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Das Holz und seine Verarbeitung.
in kürzester Frist stumpf werden würden. Entweder wird das Holz in die Jmprägniernngs-flüssigkeit bloß eingelegt (Salzwasser, Meerwasser, Kalkwasser u. s. w.), wodurch jedoch nureine Dnrchtränkung der Oberflächen erzielt wird und das Innere intakt bleibt, oder es wirddie Flüssigkeit (Eisenvitriol-, Kupfervitriol-, Chlorzinklösung, Teeröl n. a.) unter hohemDrucke eingepreßt. In manchen Fällen erfolgt vorher noch eine Dämpfung des ineisernen Kesseln befindlichen, mit Wagen eingefahrenen Holzes, sodann vor der eigent-lichen Imprägnierung das Lnstleerpnmpcn des Kessels. Beim Tränken mit Teerölgenügt ein vorheriges, starkes Erwärmen des Holzes.
Das Tränken mit giftigen Stoffen (Quecksilberchlorid) hat man als gesundheits-schädlich aufgegeben. Die Eisenbahnen besitzen fahrbare Jmprägniernngsanstalten.
Gegen den Hausschwamm hilft das Bestreichen des Holzes mit Petroleum, mit starkerKupfervitriol-und Eisenvitriollösung, vor allem aber Trockenlegung der infizierten Räume;gegen Wurmfraß schützen die obigen Mittel, dann das Ausspritzen der Löcher mit Benzin.
Die Verarbeitung des Holzes auf mechanischem Wege.
Nicht erst vom Werkzeug wird Naturtrieb angehaucht.Naturtrieb bringt hervor das Werkzeug, das er braucht,
Der Geist gebraucht nickt, weil sie brauchbar ist die Hand,Die erst die Brauchbarkell, weil er sie brauchte, fand.
Riickert.
Wenn wir aus einem Stücke Holz auf der Drehbank eine Kugel herstellen, so hat sichdamit bloß die Form des Holzstückes geändert, das Material selbst ist durch die Bearbeitungganz unverändert geblieben; verbrennen wir dagegen Holz unter teilweisem Luftabschlüsse,so bildet sich Holzkohle, ein Material, welches ganz andere Eigenschaften besitzt, als dasHolz, aus dem es entstanden ist. Ist bei der Bearbeitung eines Rohmateriales zu einemGebranchsgegenstande bloß die Veränderung der Form (Gestalt) das hauptsächlichste Ziel,so sprechen wir von einer Verarbeitung auf mechanischem Wege, wird dagegen dieSubstanz selbst geändert, von einer solchen auf chemischem Wege.
Die mechanische Bearbeitung des Holzes beschränkt sich auf wenige, bestimmt von-einander verschiedene Vorgänge, nämlich auf das Spalten, das Schneiden, das Biegenund das Pressen; hierzu bedienen wir uns zahlreicher und vielgestaltiger Werkzeuge,welche mit der Hand bewegt werden, oder der Hilfe von sogenannten Werkzeugmaschinen,die entweder für Hand- oder Fußbetrieb (selten) eingerichtet sind, oder mit Motoren(Wasser-, Dampf-,Petroleum-, Heißluft-, Druckluft- uud Elektromotoren) angetrieben werden.
Man kann annehmen, daß die wichtigsten Repräsentanten unserer einfachen Werk-zeuge schon im Altertum in Verwendung waren und mit den von den Ägyptern, Griechen,Römern, Chinesen und Japanern in grauer Vorzeit erfundenen übereinstimmten. DieErfindung aller Werkzeuge ist durch Nachbildung von Körpern, welche die Natur ohne Zu-thun des Menschen erzeugt hat, eingeleitet worden. Als Vorbild für die Säge, die nachder Mythe Dädalus oder dessen Neffe Talus erfunden haben soll, dürfte ein gezahnterFischkiefer oder ein Schlangcngcrippe gedient haben. Thatsache ist, daß viele Hand-arbeitswerkzeuge schon unter den Ägyptern einen höheren Grad von Ausbildung erfahrenhaben; auf Skulpturrestcn in Theben findet man eine Säge dargestellt. Aus den hiero-glyphischen Darstellungen an Mumiensärgcn können wir auf eine bedeutende, wenn aucheinseitige Kunstfertigkeit dieses Volkes in der Holzschnitzerei schließen. Der Spitz-, Rund-und Flachmcißel werden als ägyptische Erfindung bezeichnet. Axt und Beil sind wahr-scheinlich früher bekannt gewesen als Säge, Bohrer, Winkel und Setzwage. Die weitereEntwickelung der Werkzeuge bestand dann nur in der Schaffung verschiedener, speziellenVerwendungen angepaßter Variationen; eine ziemliche Ausbildung hat der Werkzeugbau,unterstützt durch die Erfahrungen auf dem Gebiete derMechanihim 19.Jahrhunderte erfahren.
Was die Holzbearbeitungsmaschinen anbelangt, so dürfte die Drehbank zweifellos dieälteste hierher gehörige Vorrichtung sein; deren Erfindung wird den Chinesen zu-geschrieben, doch soll sie urindischer Herkunft sein. Das Drechseln wurde frühzeitig eineLieblingsbeschäftigung vieler. Der wichtigste Behelf für die Holzbearbeitung, die Säge-