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Die Papierfabrikation.
romanischen, Renaissancemustern ebenso gibt, wie dies bei gemusterten Geweben oderTapeten oder gemalten Wänden der Fall ist.
Die Herstellung des gemusterten Buntpapiers durch Bedrucken. Wennman dieses Mittel zur Bemusternng des Papiers wählt, dann findet die Herstellung inderselben Weise statt, wie man etwa Buchstaben mittels Lettern auf Papier druckt. DerVorgang ist derselbe, loie er in der Kattundruckerei in Anwendung steht und dort ein-gehender besprochen werden wird. Es kann beim Drucken nach zweierlei Methoden vor-gegangen werden; einmal, indem diejenigen Flächen, welche als Ornament von bestimmterFärbung auf der Papierfläche erscheinen sollen, aus Holz oder Metall so ausgeschnittenwerden, daß sie über eine gemeinschaftliche, nur den Zusammenhang sichernde Flächeemporragen. Wenn man diese Flächen mit Farbe bestreicht und gegen die Papierflächedrückt, so werden dieselben ihrer Form entsprechende Spuren auf demselben zurücklassen.Man kann den gleichen Zweck aber auch auf dem umgekehrten Wege erreichen, wennman die betreffende Form vertieft in eine Fläche einschneidet, die Vertiefung sodann mitFarbe füllt und an diese Fläche das Papier andrückt; es wird dannselbstverständlich nur an derjenigen Stelle gefärbt, wo es die Farbeberührt, wodurch sich die Musterung ergibt.
Beide Methoden werden bei der Herstellung der gewöhnlichenBuntpapiere in Anwendung gebracht und zwar die erstere mit denemporragenden Druckslächen bei der Handarbeit, die mit den vertieften
Druckflächen beider Maschiuen-druckerei.
Bei Sem Hand-druck besteht daswirkende Werk-zeug aus dem so-genannten Druck-model — oderDruckform—einerstarken Holzplatte,welche, um ein
Werfen durch Einwirkung der Feuchtigkeit zu verhindern, aus mehreren mit versetztemFaserlauf übereinander geleimten Holzplatten hergestellt ist, von denen diejenige, inwelcher das Muster ausgeschnitten wird, aus Birubaumholz, die folgende, auch Futtergenannt, aus Eichen- oder Buchenholz, die dritte aus Tannenholz besteht.
Die erhöhten, zum Drucken bestimmten Flächen werden so, wie bei einem Holzschnitt,durch Wegschneiden der umgebenden Holzteilchen, oder dadurch erzeugt, daß man nachder Gestalt des Musters ausgeschnittene Filzblättchcn auf das Holz aufklebt. DünneLinien oder Punkte werden durch das Einschlagen von schmalen, der Form nachgebogenenMessingbändchcn und Stiften erhalten; auch wird die ganze, den eigentlichen Druck be-wirkende, erhöhte Musterfläche durch Gießen einer Legierung von Blei, Zinn und Antimonin eine entsprechende Form hergestellt.
Wenn das Muster mehrfarbig ist, müssen so viele Model verwendet werden, alsFarben in dem Muster vorkommen, und auf jedem, für je eine Farbe bestimmtem Modelwerden nur diejenigen Truckflächen hergestellt, die den der betreffenden Farbe undMusterung eingeräumten Flächen entsprechen. Diese Model werden dann, einer nach demanderen, mit der jedem zukommenden Farbe versehen und auf das Papier aufgedruckt,wobei selbstverständlich sehr darauf zu achten ist, daß jede Farbe auf den ihr bestimmten Platzim Muster kommt. Das Papier liegt dabei, ob in Bogenform oder Rolleupapier, aufeinem flachen, schweren Tisch T (Abb. 153) und wird in der Weise bedruckt, daß derDrucker einen Model mit der Hand erfaßt, auf dem Apparat 8 mit der entsprechendenFarbe versieht, denselben an der hierzu bestimmten Stelle des Papiers sorgfältig ansetztund durch Anpressen des Models an das Papier abdruckt. Hierauf folgt der zweite
ibg. pruiktisch für gemusterte Papiere.