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Die Papierfabrikation.
Die Sorten des Papiers.
Das Papier wird heute in so verschiedenen Sorten hergestellt, daß es kaum thnnlichund auch ohne besonderes Interesse wäre, dieselben hier alle zu besprechen oder auch nuranzuführen; es sollen nur diejenigen berührt werde», die für die Allgemeinheit oder denHaushalt von größerer Wichtigkeit sind.
Die Bezeichnung der Papiersorten wird von verschiedenen Grundlagen abgeleitet; sowerden manche nach dem Lande ihrer Erzeugung, wie chinesisches, indisches Papier, anderenach ihrer Verwendung bezeichnet, wie z. B. Zeichenpapier, Wcrtzeichenpapicr, Packpapier,Löschpapier, Schreibpapier, Tapetenpapier n. s. w., wieder andere erhalten ihren Namenvon denselben speziell zukommenden Eigenschaften; hierher gehören z. B. das leuchtende,das wasserdichte Papier n. s. w., wieder andere werden nach der Ähnlichkeit mit anderenGegenständen benannt, wie etwa das Pergamentpapier, Wachstnchpapier, Leder-papier u. s. w.
Das Wertzeichen-, Banknoten-, Geldpapier. Das Papiergeld muß schonwegen des durch dasselbe vertretenen Wertes, namentlich aber, weil es einer sehr starkenAbnutzung durch den Verkehr ausgesetzt ist, aus einem starken, zähen, gegen Knitternwiderstandsfähigen Papier hergestellt sein. Es soll ferner so geartet sein, daß eineFälschung des Geldes thnnlichst erschwert wird. Bis znm Jahre 1878 wurde das Papier-geld in Europa ausschließlich und in England wird es auch heute noch aus Handpapier,und zwar aus dem besten weißen Leincnpapicr, erzeugt. Die Verwendung von Hand-papier ist aber gerade bei dieser Sorte nicht am Platze, denn es ist klar, baß Fälscherleichter die einfacheren Apparate der Handpapierfabrikation als eine Papiermaschine inAnwendung zu bringen vermögen, welch letztere ein großes Anlagekapital, große Räum-lichkeiten, ein größeres Bedienungspersonal erfordert und daher der öffentlichen Kontrollein viel höherem Grade ausgesetzt ist.
Man hat sich lange Zeit bemüht und bemüht sich heute noch, durch kompliziertenDruck der Banknoten die Fälschungen zu verhindern, was jedoch bei den heute so hochausgebildeten photvgraphischen und sonstigen Reprodnktivnsverfahren nicht immer ge-lingen dürfte; man sucht durch eine Kombination verschiedener Druckverfahren, z. B.Kupferstich und Radierung, durch Druck und Überdruck, ein an Kontrasten reiches unddaher schwer photographierbares Bild zu erzeugen; es ist aber jedenfalls wichtig, schondas Papier so zu gestalten, daß eine Nachahmung mit bedeutenden Schwierigkeiten zukämpfen hat. Es wurden hierzu namentlich die Wasserzeichen von bestimmter Größe undan ganz bestimmter Stelle der Banknoten in Anwendung gebracht. Jetzt verwendet manin Deutschland das von dem Amerikaner James Willcox erfundene Papier mitlokalisierten Fasern, dem schon im Stoff rote Fasern beigemengt werden und dasaußerdem noch an »»bedruckten, daher leicht kontrollierbaren Stellen mit aus blauenFasern hergestellten Streifen versehen ist, welch letztere durch enge, über dem Metallsiebder Papiermaschine angebrachte Röhrchen auf das sich bildende Papier gestreut werden.Es soll bisher eine Fälschung höherer Noten nur in der Weise versucht worden sein, daßder blaue Streifen durch Aufdruck blauer Linien ersetzt wurde. Setzt man nun voraus,daß ein Papier mit solchen lokalisierten Fasern durch Fälschen nicht hergestellt werdenkann, so ist jedermann in der Lage, eine Banknote auf ihre Echtheit zu prüfen, indem erversucht, eine solche blaue Faser mit einer Nadel abzulösen; ist dies durchführbar, dannist das Geld echt, im entgegengesetzten Falle falsch. Es dürfte aber doch anzuraten sein,sich nicht ausschließlich auf dieses Zeichen zu verlassen, sondern auch anderen Eigenschaftenechten Geldpapiers Aufmerksamkeit zu schenken.
Das Sicherheitspapier. Man versteht unter dieser Bezeichnung ein Papier, dasebenfalls gegen Fälschungen Sicherheit gewährt, was namentlich bei Mechselblanketten,Wertpapier (Aktien, Schuldverschreibungen u. s. w.), Koupons u. s. w. wichtig ist. DieFälschung kann namentlich durch Änderung geschriebener Zahlen, Namen, Werte beabsichtigtwerden, und diese Änderung läßt sich durch geschickte Radierung oder durch chemischeLösung der Tinte erreichen. Um gegen die erste Methode gesichert zu sein, kann das