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Die wichtigsten Papiersorten. Chinesisches und japanisches Papier.
Das japanische Papier. Der größte Teil des japanischen Papiers wird aus derRinde, resp. dem Baste des Mitsuinatastranches hergestellt, der in jenen GegendenJapans , wo der Anbau von Reis und Thee nicht mehr gedeiht, also auf den höherliegenden Bodenflächen in großen Massen gedeiht und einen schönen, festen, glänzendenFaserstoff liefert.
Die Pflanzen werden im Februar in etwas über 1 m Länge abgeschnitten, zuBündeln geschnürt und durch Esel den in diesen Gegenden befindlichen Farmen zugetragen,in welchen das Dämpfen der Pflanze zur Ausführung kommt, zu welchem Zwecke jedeFarm mit ein oder mehreren, in Abb. 128 dargestellten Dämpfherden versehen ist. Diesebestehen, wie aus der Abbildung ersichtlich, aus einer viereckigen, mit Steinen aus-gemauerten Grube, an dereneiner Längsseite zwei vier-eckige Löcher ausgespart sind,die als Feuerraum dienen.
Über diesen sind zwei, alsoje ein eiserner Kessel von1 in Durchmesser so aufge-setzt, daß der Boden des-selben vom Feuer bestrichenwird. Diese Kessel werdenmit Wasser gefüllt und indieses die Pflanzen, zuBündeln geschnürt, mit dendünnen, oberen Enden nachnuten eingesetzt und dasGanze mit einem hölzernenMantel gedeckt, der, wiedie Abbildung zeigt, mittelseiner Hebelvorrichtnng, dieeinem Ziehbrunnen gleicht,gehoben und gesenkt werdenkönnen. Die Vcrbrennungs-produkte Rauch und Gasehaben keine besonderen Ab-zugskanäle und treten durchdieselbe Öffnung aus, durchwelche das Brennmaterialeingetragen wurde. AlsBrennmaterial wird dasvom Baste befreite Mitsnmatareisig verwendet. Das Dämpfen dauert durchschnittlichvier Stunden; es werden aber schon vorher dem Kessel Proben entnommen, um denZustand der Pflanze zu untersuchen, namentlich ob sich der Bast gut abschälen läßt. Istdies der Fall, dann werden die Bündel herausgenommen und sofort entrindet, bessergesagt, der Bast vom Holze abgelöst. Um dies leicht und bei mehreren Ästen gleichzeitigausführen zu können, wird am unteren, stärkeren Ende in Rinde und Bast ein Einschnittgemacht und beides bis zur ersten Verzweigung abgeschält; hierauf schlingt die Arbeiterindiese herabhängenden Rinden samt Bast um einen in den Boden gerammten Pflock, erfaßtdie ausgeschälten Stämmchen und reißt mit einem Ruck denselben den Bast ab. DasDämpfen scheint hauptsächlich den Zweck zu haben, dieses rasche Entrinden zu ermöglichen,da sonst dasselbe bei der starken Verzweigung der Äste mit zeitraubender Arbeit verbundenwäre. Da dieses Dämpfen seit alter Zeit in Japan üblich ist, so gebührt die Erfindungauch dieses Prozesses den asiatischen Völkern.
Tort wo heiße oder geiserartige Quellen vorhanden sind, werden dieselben zumDämpfen der Mitsumatapflanze herangezogen, indem das heiße Wasser in Bambus-
Buch der Erfind- VIII. 22
129. Mitsumatakocher.Nach Hofmanns „Papierzeimng'
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