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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Bau und Chemie des Holzes. Technische Eigenschaften.

arbeitung erklärt. In mancheü Fällen hängt jedoch die Härte auch von der Substanzder Zellwand ab. Derbwandige Zellen von kleinerem Turchmesser bedingen eine Ver-dunkelung der Farbe.

Chemie des Holzes. Unter den chemischen Bestandteilen des Holzkörpers stehtdas Wasser obenan. Dasselbe ist im frischgefällten (grünen) Holze in den Zeiträumenund Zellwänden in erheblicher MLnge enthalten; ungefähr die Hälfte, manchmal sogarmehr des Gesamtgewichtes fällt aus das im Holze enthaltene Wasser. Harte Lanbhölzerenthalten durchschnittlich 42°/o, weiche Lanbhölzer 52°/o, Nadelhölzer 57°/o Wasser.

Durch längeres Liegen des von der Rinde entblößten Holzes an der Luft verflüchtigtsich eine beträchtliche Menge dieses Wassers, das Holz wird dadurch bedeutend leichterund führt dann die Bezeichnung lufttrockenes Holz; aber selbst bei vollkommener Aus-trocknung auf diesem Wege enthalten lufttrockene Lanbhölzer noch immer 8°/o, Nadelhölzeraber 10°/o Wasser. Nur aus künstlichem Wege, durch Dörren, kann dem Holze auchdieses Wasser entzogen werden.

Das feste Holzskelett, also das eigentlich reine Holz, besteht hauptsächlich aus zweiverschiedenen Stoffen, der Cellulose und dem Lignin, die nahezu zu gleichen Teilen(in weichen Hölzern herrscht die Cellulvse bor ) vorkommen.

Dann enthält das Holz noch organische Stoffe. Dieselben sind ursprünglich imZcllsaste enthalten, werden aber nach dem Tvde des Stammes teils von den Zellwändenaufgesaugt, teils in den Zeiträumen als körnige und kristallinische Massen abgelagert.Diese Stoffe machen ungefähr 4— 50/0 des Gesamtholzgewichtes aus. Hierher gehören:Eiweißartige Stoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle und Harze, Stärke, Zucker, Gummi,organische Säuren, Farbstoffe u. s. w. Manche derselben sind wichtig für die gewerblicheVerwendung (Harzgewinnung, Gerberei, Farbholzöxtrakte).

Und schließlich kommen unorganische Stoffe im Holzkörper vor; diese betragenmeist 1°/g höchstens 3,s °/g des Gesamtgewichtes und bleiben bei der Verbrennung alsunverbrennlicher Rückstand zurück (Aschenbestandteile).

Die technischen Eigenschaften des Holzes.

Die Kenntnis der Gewerbs- oder technischen Eigenschaften des Holzes ist von be-sonderer Wichtigkeit; durch dieselben wird ja die Verwendungsart bestimmt. MancheHölzer verdanken ihren gewerblichen Wert vorwiegend oder ausschließlich ihrer großenTragfähigkeit oder ihrer Biegsamkeit, ihrer Schwere, dem geringen Wärmeleitungs-vermögen, ihrer Spaltigkeit, dem Gerüche u. s. w., viele darunter aber auch nur ihrerprächtigen Färbung und Zeichnung.

Aus alten Schriften wissen wir, daß man schon frühzeitig eine gute Auswahl unterden verschiedenen, znr Bearbeitung tauglichen Hölzern zu treffen wußte und die edlerenSorten, Ivie Eben-, Cypressen-, Zedern-, Ölbaum-, Rosen- und Sandelholz sowohl fürTempelbauten, als auch zu Bildschnitzereien bevorzugte. In Babylon, Ekbatana, Jerusalem verwendete man in den Tempeln schon Zedern-, Cypressen- und Olivenholz . Der römischeSchriftsteller Plinius (liber XVI) führt als hervorragendes Beispiel für die Verwendungsolch edler Holzarten den Tempel der Diana zu Ephesus auf, an welchem ganz Vorder-asien baute und ihn doch erst in einem Zeitraum von 400 Jahren vollendete. Das Dachbestand aus Zedernholz, die Thüren dagegen waren von Cypressenholz gefertigt, dasvier Jahre vorher in zähen Leim eingelegt worden war, um ihm die möglichste Dauer-haftigkeit zu geben. Diese Thüren hielten sich aber auch 400 Jahre lang, d. h. bis derBrand das herrliche Banwerk zerstörte; in andern Fällen ist solches Holz mehrere1000 Jahre lang vollständig unversehrt geblieben. Auch über die natürliche Be-schaffenheit der Hölzer und ihren relativen Wert für bauliche und künstlerische Werkefinden sich — freilich mitunter etwas sonderbar lautende — Bemerkungen bei Plinius ,Vitruv und anderen Schriftstellern älterer Zeit. Welch hohen Wert man im Altertum denedlen Holzarten beimaß, dafür kann die Thatsache als Beweis dienen, daß der PerserfürstTarins als Tribut von den Äthiopiern sich unter andern kostbaren Naturproduktenihres reichen Landes auch Ebenholz ansbedungen hat.