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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Tie Herstellung der Pappe.

verbundenes Zahnrad erreicht, das wieder durch einen drciarmigen Hebel von einem odermehreren Arbeitern gedreht werden kann.

Hierauf werden die Pappebogcn in das Trockenhans gebracht und dort frei hängendso befestigt, daß sie entweder durch die gewöhnliche oder eine künstlich erhitzte Luft be-stachen und getrocknet werden. Da im Sommer die Luft ohnedies genügeiid warm undtrocken ist, wird sie nicht künstlich erwärmt, und man unterscheidet Sommer- undWintertrockenhäuser. Tie ersteren müssen so eingerichtet sein, daß sie Luft an denSeitenwänden in großer Menge frei einströmen lassen. Tie Wände sind daher mitgroßen Öffnungen versehen, die durch verstellbare jalousienartige Vorrichtungen gedecktsind. Die Wintertrockenhäuser haben selbstverständlich vollkommen geschlossene Wändeund die künstlich getrocknete Luft wird durch sogenannte Exhanstoren, d. h. die Luft an-saugende, aus einem schraubcnartig geformten, sich schnell drehenden Rad bestehendeMaschinen an den aufgehängten Pappetafeln vorbei bewegt.

Ein solches Wintcrtrockcnhaus, von Ingenieur Meinert gebaut, besteht aus zwei Räumen,die durch den Kommunikationsgang voneinander getrennt sind. Diese Räume sind wiederdurch wagerechte Fußböden in je vier übereinander liegende Trockenräume geteilt, in welchendie Pappebogen in vielen hintereinander angeordneten Reihen aufgehangen sind. Im Erd-geschoß befindet sich unter dem Kommuuikationsgang der sogenannte Kalorifere, d. h. derApparat, welcher das Erwärmen der eingesaugtcn Luft zu bewirken hat. Die saugenden

137 . Kanaltrockner von Seiend.

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Exhaustoren befinden sich ganz oben in den schmalen Wänden des Gebäudes. Die er-wärmte Luft fließt zuerst in senkrechte, neben dem Gang angebrachte Kanäle, von hier zurSeite in die einzelnen Trockenräume, dann an und zwischen den Pappebogen entlang an dasandere Ende des Trockenraumes, und hier wieder durch senkrecht angeordnete Kanäle in dieExhaustorkammern, und von hier durch das Schraubenrad in die Außeuluft. Die Luft wirdauf 60—70" 6. erhitzt.

Um die kostspielige Anlage von Trockcnhäusern zu vermeiden, sind auch Einrichtungen zumununterbrochenen Trocknen von in hängendem Zustande fortbewegten Pappen getroffen worden.Der sogenannte Kanaltrockner wurde (nach Hofmanns „Handbuch der Papierfabrikation") vonKommerzienrat M. Behrend in der Pappenfabrik Fuchsmllhle zu Varzin gebaut und hat vieleJahre gute Dienste geleistet. Bei dem 1892 erfolgten Neubau wurde derselbe überflüssig undbeseitigt, weil der erzeugte Schliff seitdem an die beiden anderen Barziner Fabriken abgeliefertund weder zu Pappen geformt noch getrocknet wird. Tie in der Abb. 137 skizzierten Längs-und Querdurchschnitte sollen die Erklärung erleichtern. Der innere Boden des Trockenkanaleslag aus gleicher Höhe mit dem Fußboden, seine Wandungen avoä bestanden aus innerenund äußeren Verschalungen, deren Zwischenraum mit INoos,ausgestopft war. An einem Endehatte der Kanal auf einer Länge von 4 n> keinen Boden, die Öffnung war aber von 24 SträngenZ'/^ölliger Heizröhren L eingenommen, welche vom Dampfkessel gespeist wurden und dasDampfwasser in einen Sammcltopf 8 abgaben. Der Durchzug von Lust wurde von einemVentilator bewirkt, welcher irgendwo in der Fabrik ausgestellt war, dessen hölzerner Saug-kanal V aber an dem der Heizung entgegengesetzten Ende in den Boden ä der Trockenkammermündete. Die Luft mußte durch den einzigen offenen Zugang aus dem unteren Raumezwischen den Röhren H eintreten, sie erwärmte sich an denselben, wurde durch die ganzeTrockenkammer gezogen und ging durch den Kanal V ab. Die Pappen mußten in entgegen-gesetzter Richtung laufen, d. h. sie mußten durch die Thüre 1 ein- und durch x austreten.

Um die Pappebogen in großer Anzahl leicht und schnell und in genau gleichem Abständevoneinander aufhängen zu können, werden Klammern verwendet, welche so erdacht sind, daßder Bogen, von unten zwischen die Klammern Angeschoben, sofort festhält. Die Klammern

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