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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papierfabrikation.

Lage mit gebranntem Kalk bedeckt nnd die ganze Grnbe mit Wasser füllt. Es ist dieseine Art Rotteprozeß, wie er auch bei der Flachsgewinnnng in Anwendung steht. Nach2—4 Wochen sind die pflanzenleimartigen Substanzen, welche die Fasern miteinanderverbinden, gelöst, und die holzigen Bestandteile des Stammes lassen sich von den Faserntrennen. Diese werden nun so lange mit eisernen Keulen geschlagen, bis sich die Fasernzerteilen, die dann an der Sonne getrocknet und gebleicht werden. Daraus werden sieeinem zweiten gleichen Fäulnisprozeß mit Kalk ausgesetzt, nm nun auch die die Fasernverbindenden Substanzen zu lösen, was schließlich durch ein darauf folgendes Kochen desnoch mit Kalk durchdrungenen Materials in einem Kessel vollendet wird.

Nach einem darauf folgenden Waschen wird mit Aschenlauge neuerdings gekocht undwieder in fließendem Wasser reingewaschen, worauf die Fasern behufs Aufbewahrung biszur Verwendung in einer Grube schichtenwcise gelagert und feucht erhalten werden, wo-durch der Gärungsprozeß nocheine Fortsetzung erfährt.

Diese vorbereiteten Fasernwerden nun in Mörsern mithölzernen Stößeln zerquetscht,bis sich die Fasern in einenflüssigen Brei verwandelt ha-ben, wodurch mehr lange Fa-sern erhalten werden. Es istdies ein Prozeß, wie er einstdurch das sogenannte deutscheGeschirr zur Ausführung kam.Das so erhaltene Ganzzcugkommt nun in eine Schöps-bütte, wird hier mit der ent-sprechenden Menge Wasserverdünnt, durch Rühren inder gleichmäßigen Dichte er-halten nnd mittels Formen znPapier geschöpft.

Die dabei angewendetenFormen sind den in Europa verwendeten ähnlich, nur daßstatt Metalldrähten durchSpalten von Bambus her-gestellte feine Fäden, Stäbchen zur Anwendung kommen, die das Formsieb bilden, wes-halb die chinesischen Papiere dieselben durchscheinenden Rippen zeigen, wie unsere geripptenPapiere. Sehr große Formen, zur Herstellung 4—5 in langer, 1—I p? m breiter Bogen,die nicht mehr mit der Hand bewegt werden können, werden an Stricken aufgehangen,die über an der Decke des Raumes angeordnete Rollen laufen.

Zur Entwässerung der so geschöpften Bogen steht ein aus Manerwerk hergestellterOfen in Anwendung, der an seiner oberen Fläche pultähnlich abgeschrägt nnd durch einefeine Kalktünche zu einer glatten Fläche umgestaltet ist, deren Länge und Breite selbst-verständlich den Bogendimcnsionen entsprechen muß.

Auf die erwärmte Fläche legt der Schöpfer den frisch gestalteten Bogen ab, indem erdie Form stürzt, so daß der Bogen auf der Fläche liegen bleibt und dadurch getrocknet wird.

Die so hergestellten Bogen werden dann auf einem Tische übereinander gelegt undeine größere Anzahl derselben in einer Hebelpresse gepreßt, jeder Bogen gefaltet und indiesem Zustande nochmals gepreßt. Da die Chinesen mit Pinsel und Tusche schreiben, istdie Leimung von geringer Wichtigkeit, da Tusche nicht fließt; eine Art von Leimung wirdmanchmal dadurch erreicht, daß dem Zeuge ein schleimiger oder kleisterartiger Absud vonReis oder Erbsen zugefügt wird.

I2S. Mitsnmalli-aiNPfhcrd.