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Die wichtigsten Zweige der Holzvcrarb.-ituiig.
An den verbesserten Phosphor-zündhölzchen wurde noch der übelriechende Schwcselbei feinerer Ware (Salonzündhölzchcn) durch Paraffin ersetzt, jedoch blieb dein Produktenoch eine unangenehme Eigenschaft, die Giftigkeit des verwendeten Phosphors. Gift- undSelbstmörder griffen vielfach zu den überall erhältlichen Phosphor-zündhölzchen, währendsonst die Abgabe von Giften an strenge Vorschriften gebunden ist; auch die Arbeiter inden Zündholzsabriken hatten unter den Phosphordämpsen schwer zu leiden, die Knochendes Ober- und Unterkiefers starben ab, es entstand eine neue Krankheit, die „Phosphor-nekrose". Trotz aller Vorsichtsmaßregeln, die behördlich angeordnet wurden, konnte mandieser Krankheit nur teilweise Herr werden.
Als im Jahre 1847 der amorphe Phosphor durch Hofrat von Schrötter in Wien entdeckt wurde (durch Erhitzen des gewöhnlichen Phosphors auf 250° 0.), glaubte man,mit dieser völlig nngiftigcn Substanz die vorhin berührten Schwierigkeiten überwunden zu
haben; leider war die Hoff-nung eine vergebliche.
Den ersten Anstoß zurBesserung gab eine im Jahre1850 durch den deutschen Chemiker Böttger einge-führte Neuerung; er setztedie Köpfchen aus Schwefel-antimon und chlvrsanremKali mit dem BindemittelGummi zusammen, genauso wie Kämmerer im Jahre1832, verwendete jedoch einebesondere Reibfläche, die auseinem mit amorphem Phos-phor versetzten Anstrich be-stand. Streicht man dasKöpfchen über diese Reib-fläche, so entzündet sich in-folge der Reibung hie undda ein Körnlein des amor-phen Phosphors und setzt dieMasse desZündholzköpfchensin Brand.
Die großen Vorteile sindeinleuchtend; einmal ent-zünden sich derartige Hölz-chen nicht so leicht als diealten Phosphorholzer, sie
sind daher feuersicherer, und die Kinder, sowie unvorsichtige Leute können damit nicht soleicht Brände stiften; ferner sind sie giftfrei und rufen bei den Arbeitern keine Krank-heiten hervor.
In Deutschland entstanden mehrere Fabriken, welche Sicherheitszündhölzer nachBöttgerschcm System herstellten, doch konnten sie damals gegen die älteren Phosphorhölzernicht aufkommen. Allein im Ansang der sechziger Jahre wurde der hohe Wert derBöttgerschen Erfindung anderswo bekannt. Zu Jönköping in Schweden gründete derschwedische Ingenieur L und ström die nachmals so berühmt gewordene Fabrik für„schwedische Zündhölzchen"; durch eine kleine Zuthat, die kleinen bequemen Schieb-schachteln, fiel das Haupthindernis der Verbreitung weg, und die „Schweden " traten einenförmlichen Siegeszug durch die Welt an. Heute finden wir überall, namentlich inDeutschland und Österreich-Ungarn , Fabriken, welche vorzügliche Böttgersche Sicherheits-hölzer in schwedischer Ausstattung erzeugen.
5S. Eroke Jündhöper-kllirchlagiiiaschii»!.