Zg Das Holz und seine Verarbeitung.
leiden, werden die Nagel nicht ganz eingetrieben, sondern erhalten eine halbrunde Bei-lage, die dann mit der Zange zerquetscht wird, so daß das Ansaßen nnd Ausziehen ohnejede Beschädigung des Holzes ersolgen kann.
Die Formungsverbindungen beruhen auf einem Znsammengreisen der in ge-eigneter Weise geformten Holzstücke, der sogenannten Holzverbindnngcn iß- Bd. I, S. 365).Es gibt Längsverbindungen, bei denen die beiden Holzstücke in der Faserrichtung an-einander stoßen, dann Brcitcverbindungen, bei denen die Holzstncke nebeneinander liegen,die Fasern also parallel laufen, endlich Quer-, Eck- und Krenzverbindungeu, bei denen dieFaserrichtnngen sich kreuzen. In vielen Fällen wird die Festigkeit der Verbindung durchVerschränken, Leimen , Kitten und Nageln wesentlich erhöht.
Zlollendungs-» Krhakiungs- und Hlerschönerungsarbeiten.
Außer der in den vorigen Kapiteln erwähnten Bearbeitung des Holzes machen sichbei vielen Objekten noch Nacharbeiten nötig, um einerseits vollständig glatte Oberflächenzu erzielen, anderseits aber, um durch Anwendung verschiedener Mittel die Struktur desHolzes, die Farbe, den Glanz u. s. w. kräftiger hervorzuheben.
Zu erwähnen ist zunächst das Abziehen, welches mit der Ziehklinge oder Glas-scherben zu dem Zwecke geschieht, um dem Holz eine größere Glätte zu verleihen; dieseWerkzeuge wirken schabend.
Das Schleifen erfolgt ebenfalls znm Zwecke des Glättens nnd wird mittels Säge-spänen, Schachtelhalm, Bimsstein (natürlich oder künstlich) und Wasser, mit Feuerstein,Sand- oder Glaspapier oder mit Fischhaut bewerkstelligt. Ist eine größere Zahl vonObjekten zu schleifen, so benutzt man mit großem Vorteile Sandpapiermaschinen. Diesebestehen hauptsächlich aus einem rasch rotierenden Organe, einer Scheibe, Trommel odereinem endlosen Bande, mit einer Filzunterlage versehen und mit Sand- oder Glaspulverbelegt, durch welches das Arbeitsstück abgeschliffen wird. Gegenüber der Handarbeit beträgtder Verbrauch an Sandpapier ungefähr nur Hz; wegen des höchst schädlichen Glas-staubes muß jede Maschine mit einer Absangevvrrichtung versehen sein.
Das Beizen besteht in einem Tränken des Holzes mit verschiedenen Farbstoffen,um eine Veränderung der natürlichen Färbung hervorzurufen; entweder will man demHolze einen willkürlichen, in der Natur nicht vorkommenden Farbentvn geben, oder essollen mit billigen Holzarten teuere nachgeahmt werden, endlich sind manchmal lichteStellen im Holze auszugleichen.
Gewöhnlich beizt man nur fertige Objekte, wobei die Beize nur wenige Millimetertief in die Oberfläche eindringt. Nur bei gefärbten Fvurnieren findet eine Ausnahmestatt; die betreffenden Holzblöcke werden vor dem Verschnitt durch stundenlanges Kochenin der Farbbrühe in ihrer ganzen Masse gebeizt.
Vor dem Beizen müssen alle Objekte mit Wasser geschliffen werden, weil die Holz-oberflächen durch das Beizen Pelzig werden (Aufziehen). Die Beize wird heiß aufgetragen,weil sie dann besser eindringt. Manchmal wird das Holz mit anderen Körpern vorgebeizt(Pottasche, Alaun) oder die Beize diesen Materialien zugesetzt, weil sie dann tiefer in dasHolz geht. Die Wirkung der Beizmittel beruht entweder aus einer einfachen Färbung desHolzes durch den Farbstoff, oder auf der chemischen Einwirkung der Beizmittel aus dasHolz (z. B. durch Ammoniakdämpfe wird Eichenholz in geschlossenen Räumen braungefärbt) oder, wenn verschiedene Beizmittel nacheinander angewendet werden, aus dergegenseitigen Einwirkung derselben.
Die Beizmaterialicu sind entweder tierischen Ursprungs (Kochenille) oder Pflanzen-stoffe (Farbhölzer) oder unorganische Verbindungen (Kasseler Braun, chromsaures Kali,Kupfervitriol u. a.); als ausgezeichnet verwendbar erweisen sich Farbholzextrakte. Diegebeizten Objekte werden nach dem Trocknen mit Öl, Firnis, Politur, Wachs u. s. w.eingelassen oder poliert.
Das Bleichen. Für manche Zwecke muß das Holz gebleicht werden; dies geschiehtdurch Einlegen in Wasserstoffsuperoxyd, dann durch Chlor- oder Schwefeldämpfe, welchen