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Die Papierfabrikation.
Die konservierenden Papiere. Es sind dies Papiere, die meist zum Verpackenvon Gegenständen dienen, welche durch ihre Berührung mit Luft ungünstige Ver-änderungen erfahren. Hierher gehört das sogenannte Nadel- oder Rvstpapier, welchesdazu dient, die darin eingewickelten Stahl- oder Eisengegenstände — Nadeln, Draht,Saiten u. s. w, gegen die Wirkung der Feuchtigkeit, also gegen Rost zu schützen. Es wirdin verschiedener Weise hergestellt, so auch in der Weise, daß man dem mit Blanholzabsndgefärbten Papier Graphitpnlver beimengt und dasselbe mit Leim und Alaun leimt. Nachanderer Methode wird das Papier der Einwirkung einer Mischung schwer und leichtflüchtiger Kohlenwasserstoffe ausgesetzt. Man bestreicht das Papier zu diesem Zwecke miteiner Losung leicht flüchtiger Kohlenwasserstoffe, wie Naphtha, Petroleumäther, in schwer-flüchtigen Kohlenwasserstoffen (helle oder dunkle Mineralöle), und läßt trocknen. Verpacktman in ein so präpariertes Papier blanke Stahlsachen, so schlagen sich die leichtflüchtigenKohlenwasserstoffe auf diese Gegenstände nieder und schützen sie gegen Rost.
Znm Konservieren von Fettstoffen kann das Butterverpacknngspapier verwendetwerden. Dasselbe besteht aus dünnem Filtrierpapicr, welches mit einer Lösung getränktwird, die aus geschlagenem Eiweiß besteht, in welches allmählich Kochsalz und Salpeterin entsprechenden Mengen eingetragen wurde. Nach dem Trocknen wird es mit einemheißen, mit etwas Wachs bestochenen Plätteisen geglättet. Die jetzt gewöhnlich znmEinwickeln gekaufter Butter verwendeten steifen Papiere sind Pergamentpapiere, derenZweck ist, das Durchschlagen des Fettes und die Beschmutzung der Hand zu verhindern.
Eine ähnliche Wirkung hat das Salicylpapier, welches znm Einhüllen vonfrischem Obst, Fleisch, Gemüsen, Butter, znm Verschließen von Gefäßen mit Honig,Milch, Einsndobst u. s. w. dient. Dasselbe besteht ebenfalls aus entsprechend dickem,fangendem, also nicht geleimtem Papier, das mit einer Mischung von Wasser, Salicylsäure,Glaubersalz, Borax getränkt wird. Es folgt Trocknen in kühlen Räumen und Pressen.
In die gleiche Kategorie gehört ferner das Wachspapier, welches znm Verpackenvon Gegenständen dient, die entweder nicht austrocknen, oder nicht feucht werden sollen;es kann als Ersatz für Wachsleinwand in Verwendung kommen. Es Ivird aus mehr oderweniger festem Packpapier erzeugt, welches an einer Seite mit einer Farbe von Firnismit Leimwaffcr und darüber mit starkem Leinölfirnis bestrichen wird. Das sogenannteWachstnchpapier erhält seine konservierende Eigenschaft dadurch, daß zwei dünnePapierblätter übereinander, dazwischen aber eine Art Kanevas, ein lockeres Gewebe mitKleister geklebt werden.
Da aus Silber bestehende Gegenstände durch der Luft beigemengte Schwefel-wasserstoffe angegriffen werden und einen braunen Überzug von Schwefelsilber erhalten,werden dieselben in Papiere verpackt, die den Schwefelwasserstoff an sich ziehen. SolchePapiere sind das Zink- oder Zinkweiß-, sowie das Blei- und Bleiweißpapier.Sie werden sämtlich aus verschieden starkem Packpapier hergestellt, dem entweder schonim Stoff die oben genannten Körper beigemengt sind oder das auf einer Seite miteiner Schicht bedeckt ist, die aus Kleister besteht, dem die oben genannten Stoffe inPulverform beigemengt werden; oder das Papier wird zuerst mit einer Lösung vonBleizncker und dann mit einer Sodalösnng befeuchtet, wodurch sich zwischen den Papier-fasern essigsaures Natron und kohlensaures Bleioxyd bildet. Die hierfür verwendetenMetallverbindnngen sind meist giftiger Natur.
Zu den konservierenden Papieren gehören auch diejenigen, welche wasserdicht sind,da alle durch Feuchtigkeit gefährdeten Gegenstände durch Bedeckung, Einhüllung mitwasserdichtem Papier gegen Verderbnis geschützt werden können. Eigentlich ist jedesgeleimte Papier wasserdicht, nur behält es diese Eigenschaft nicht lange, wenn es derFeuchtigkeit ausgesetzt wird, sondern erweicht sich mehr oder minder schnell und läßt dannWasser durch. Um es daher widerstandsfähiger zu machen, müssen nicht nur die Porengeschlossen, sondern auch die Fasern mit einer Masse überzogen werden, welche das Auf-weichen derselben verhindert. Die Flüssigkeiten, mit welchen solche Papiere getränktwerden, sind sehr mannigfaltiger Natur; es werden z. B. verwendet, Mischungen vonPech, Asphalt und Erdölrückstand; von Glycerin, Essigsäure, Glycerin und Ammoniak;