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Die wichtigste» Zweige der Holzvcrcirbcituiig.
Handen ist! Der Kenner weiß den großen Wert der Handarbeit zu schätzen und wirddieselbe stets den schablonenhaft erzeugten, wenn auch gefälligen Massengütern vorziehen.Damit ist aber durchaus nicht gesagt, daß die Maschinen nicht auch hier znr Anwendungkämen; im Gegenteil, sie finden gleichfalls Benutzung, allerdings nur in beschränktemMaße, zu gewissen Hilssarbeiten, zur vorherigen Znsormnng der Kvnstrnktioustetlc, zurVervielfältigung von Schnitzarbeiten, so daß oft eine Verbillignng der Objekte eintretenkaun, die zur größeren Verbreitung geschmackvoller Erzeugnisse und damit auch zur Hebungund Verallgemeinerung der Kunstpflege führt, was vom ethischen Standpunkte gewiß nurmit Freude begrüßt werden kann.
Die Zimmerei und die Verwendung des Holzes im Bauwesen.
Die Zimmerei oder Zimmerwerksknnst zählt zu den ältesten Handwerken; vomBaue der aus Ast- und Laubwerk hergestellten Hütten dürfte man allmählich zu hölzernenBlockhäusern (s. Bd. I, S. 362), dann zum Fachwerkbau (s. Bd. I, S. 366, endlichzum Steinbau gekommen sein; in der mykcnischcn Zeit wurden zu den Tempeln nochHolzfäulen benutzt.
Die Arbeiten des Zimmermanns sind mannigfaltige; ihm liegt die Herstellunghölzerner Häuser ob (in den Alpengegenden und im Norden noch immer üblicht, dieVerfertigung der Decken und Dachstühle, das Eindecken der Dächer, die Verfertigung vonHolztreppen, Gartenhäusern, Hvlzzäunen, die Aufstellung der Baugerüste, die Anfertigungvon einfachen Waldsügcn, Wasserrädern, Mühlen, Wehren, Brücken, Badeanstalten,Holzschiffen, der Windmühlenräder, Brunnen, Wasserleitungen u. s. w.
In diesem Gewerbe herrscht derzeit noch die Handarbeit vor; das Zurichten derBäume zu Balken (Kantholz) geschieht mit der Zimmeraxt und den Breitbcilen, das Ver-zeichnen der Bearbeitnngslinie mit dem Schnnrschlagc; die Holzverbindnngen, die in derZimmerei eine große Rolle spielen, verfertigt der Zimmcrmann mit Hilfe der Sägen,Stemmeisen und der Qneraxt. Das Behobeln von Flächen ist nicht überall nötig undgeschieht mit den gewöhnlichen Handhobeln. Durchbrochene Verzierungen verfertigt er mitder Aushängsäge. Aber auch hier gewinnt der maschinelle Betrieb schon an Ausdehnung;das Zuschneiden der Kanthölzer erfolgt durch Kreissägen, Bandsägen und Gattersägen, dieHerstellung der Holzverbindungen mit Bohr- und Stemmmaschinen, der durchbrochenenVerzierungen mit der Tekonpiersäge. Holzschindeln, die noch häufig auf dem flachen Landeangewendet werden, verfertigt man mit Hilfe der Schindelmaschine, welche aus einemmechanisch bewegten Rahmen besteht, der drei Hobelmesser enthält; das erste dient zumEbneu des entsprechend lang und breit geschnittenen Holzes, das zweite zur Herstellungder Nnt, das dritte aber znr Bildung der Schneide.
In großartiger Weise sind Holzbearbeitungsmaschinen im Holzschiffbau zur Anwendunggelangt, woselbst die Schiffsrippen und Planken, die manchmal eine gewaltige Ausdehnungbesitzen, fast ausschließlich nur mit Maschinen bearbeitet werden. Das Biegen der Plankengeschieht in der Art, daß dieselben in Dampf erweicht, noch heiß an Ort und Stellegebracht und dort gebogen und niedergehalten werden. Znm Schiffbau wird besondersEichenholz benutzt, aber auch das in Indien und auf den Sundainseln wachsende Teak-holz. Für Mastbänme eignet sich besonders die Kiefer, jedoch auch Rot- und Weißtanne.
Im Hochbau und Brückenbau benutzt man hauptsächlich die leichten und dabei dochsehr tragkräftigen Nadelhölzer als: Rottanne, Lärche, Weißtanne, Kiefer. Zum Wasserbaudient vornehmlich Eichen- und Lärchcnholz; beide Holzarten haben die Eigenschaft, daß sieunter Wasser nach längerer Zeit versteinern und hierbei eine nahezu schwarze Farbe an-nehmen; die aus Resten von Römerbrücken gewonnenen Eichen- und Lärchcnhölzer habensich noch als vollkommen verwendbar und außerordentlich fest gezeigt (Alteichen-, Alt-lärchenholz). Sehr dauerhafte Hölzer erfordert der Erdbau, weil sonst rasch Fäulnis minder-wertiger Arten eintreten würde; für Wasserleitungen erweisen sich Kiefern- und Lärchcnholzals vorzüglich, für Festungs- und Kriegsbanzwecke Eichen- und Nadelhölzer, für Brunnen-kränze die harzreichen Nadelhölzer, für den Bergbau zur Schacht- und StollenzimmerungLärchen-, dann harzreiches Kiefern- und Rottannenholz. Als bestes Material für Eisen-