156 Die Papierfabrikation.
wird; auf einem gleichförmig matt gefärbten Papiere sieht man die Schriftzüge sehrdeutlich, das muß durch Aufdruck von über das ganze Blatt sich hinziehenden Rankenvermieden werden. Ein Monogramm ist nur durch Wasserzeichen markiert, ein anderesbedeckt in Hochrelief, wie aus Stuck, die Hälfte des Blattes. Ebenso wechselt die Ticke,das eine liegt an der Grenze des Seidenpapicrs, das andere läßt sich kaum falten.
Im allgemeinen mnß das Briefpapier, namentlich wenn es weite Reisen zu machenhat, mir aus gutem, holzfreiem Stoffe, nicht zu dick, um an Gewicht zu sparen, her-gestellt werden. Dasselbe muß gut geleimt und namentlich langsam getrocknet werden,wenn es die Güte und das Aussehen der Haudpapiere erreichen soll, die sehr oft fürBriefe bevorzugt werden. Zu dünn ist dieses Papier auch nicht herzustellen, da sonstein zu leichtes Durchscheinen der Schrift einträte. Hohe Glätte gestaltet schnelles Schreiben,matte Farbe hebt die Schriftzüge hervor und macht sie deutlich.
Das Druckpapier. Dieses Papier wird in vielen, sehr ungleichen Sorten ver-langt und hergestellt; während für den Buchdruck, sowie für den Druck von Bildern nurgutes und verhältnismäßig selbst sehr gutes Papier verwendet wird, können Zeitungen,die weit kurzlebiger sind, auf weitaus schlechterem Papier gedruckt werden. Die so-genannten Bücherpapiere, die zur Herstellung von Geschäftsbüchern dienen, müssen anGüte dem Schreibpapiere mindestens gleichkommen und gehören nicht zu den Druckpapieren.
Die Kupferdruckpapiere erhalten, um eine hohe Weiße zu zeigen, oft ziemlich vielFüllstoff und in England oft tierische Leimung. Das gewöhnliche Druckpapier soll nichtzu hart sein, um das Letternmaterial nicht zu sehr abzunützen und um die Eindrücke derLettern nicht zu lange festzuhalten. Zu all diesen Papieren können Baumwollhadern vor-teilhaft in Verwendung kommen, welchen Cellulose beigemengt wird. Die Zeitungs-druckpapiere enthalten meist ziemlich viel Holzschliff.
Die Zeichen- richtiger Zeichnenpapiere gehören zu den besten Papiergattungenund müssen, den Wünschen des zeichnenden und malenden Publikums entsprechend, insehr verschiedenen Sorten und Formaten hergestellt werden.
Das dazu verwendete Rohmaterial besteht aus Leiuenhadern, dem etwas reineHolzcellulose beigemengt werden kann. Diese Papiere werden sehr häufig mit kräftigertierischer Leimung versehen, welche jedoch das Papier nur an der Oberfläche bedeckt unddaher das Fließen, Saugen an radierten Stellen nicht zu verhindern vermag; es solldaher auch Harzleimung im Stoffe angewendet werden, nur diese durchzieht den ganzenKörper des Papiers und wird daher auch an solchen Stellen das Saugen verhindern.
Sehr wichtig ist bei Zeichenpapieren auch die Beschaffenheit der Oberfläche, welchemanchmal glatt, in den weitaus meisten Fällen aber rauh gewünscht wird, nicht nur beiPapieren, auf welchen mit Bleistift und Kreide gezeichnet, sondern auch an solchen, aufwelchen mit Wasserfarben gemalt wird; ja für manche Mal- und Zeichenmanieren istdas rauhe Papier geradezu Vorbedingung. Solche Papiere wurden bisher in Frankreich und England in vorzüglicher Qualität erzeugt, sind aber jetzt auch schon von deutschenFirmen zu haben.
Das Löschpapier. Da dieses Papier entgegen den Schreib- und Druckpapierendie Aufgabe hat, Feuchtigkeit aufzusaugen, so muß seine Herstellung in der Weise durch-geführt werden, daß die Poren desselben nicht geschlossen, sondern offen gehalten werden,es dürfen dazu keine Fasern verwendet werden, die sich zu nahe aneinander legen. Lösch-papier wird daher am besten aus Baumwollhadern hergestellt, welchen Wolle beigemengtwerden kann. Die aufeinanderfolgenden Prozesse sind annähernd die gleichen, wie beider Herstellung gewöhnlichen Papiers, nur muß alles vermieden werden, wodurch eineFüllung der Poren, ein Verschließen derselben eintreten könnte; es darf daher nicht ge-leimt, nicht gefüllt und nicht gefärbt werden, oder wenigstens nur in geringerem Grade.Das Färben der heutigestags so beliebten roten und blauen Löschpapiere geschieht durchBeimengen roten oder blauen Faserstoffes. Zu ersterem werden scharlachrote Tuch-hadern, zu letzterem dunkelblaue Kattunhadern in Verwendung gebracht.
In der Maschine soll nur kurze und schnelle Schüttelung gebraucht werden, um einzu starkes Zusammenziehen der Fasern zu verhüten, vielmehr eine Lockerung zu erreichen.