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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die wichtigsten Zweige der Holzverarbeitung.

Die Ziindhölzchenfabrikation.

In dem unscheinbaren, fcuerbergenden Zündhölzchen erblicken wir verwöhntenMenschen nichts besonderes, höchstens ärgern wir uns, wenn einmal eines von ihnen ver-sagt, ein Köpfchen zischend abspringt oder das Holz nach dem Erlöschen der Flamme sort-glimmt. Man denkt nicht an die schwierige Art der Feuerbeschaffnng durch unsere Vor-fahren, man denkt nicht an den Aufwand von eifrigem Studium, an die Summe vonScharfsinn, an die tausenderlei Versuche im Laboratorium und in den Werkstätten undMaschinenfabriken, die erforderlich waren, um das Zündhölzchen auf die heutige Stufeder Vollkommenheit zu bringen und zu einem Preise herzustellen, der sie zu einem Gemein-gut aller gemacht hat.

Um den Riesenbedarf an den kleinen Hölzchen, die so rasch in Feuer und Flammenaufgehen, zu ergänzen, sind Hunderte von Fabriken dicsseit und jenseit des Ozeans mitDampfbetrieb und rasselnden Maschinen thätig; wollte man die Zündhölzchen, die täglichverbraucht werden, zusammenzählen, man würde ungeheure Summen erhalten.

Anders war es in grauer Vorzeit. Dort mußte das vom Blitze gespendeteFeuer sorgsam bewahrt und durch fleißiges Nachlegen von Holz erhalten werden; welchesUnglück, wenn der Feuerbrand erlosch, jenes wohlthätige Feuer, mit dem der Mensch seine

b7. Aündhol!draht-8>>vrlin»schiiirder Badischen Maschinensabril in Durlach

Nahrungsmittel zubereiten und sich gegen Kälte schützen konnte, mit dessen Hilfe er Metallegewinnen konnte! Wie lange es gedauert hat, bis man Feuer durch mühsames Reiben dürrerHölzer (s. Bd. I, S. 11) aneinander erhalten hat, wissen wir nicht. Eine Wendung zumBesseren trat erst mit der Entdeckung ein, daß Stahl gegen Feuerstein geschlagen, Funkengibt; bis zum Anfange des 19. Jahrhunderts bildeten Stein und Stahl das einzige inAnwendung stehende Mittel, um rasch Feuer zu erzeugen. Im Jahre 1805 ersann derFranzose Chancel die sogenannten Tabakzündhölzchen; ein Stückchen Holz wurde an derSpitze mit einem Überzug von Schwefel versehen, und darüber eine aus Gummi undchlorsanrem Kali gebildete Masse gebracht. Tauchte man dieses Ende des Hölzchens inkonzentrierte Schwefelsäure, so entzündete sich das chlorsaure Kali, setzte den Schwefelund dieser das Hölzchen in Brand. Im Jahre 1832 wurden die Reibzündhölzchen vondem Württemberger Joh. Friedrich Kämmerer erfunden; er versah das eine Ende desHölzchens mit einem Schweselüberzug und tauchte dasselbe in eine aus 50 Teilen Gummiarabikum, 10 Teilen chlorsanrem Kali und 20 Teilen Schwefelantimon bestehende Mischungund ließ das Ganze trocknen. Zum Entzünden war ein Stück Glaspapier nötig, dasman zwischen den Fingern zusammenfaltete und an dem man das eingeklemmte Hölzchenhin- und herrieb; die Erfindung erwies sich als sehr unvollkommen, weil die Köpfchen leichtabsprangen oder versagten und die Explosion sich zu heftig gestaltete. Kämmerer war von