Band 
Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
Seite
172
JPEG-Download
 

172

Die Papierfabrikation.

geschritten werden, welches bei jedem Bogen mehrmals erfolgt wegen der starken Verdünnungdes Zeuges, die ihrerseits wieder deshalb gewählt wird, weil sich das dünne Zeug längereZeit ohne Umrühren in gleicher Dichte erhält. Nach jedesmaligem Schöpfen, welches beider Bildung eines Bogens zwei- bis dreimal erfolgt, wird die Form geschwungen, umeine entsprechende Entwässerung und Verbindung der Fasern zu bewirken (vierter Arbeitervon links, Abb. 132). Der Arbeiter setzt nun die Form mit dem einen Ende auf einefixe, auf der Bütte befestigte Latte, schiebt eine bewegliche unter das zweite Ende, nimmtden Deckel samt Handhabe ab, wendet sich zum Gantschtisch um, setzt, wie der erste Arbeiterlinks in Abb. 132, die Form mit einer Längskante an das auf dem Gantschtisch liegendeGantschbrett und stürzt und drückt die Form mit dem frischen Bogen so auf das Brett,daß der erstere auf dem letzteren haften bleibt. Diese auf dem Brett liegende, in dieserLage bei dem fünften Arbeiter von links auf der Abbildung sichtbare Form wird dannbei einer Längslciste erfaßt und abgezogen. Der Arbeiter wendet sich hierauf wieder der

IS2. Japanische Napierschiipfrrri.Nach der „Papierzeitung".

'AM

''' MIM

Schöpfbütte zu, um mit dem Schöpfen des nächsten Bogens zu beginnen, der ohneZwischcnlage eines Filzes, in der oben beschriebenen Weise auf den vorhergehenden ab-gegantscht wird.

° Alle fünf, in der Werkstätte befindlichen Arbeiter thun dasselbe, sie schöpfen undgautschen einen Bogen nach dem anderen.

Auf diese Weise bildet sich allmählich ein Stoß übereinander liegender feuchter Papier -bogen, die sich wahrscheinlich deshalb nicht miteinander verbinden, weil die Fasern einesjeden Bogens infolge ihrer Länge so fest miteinander im Zusammenhang stehen, daßsie durch Einwirkung des nächsten Bogens nicht aus ihrer Lage gebracht werden.

Die so entstehenden Stöße feuchter Papierbogen werden schließlich mit einem Brettbedeckt in eine Hebelpresse gebracht, deren Hebel mit Steinen beschwert ist, und welcheaus den Bogen das Wasser, so weit dies auf diesem Wege möglich ist, auspreßt.Nach dieser Arbeit werden die Bogen einzeln vorn Stoße abgezogen und einer Glättarbeitunterworfen, die darin besteht, daß dieselben, auf ein glattes Brett gelegt, mit einerBürste glatt gestrichen und schließlich mit dem Brett in die Sonne gebracht werden, wiedies aus Fig. 133 ersichtlich ist. Bei schlechtem Wetter werden diese Trockenbretter mit denaufgespannten Bogen in mit Ofen geheizte Trockenkammern gebracht. Nach dieser Arbeit