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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die wichtigsten Papiersorten. 155

Papier an der Oberfläche einen farbigen Ton erhalten, der wegradiert den weißen Faser-körper des Papiers znr Erscheinung bringt.

Um ein Radieren auffällig zu machen, versieht man das Papier mit kleinen Rippen,die nach dem Radieren eine Unterbrechung zeigen. Radierte Stellen, die im durch-scheinenden Lichte immer licht erscheinen, lassen sich mit Joddämpfcn dunkler färben alsdie Umgebung ist.

Gegen die zweite Möglichkeit sind außerordentlich viele Mittel vorgeschlagen worden;gewöhnlich wird das Papier so präpariert, mit solchen Chemikalien gemischt, daß, wennSäuren oder andere Flüssigkeiten zur Wegätzung der Schrift in Anwendung kommen, sichentweder eine vorhandene Farbe des Papiers auffallend ändert oder das weiße Papieran der betreffenden Stelle einen deutlich erkennbaren farbigen Fleck zeigt. DiejenigenMittel, die die Sicherheit dadurch zu erreichen gestatten, daß auf dem Papiere der Druckmit verschiedenen Farbstoffen ausgeführt wird, von welchen die eine bei Anwendung vonSäure verschwindet und eine andere Schrift erscheinen läßt, gehören in das Kapitel derDruckerei. Durch Beimischung von Quecksilberchlorür (Calomel) znm Papierstoff, kanneine so feste Verbindung des Papiers mit einer besonders präparierten Tinte geschaffenwerden, daß die mit dieser Tinte geschriebenen Züge in keiner Weise vom Papier entferntwerden können, ohne eine gut sichtbare Änderung der Papiertextnr herbeizuführen.

Man hat ferner eine Fälschung dadurch zu umgehen versucht, daß man die Summedurch ausgestanzte Zahlen markiert, in der Weise, daß jede Zahl aus aneinander gereihtenrunden Löchern besteht, aber auch da wurden durch Verschließen von Löchern mittelsKreide und Stärke und durch Ausstanzen neuer Löcher Fälschungen verübt; jetzt versuchtman dies dadurch zu umgehen, daß auf den Schein eine Reihe von Summen übercin-einander aufgedruckt, und daß die über der zu erhebenden Summe stehenden höherenSummen weggeschnitten werden, so daß immer die oberste Summe gilt.

Vom Dokumenten- oder Urknndenpapier fordert man vor allem große Festig-keit und Widerstandsfähigkeit gegen Zerknittern und chemische Einflüsse, namentlich auchgegen die Wirkung des Lichtes, durch welch letzteres insbesondere Holzfasern und Anilin-farben eine schnelle und intensive Veränderung erfahren.

Solches Papier wird daher aus besten Leinenhadern mit langen Fasern, entwederdurch Schöpfen oder auf der Maschine hergestellt; gewöhnlich mit komplizierteren, schwerernachahmbaren Wasserzeichen versehen, gut geleimt und beiderseits geglättet.

Das Schreib-Kanzlei-Konzeptpapier. Dieses in Haus, Kanzlei, Schule, imHandel und Verkehr in ungeheuren Quantitäten verwendete Papier soll keine allzngeringeFestigkeit namentlich gegen Zerknittern besitzen und daher ebenfalls keinen Holzschliff ent-halten. Es ist von nicht geringer Wichtigkeit, daß Papiere, auf welchen in Staats-,Landes- und Gemeindeämtern, in Industrie und Gewerbe oft wichtige Bestimmungen,Vereinbarungen, Rechnungen, Anweisungen geschrieben und fixiert werden; daß Papiere,auf welchen in der Schule das Kind erst zu schreiben anfängt, nicht durch die Federoder an den Ecken und Kanten leicht einreihen, in kurzer Zeit sich braun färben oder zuzerfallen beginnen. Dasselbe wird jetzt nur auf der Maschine aus guten Hadern ohneHolzschliff hergestellt, soll meist weiß, manchmal von bläulicher Farbe, gut geleimt undgeglättet sein.

Das Brief- oder Postpapier. Es gibt wohl kein Papier, daß in seinemäußeren Ansehen sowie im Formate solchen Veränderungen ausgesetzt wäre, wie dasBriefpapier. Hier wechselt die Mode nahezu ebenso oft, wie in den Toiletten der Damen.Kaum glaubt man durch die Wahl eines gefällig aussehenden, im Formate sich in ver-nünftigen Dimensionen haltenden Briefpapiers dem Geschmacke all seiner Freunde undKunden Genüge geleistet zu haben, da bringt der Postbote von einem der letzteren einenBries, dessen Papier im Formate einem Kellner-Rechnnngszettel oder einer Afsiche gleicht;dazu kommen alle Mittel der Färbung, der Prägung, des Aufdrucks, der Wasserzeichen,der Glätte. Man sollte glauben, glattes Papier ist schön und gut beschreibbar, und dochgibt es Briefpapiere, von dem die langen Fasern ebenso wcgstehen, wie von einemKamelhaarmantel, so daß man nach jedem Worte die Feder zu reinigen gezwungen

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