170 Die PapicrfabrikcNion.
röhren zum Tämpfherd geleitet wird oder die Bündel unmittelbar in die Quellen ein-gelegt werden.
Der feuchte Bast, auf dem noch die äußere braune Rinde haftet, wird getrocknet unddann in den Handel gebracht oder auch gleich von der Rinde gereinigt und zu diesemBebufe in fließendes Wasser gelegt, wodurch sie erweicht und in einen Zustand versetztwird, in dem sich die Rinde mit Messern leicht abschälen läßt, welche Arbeit zu den lang-wierigsten und kostspieligsten der ganzen Gewinnung gehört.
Tie Weiterverarbeitung des in Bündeln gelieferten, von der Rinde gereinigtenBastes findet in der Fabrik statt und beginnt mit dem Kochen des Bastes mit Soda indem in Abb. 129 dargestellten Kessel, der über einer Feuerung eingemauert ist und dahervon der Flamme, ähnlich wie die üblichen Waschkesscl in den Haushaltungen, direkt erhitztwird. Im Anfang liegen nur die dickeren Enden der Pflanze in der kochenden Lange,die dünneren, zarteren Enden hängen über den Rand des Kessels heraus, wie dies unsder Abbildung ersichtlich, und werden erst nach halbstündigem Kochen in den Kessel nach-
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geschoben und darauf noch eine Stunde gekocht. Offenbar beanspruchen die dickeren Teile,deren Zellen schon mehr verholzt sind, eine längere Einwirkung der heißen Lange zurLösung von Pflanzenleim und inkrustierenden Substanzen.
Es bestehen aber in Japan auch größere Fabriken, in welchen der Bast in großenKngclkochern mehrere Stunden lang behandelt wird. Statt Soda wird manchmal auchKalk, gemischt mit einem Aschenansguß von Buchweizen, in Verwendung gebracht.
Auf diesen Kochprozeß folgt Auswaschen in fließendem Wasser und Trocknen an derSonne, wodurch auch ein Bleichen erreicht wird. Ein Füllen und Weißmachen wird oftdurch einen Zusatz von Reismehl bewirkt.
Nun folgt die Zerfascrung, die ebenso wie in China durch fortgesetztes Schlagen mitKeulen aus hartem Holz zur Ausführung kommt, wie dies aus Abb. 130 ersichtlich. Tiedurch Kochen und Waschen vorbereitete Mitsnmatarinde wird in gleichmäßiger Schicht aufeinem laugen Tisch ausgebreitet und durch Japaner mit den erwähnten und, wie mansieht, ziemlich langen Keulen so lange geschlagen, bis ein vollständiges Zerquetschen derFasern eingetreten ist und dieselben sich in breiiges Ganzzeug verwandelt haben, das so-dann unter fortwährendem Umrühren in hölzernen Trögen mit Chlorkalk gebleicht wird,worauf, wie auch bei der europäischen Papierfabrikation, ein gründliches Auswaschen