152
Die Papierfabrikatioii.
gut sichtbarer roter Fleck. Um zu untersuchen, ob im Papier viel mineralische Bestand-teile, also namentlich Füllstoffe sich befinden, die die Festigkeit ebenfalls stark beeinträchtigenkönnen, muß ein Streifen des zu untersuchenden Papiers gewogen, dann zu Asche verbranntund diese wieder gewogen werden, da der größte Teil dieser Substanzen unverbrennlich ist unddaher zur Bildung der Asche beiträgt. Zu dieser Prüfung braucht man eine sehr empfind-liche, gut konstruierte Wage. Zur Untersuchung der gleichmäßigen Verteilung der Fasernkann das genaue Messen der Dicke dienen, welches nur mit einem sehr empfindlichen In-strument genau durchführbar ist. Hierzu werden sogenannte Piknometer verwendet, wieein solches, und zwar das von Fischer, in Abb. 118 dargestellt ist. Um eine Messungdurchzuführen, wird der schiefkantige Schieber a nach vorn gezogen, wodurch ein Schlitz
zwischen a und o entsteht, in welchendas Papier eingeschoben wird; läßtman nun den Schieber los, so wirdderselbe durch die Feder 1 so weitzurückgezogen, bis die schiefe Kante amPapier anliegt. Der Zeiger 2 zeigt so-dann die Dicke desselben in Hundertstel-millimetern an der halbkreisförmigenSkala an.
Die wichtigste Prüfung des Pa-piers ist diejenige, durch welche dieFestigkeit und Dehnung zu bestim-men gesucht wird. Die Festigkeit irgendeines Produktes, also auch des Papiers,kann am besten in der Weise gemessenwerden, daß man einen entsprechendlangen Streifen au einem Ende ein-klemmt und dadurch festhält, am ande-ren Ende aber durch eine Klemmeeine Wagschale befestigt und auf dieseGewichte so lange auflegt, bis derStreifen reißt. Die Größe des zumReißen nötigen Gewichtes gibtdie Festigkeit an, nur muß dabeiauch die Breite des Streifens inBerücksichtigung gezogen wer-den, da es ja klar ist, daß einStreifen von größerer Breiteauch erst bei Auflegen einesgrößeren Gewichtes reißen wird.Es sollte eigentlich noch die Ticke in Betracht gezogen werden; da dieselbe aber nichtleicht und sicher in allen Punkten des Papiers bestimmt werden kann, ist man beimPapier von der Berücksichtigung derselben abgegangen und bestimmt die Festigkeit durchdiejenige Zahl, welche angibt, wie viele Meter desselben Papiers an einem Streifen von1 ru Breite, wenn man das Ende desselben irgendwo festzuhalten in der Lage wäre, freian demselben hängen könnten, bis das Zerreißen des Streifens eintreten würde. Mannennt diese Zahl die Reißlänge. Es ist hier einfach an die Stelle des die Festigkeitbezeichnenden Gewichtes in Kilogrammen diejenige Papierläuge getreten, die dasselbe Ge-wicht ausmachen würde. Man muß daher bei der Bestimmung der Festigkeit das Gewichtvon 1 gm Papier derselben Gattung kennen. Gleichzeitig wird auch immer die Dehn-barkeit bestimmt; es ist die Größe derjenigen Längendehnnng eines Papierstreifens, welchevor dem Zerreißen eintritt.
Zur Bestimmung der Festigkeit und Dehnbarkeit werden genau hergestellte Apparateverwendet, von welchen ein von L. Schopper konstruierter aus Abb. 119 ersichtlich ist.