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Biegungs- und Dehnnngsarbciten. Zusammcnsligungsarbeitcii.
Das zweite Verfahren zur Herstellung stark hervortretender Gebilde auf Holz ist dasBrennen; es geschieht mit Hilfe glühender Formen, welche alles zur Herstellung derVertiefungen wegzuschaffende Holz in leicht abzulösende Kohle verwandeln; am bestenhierfür geeignet sind weiche Laubhölzer.
Eine wesentliche Verbesserung dieses Verfahrens besteht in der von Bernhard Ludwigin Wien erfundenen Pyrvtypie; hier werden gravierte, durch Gas stark erhitzte Bronze-walzen verwendet, unter welchen das Holz durchgezogen wird. Die vertieften Teile er-scheinen durch die Hitze stark gebräunt, während die erhabenen Stellen licht bleiben undzwar um so lichter, je höher dieselben sind. Diese Verzierungen eignen sich trefflich zuFüllungen für Plafonds, als Zierleisten u. s. w.
Z>ie Zusarnmenfügungsarbeiten.
Viele der aus Holz gefertigten Gebrauchsgegenstände können nicht aus einemeinzigen Stück gemacht, sondern müssen aus mehreren Teilen zusammengefügt und diesenun miteinander in feste Verbindung gebracht werden. In früheren Zeiten waren hier-für hauptsächlich die eigentümlich geformten Holzverbindnngen in Anwendung, die durchHolzstifte zusammengehalten wurden; später trat dann der Leim hinzu, endlich mit derzunehmenden Verbreitung der Metalle auch diese Hilfsmittel in größerem Maße; ins-besondere seit Einführung der Drahtstifte anstatt der geschmiedeten Nägel sowie der Holz-schrauben, dann seit der billigen Herstellung und zweckmäßigen Gestaltung der Verschluß-vorrichtungen aus Metallen, hat die Benutzung von Metallteilen einen bedeutenden Um-fang erreicht.
Bezüglich der Art der Verbindung unterscheidet man erstlich die sogenanntenAdhäsionsverbindungen, zu welchen das Leimen und Kitten gehören; das flüssigeBindemittel wird zwischen die zu verbindenden Holzteile gebracht und erstarrt dort nacheiner gewissen Zeit zu einer festen Masse, welche die Teile zusammenheilt. Der Leimwird aus tierischen Abfällen (Knochen, Haut) gewonnen und ist dann als gut zu bezeichnen,wenn die Haltbarkeit der geleimten Stücke größer ist, als die Kraft, mit welcher die nichtverleimten Holzteilchen aneinander hasten. Der Leim soll nur in Gefäßen mit Wasser-bad gesotten werden, weil er sonst anbrennt und rasch kalt wird; in größeren Werk-stätten kocht man ihn mit Dampf. Das Leimen selbst geschieht mit erwärmten Zulagen,welche auf die zu verbindenden Hölzer gepreßt werden; harte Hölzer müssen vorher mitdem Zahnhobel rauh gemacht werden. Die Kitte verwendet man teils zur Ausfüllung vonFugen, teils zur Verbindung von Holz mit anderen Körpern, z. B. Glas mit Holz beiFensterrahmen.
Zwängverbindungen. Hierher gehören hölzerne und eiserne Reifen, welche umdie zu verbindenden Teile herumgelegt werden (bei Fässern, Kisten).
Stiftverbindungen. Zu denselben ist in erster Linie das Verschränken zu rechnen;entweder benutzt man bei kleineren Objekten die Holzschrauben (ohne Mutter) oder mitKops und Mutter versehene Schranbenbvlzen bei Tachstühlen, Brücken und maschinellenKonstruktionen aus Holz. Das Eindrehen der Holzschrauben erfolgt mit dem Schrauben-zieher durch die Hand oder besser und rascher mit der Bohrleier.
Weiter zählen zu den Stiftverbindungen das Nageln und Dübeln. Zum Nagelnbedient man sich der geschmiedeten Nägel (sehr haltbar), dann der Drahtstifte und der seiteinigen Jahren aufgetauchten Wellblechnägel, welche eine besonders gute Verbindunggeben. Manchmal werden auch hölzerne Nägel (Dübel) benutzt.
Bei der Kistenfabrikation im großen, wo viele gleich gestaltete Kisten herzustellensind, wird das zeitraubende Einschlagen der Nägel durch die Arbeit der Nagelmaschineersetzt; die Zuführung der Nägel besorgt die Maschine selbstthätig und drückt dieselbenmit Stempeln in die Werkstücke ein. Mit Hilfe der Nagelmaschine kann ein Arbeitertäglich 100 Kisten aus allen Seiten benageln; nebst der Zeitersparnis gewähren dieNagelmaschinen auch noch den weiteren Vorteil, daß die Nägel niemals krumm werdenoder verlaufen. Znr Schonung der Kisten, welche beim Herausziehen der Nägel sehr