die älteren Splintschichten all-mählich verholzen. Dieser Zuwachs an Holz erfolgt bei uns jedoch nicht gleichmäßigdas ganze Jahr hindurch, sondern nur während der wärmeren Jahreszeit, wogegen dasWachstum im Winter ganz ruht; hierdurch entstehen aus dem Holzquerschnitte sichtbare,ringförmige, oft scharf abgegrenzte Lagen (Jahresringe). Jede solche ringförmige Schichtstellt den Zuwachs an Holz innerhalb eines Jahres dar, so daß das Alter unserer Bäumenach der Zahl der vorhandenen Jahresringe bestimmt werden kann. Auf der Längs-schnittfläche des Holzes bilden die Jahresringe Streifen. Je nach den Wachstnms-bedingungen (guter Boden, günstige Witterung, entsprechende Höhenlage u. s. w.) werdendiese Jahresringe bald breiter, bald schmäler ausfallen, sodaß manchmal Bäume im Altervon 50 Jahren einen Durchmesser von 40 und mehr Zentimetern ausweisen, währendandere gleicher Gattung, unter sehr ungünstigen Verhältnissen erwachsene, bei einem Altervon 200 Jahren kaum die Hälfte der obigen Dimensionen erreichen. An jedem Jahres-ringe können nur zwei Partien unterscheiden, einmal die im Frühjahre und Sommer ge-bildete Schichte (Sommerhvlz), dann die im Herbste entstandene Holzmasse (Herbstholz);letztere unterscheidet sich vom Sommerholz gewöhnlich durch dunklere Färbung und größere,oft 3—4mal so große Härte, als beim ersteren. Der Holzarbeiter nennt das Herbstholzdie „harten" Jahresringe, weil die Bearbeitung dieser Zone mit schneidenden Werk-zeugen weit schwieriger ist, als der Sommerholzzvne.

Außer den oben erwähnten Merkmalen bemerken wir aus dem Holzquerschnitte noch eineAnzahl von schmalen Bändern, die vom Marke ausgehend, sich in gerader (radialer) Richtungbis znr Rinde ziehen, und vom umgebenden Holze durch abweichende Färbung unterschiedensind; man nennt dieselben Markstrahlen oder Spiegelsasern. Letztere Bezeichnung führensie deshalb, weil sie im Spiegel- oder Radialschnitte des Holzes (Schnitt durch die Achsedes Stammes in der Richtung eines Halbmessers) als breite glänzende (spiegelnde) Plättchenerscheinen, die dem Holze öfters ein sehr ansprechendes Aussehen verleihen. Im Sehnen-schnitte (Schnitt parallel znr Achse des Stammes, jedoch nicht durch die Stammmittegehend) zeigen die Markstrahlcn die Gestalt linsenförmiger Körperchen.

Auf dem Querschnitte von Laubhölzern sieht man endlich noch zahlreiche, meist kreis-förmige Öffnungen, Mündungen von Röhrchen, welche das Holz parallel zur Stammachsedurchziehen und die den Namen Poren führen. Diese Poren finden wir entweder gleich-mäßig über den ganzen Jahrring zerstreut (zcrstreutporige L..nbhölzer) oder vorwiegendnur im Sommerholze (ringporige Laubhölzer, z. B. Eiche). Nach der Größe der Porenunterscheidet man grobporige, mittelporige und feinporige Hölzer.

Schon aus dem Vorhergesagten geht hervor, daß das Holz durchaus kein gleich-förmig organisierter Körper ist und daß dasselbe aus verschiedenartigen Bauelementenbesteht; schleift man sehr dünne Holzplättchen bis zum Tnrchschcinendwerden ab und legtsie unter das Mikroskop, so zeigt sich erst recht der wundervolle Bau des Holzes, einorächtiges Netzwerk von besonderer Zartheit und Feinheit präsentiert sich dem erstauntenAuge <Abb. 1 u. 2). Wie erwähnt, ist das Holz durchaus keine gleichartige (homogene)Masse, sondern bildet nur das Gerüste des Pflanzenleibcs, um welches die andern Teile,