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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papierfabrikation.

werden in großer Zahl in genau gleichem Abstände voneinander an Latten befestigt, wo-durch die sogenannten Klammerkämme entstehen. Die Klammern sind aus zwei annähernddreieckigen Blechen gebildet, zwischen welchen sich ein drehbarer Klemmhcbcl befindet, dersich, wenn keine Pappen eingehängt sind, gegen die hölzerne Rückwand der benachbartenKlammer legt. Jede Pappe muß selbstverständlich von zwei solchen Klammern gehalten werden.Wird der Pappcbogen von unten in die beiden Klammern eingeschoben, so heben sich beideKlammern von selbst, nnd wenn nun die Hand den Bogen ausläßt, gehen die Klammernein weniges nach nuten mit und klemmen denselben zwischen sich und der Rückwand derbenachbarten Klammer fest.

Um das zeitraubende nnd viel Arbeit verursachende An- nnd Abklammern der Pappe-bogen zu verhindern, werden jetzt häufig Trockencylinder in Anwendung gebracht, wie

ein solcher aus Abb. 138 zu ersehen.Der große Cylinder 0 ist im Innernmit Dampf geheizt nnd daher anseinem Umfange entsprechend warm.Um diesen Umfang herum legt sichder endlose Filz Ist welcher bei derBewegung um die Führungswalzen»bock läuft, von welchen die Walze ogleichzeitig zum Spannen dient. Überder Walze a wird in der Richtungdes gezeichneten Pfeiles die Pappe,Bogen auf Bogen eingeführt, zwi-schen der Trommel und dem Filzeingeklemmt und mit beiden herum-geführt, worauf dieselben unter derWalze ck, in der Richtung des dortgezeichneten Pfeiles, getrocknet aus-treten. Damit dieselben nicht etwaam Cylinder hasten bleiben, ist unterder Walze ä das Schabemesser 8angebracht, welches eine Ablösungder Pappebogen bewirkt. DiesesMesser wird durch den gewicht-beschwerten Hebel 11 an die Trom-mel angedrückt. In den meistenFällen genügt aber eine solcheTrommel nicht, um das Trocknenzu vollenden, nnd es müssen zweibis drei derselben in Anwendungkommen, außerdem müssen diePappebogen vor dem Trocknen einerPressung ausgesetzt werden, um soviel Wasser als möglich heraus-zupressen nnd dadurch das darauf-folgende Trocknen zu erleichtern,da in diesem Falle weniger Wasserzu verdunsten ist.

138. PappentrorkencyLindrr.

Die Pappen werden noch etwas feucht abgenommen und in einem dunklen Raume,damit die Sonne nicht ein einseitiges Trocknen bewirkt, nachtrocknen gelassen; woraufnoch ein Glätten in einem Satinterwerk folgt. Vor diesem Satinieren aber müssen diePappen in einer Feuchtmaschine wieder etwas nachgefeuchtet werden. Schließlich kommtnoch das Beschneiden der Pappebogen an den Kanten zur Ausführung, wozu entwedereine der beim Papier besprochenen Schermaschinen, oder eine lauf einen eisernen Tuchmontierte) Pappenhandschere in Verwendung gebracht wird.

Die Herstellung der geleimten Pappe. Die dritte Methode zur Herstellungder Pappe besteht, wie schon erwähnt, darin, daß man mehrere fertige Papierbogen inbeliebiger Anzahl auseinander klebt, bis die gewünschte Dicke erreicht ist. Die auf dieseWeise fabrizierten Pappen nnd Kartons gehören zu deu schönsten, besten Produkten ihrerGattung; weil es sich hier nicht erst um eine Lagerung oder Aufeinanderlagerung loserFasern, sondern bloß um die dauernde Verbindung schon fertiger, gleichmäßig dickerPlatten handelt. Nach dieser Methode werden daher die feinsten Kartons, wie jene zrmZeichnen, Aquarellieren, zur Fabrikation der Spielkarten u. s. w. hergestellt.