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Vorbereitung des Holzes zur Verarbeitung.
Weil die natürliche Trocknung, selbst unter den günstigsten Verhältnissen, sehrlange Zeit in Anspruch nimmt, hat man znr Trocknung auf künstlichem Wegemittels Trockenkammern gegriffen. Für kleine Betriebe schichtet man das Holz in einergemauerten Kammer auf und läßt es dort durch künstlich trocken gemachte (erwärmte) Luftbespülen; größere Betriebe benutzen kanalartige Trockenräume (s. Bd. I, S. 707), welchedas Holz auf Wagen durchschreitet, während die Trocknungsluft den entgegengesetzten Wegmacht iGegcnstrom). Manchmal wird zum raschen Aufsaugen der verdunsteten Feuchtigkeitdie Luftpumpe mit in Anwendung gebracht. In neuerer Zeit wird Holz mit überhitztemWasserdampf behandelt (120° R.).
Alle diese Methoden bezwecken nur, das überflüssige Wasser stasch aus dem Holzezu bringen; dieser Zweck wird zwar erreicht, jedoch bleiben die Saftstoffe, welche infolgeihrer leichten Aufnahme bezw. Abgabe von Wasser das fortwährende Schwinden undQuellen verursachen, davon unberührt, so daß die Präparation keine vollständige ist. Umauch die Saftbestandteile des Holzkörpcrs wegzuschaffen, wendet man häufig das Aus-laugen im kalten Wasser an; die Holzstücke werden mit dem Wnrzelende gegendie Wasserrichtung in fließendes Wasser gelegt. Das Wasser durchströmt das Holz undnimmt einen großen Teil der Saftstoffe mit (Dauer vier Wochen bis zwei Jahre, je nachder Dimension der Stücke). Die Japaner, deren prächtige Holzarbeiten unsere Bewunderungerregen, wenden dieses Mittel im großen schon seit langer Zeit an; das Holz wird inLagunen (Mischung von Meer- und Süßwasser) ausgelaugt und nimmt dadurch jene aus-gezeichneten Eigenschaften an, ohne welche die nngemein präzisen und außerordentlichhaltbaren Arbeiten dieses Volkes gar nicht möglich wären. Die Holzteiche stehen unterstaatlicher Aufsicht und Verwaltung. Weit günstiger und ökonomischer ist das Auslaugenmit kochendem Wasser oder durch Wasserdampf, beziehungsweise mit dem ausdiesem niedergeschlagenen Wasser. Das Dämpfen geschieht in hölzernen Kästen oder ineisernen Kesseln, in welch' letztere das Holz mittels Wagen eingeführt wird. Dauer desProzesses 6 — 60 Stunden. Es finden sich schon jetzt Etablissements, welche sich aus-schließlich mit dem Dämpfen des Holzes befassen und derartig präpariertes Material imgroßen in den Handel bringen. Gedämpftes Holz ist dunkler gefärbt, hell klingend, trocknetsehr rasch aus, ist 5—10°/g leichter als bloß lustgetrockuetes Holz, zeigt sich härter, zieht infeuchter Lust oder im Wasser bedeutend weniger Feuchtigkeit an, quillt in viel geringeremMaße, unterliegt daher dem Schwinden und Werfen nur wenig. Warm und naß aus demDampfkasten genommen, läßt es sich leicht biegen und behält die ihm gegebene Gestaltnach dem Trocknen bei. Manchmal wird mit dem Tampfauslangen auch das Auspressender Sastbestandteile (Keile, Schiffsnägel) verbunden.
Weitere Mittel zur Vermeidung der üblen Folgen des Quellens und Schwindensbestehen in dem Tränken oder Überziehen des Holzes mit Stoffen, welche das Ein-dringen der Feuchtigkeit in dasselbe hindern; hierher gehören: Das Tränken mit heißemLeinöl, das Einreiben mit Leinölfirnis), das Bestrcicheu mit Ölfarben, mit Teer, Wasser-glas, Politur, Wachs u. s. w. Der Anstrich darf nur auf trockenes Holz kommen, weil sonstleicht Fäulnis eintritt. Endlich stehen dem Holzarbeiter noch zahlreiche, konstruktiveMittel zur Verfügung, darunter die Zusammenfügung aus möglichst kleinen Teilen, zweck-mäßige Wahl der Faserrichtung, eine Art der Zusammenfügung, welche das Quellen undSchwinden gestattet, das Werfen aber nicht u. a.
Unter den Mitteln, welche znr Erhöhung der Dauer dienen, befinden sich: Möglichstvollkommene Austrocknung, Schutz vor dem Zutritte äußerer Feuchtigkeit durch Überziehenmit wasserundurchlässigen Stoffen, Dämpfen des Holzes, Ankohlen desselben (bei Erd-bauten), dann das Imprägnieren mit Stoffen, welche entweder die Saftstoffe chemischverändern oder die unmittelbar fäulniswidrig sind. Das Imprägnieren findet im großenMaßstabe Anwendung bei Eisenbahnschwellen und Telcgraphensäulen, weil diese ganz oderteilweise in der Erde liegen, sehr rasch zu Grunde gehen würden und durch dieses Mittelderen Dauer manchmal verdreifacht werden kann; anwendbar ist das Imprägnieren leidernur bei vollkommen fertig geformten Qbjekten, welche nicht mehr weiter bearbeitet werden,weil sonst infolge der in den Zeiträumen abgelagerten Jmprägniernngsmasse die Werkzeuge