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Die Herstellung der Pappe.
einem zusammenhängenden einheitlichen Bogen verbindet, was wieder auf zweierlei Artstattfinden kann. Der Schöpfer schöpft mit einer entsprechend großen Form einen dünnenBogen und übergibt ihn dem Gantscher, der denselben anf den bekannten Filz durch Auf-drücken abgantscht; unterdessen hat der Schöpfer den zweiten Bogen gebildet, der vomGantscher auf den ersten unmittelbar, also nicht unter Zwischcnlcgcn eines Filzes, auf-gelegt, anfgegantscht wird, cS folgt nun in gleicher Weise der dritte, vierte Bogen n.s. w.,je nach der Dicke, welche die Pappe erhalten soll. Auf den so erhaltenen dicken Pappe-bogen wird nun ein Filz gelegt und anf diesem die ganze Arbeit wiederholt, bis einzweiter Pappebogen entstanden ist, dann kommt wieder ein Filz n. s. w.
Nach der zweiten Art wird in der Weise vorgegangen, daß der Gantscher die ihmübergcbene Form mit der darauf befindlichen ersten dünnen Faserschicht in der Handbehält und diese, sobald der Schöpfer eine zweite solche Schicht auf einer zweiten Formhergestellt hat, auf diese zweite Schicht legt. Nun übernimmt der Schöpfer die eben leergewordene erste Form zur Bildung einer neuen Schicht; der Gantscher übernimmt diezweite Form mit den darauf befindlichen aufeinander gegantschten zwei Faserschichten unddrückt diese, sobald die neue, dritte Schicht vom Schöpfer gebildet ist, Ivieder anf diese,so daß immer die soeben hergestellte Fascrschicht zu unterst zu liegen kommt und sich daherdurch das Sieb leichter entwässern kann. Hier werden die aus mehreren dünnen Bogenzusammengesetzten dicken Pappenbogen nicht auf dem Filz, sondern anf dem Formsiebmiteinander in der entsprechenden Anzahl verbunden und erst, wenn die richtigeDicke erreicht ist, der Pappebogen auf den Filz gegantscht, worauf ein zweiter Bogenfolgt n. s.w.
In beiden Fällen entsteht ein Panscht aus Pappebogen und Filzen, der einerPressung ausgesetzt wird, die sodann ohne Filzplatten wiederholt wird, worauf nun dasTrocknen folgt, das in gleicher Weise durchgeführt werden kann, lote bei der nun zu be-sprechenden Maschinenarbeit.
Die bei dieser ganzen Manipulation verwendeten Vorrichtungen, wie Bütte, Form,Presse n. s. w. sind genau dieselben, wie bei der Papierfabrikativn.
Will man nun die Pappe nach dieser Methode auf einer Maschine herstellen, sokann dies sowohl auf Langsieb- als auch auf der Cylindersiebmaschine geschehen, manbraucht bloß die auf diesen Maschinen gebildeten dünnen Faserschichten, die sogenanntePapierbahn, noch im nassen Zustande wie eine Papierrolle aufzurollen und dadurch vonselbst zu einer dicken Faserschicht, also zu einer Pappe zu verbinden. Um dieses Auf-rollen exakt ausführen zu können und dadurch gleichzeitig Pappebogen von ganz be-stimmter Größe zu erhalten, wird eine hölzerne oder metallene Walze angewendet, aufwelcher man die nasse Papierbahn in so viel Windungen aufwickelt, als zur Erreichungder gewünschten Pappendicke notwendig ist. Will man Pappebogen von 1, 1^, 2 mLänge u. s. w., so wird diese Walze so gebaut, daß ihr Umfang genau 1, 1s/z, 2 m u. s. w.lang ist; schneidet man dann die auf der Walze aufgewickelte dicke Faserschicht über dieganze Länge der Walze durch, so erhält man einen Pappebogen von festgesetzter Dickeund Länge. Da die Länge und Breite dieser Bogen von der Größe dieser Walze ab-hängig ist, so nennt man dieselbe Formatwalze.
Damit der Arbeiter weiß, wann die richtige Anzahl von Faserschichten übereinandergewickelt ist, ist die Formatwalze mit einer selbstthätigen Vorrichtung versehen, welchesofort ein Signal gibt, wenn die gewünschte Dicke erreicht wird, worauf der Arbeiter diePappe sofort durchschneidet. Wollte man nun die anf S. 176 dargestellte Lang- undDoppelsiebmaschine zur Herstellung verwenden, so müßte vor allem der ganze Trocken-apparat weggelassen und die Formatwalze müßte noch vor den Naßpressen eingeschaltetwerden, da sich die aufeinander gewickelten Papierschichten nur im nassen Zustande mit-einander verbinden. Es werden aber gewöhnlich keine Lang-, sondern Cylindersiebmaschinenverwendet, die sich schon wegen ihres geringeren Preises für das billigere Produkt eignen.
Eine solche, von F. W. Strobel in Chemnitz gebaute Maschine ist in Abb. 136dargestellt und zeigt ganz links die aus Blech bestehende Bütte, in welcher das Cylinder-sieb sichtbar ist, an dessen obersten Teil der lange endlose Filz, d. h. eigentlich ein Woll-
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