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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Herstellung des Buntpapiers.

Model mit der zweiten Farbe, welcher auch einen zweiten Apparat 8 verlangt u. s. w.Die Vorrichtung 8, der sogenannte Streichkasten, besteht, wie aus der Abbildung zuersehen, aus einem auf vier Füßen stehenden, oben offenen Kasten, in dem sich das Farb-polster, das sogenannte Chassis, zur Aufnahme der genügend verdickten Farbe befindet.Tiefes Farbpvlster muß so beschaffen sein, daß es sich bei dem Aufsetzen des Models denhervorragenden Mnsterflächen des letzteren elastisch anpaßt, anschmiegt und den klebrigenFarbstoff sicher auf dieselben übertragt. Dies wird dadurch erreicht, daß man es aus einemmit wasserdichtem Wollstoff oder Leder überzogenen, in einen Rahmen gesetzten, mit einembreiigen Gemenge von Papicrschnitzeln und Wasser gefüllten Polster herstellt, das in denKasten 8 paßt und an der oberen Fläche mit der betreffenden Farbe bestrichen wird.

Ist der Model so groß, daß er mit der Hand nicht mehr gefaßt werden kann undauch der Druck der Hand nicht mehr ausreichen würde, dann wird eine Hebelvorrichtungverwendet, die schon im vorigen Jahrhundert in Anwendung stand und durch welche derModel mit bedeutender Kraft gegen das Papier sich pressen läßt, wobei der Arbeiter oftdas Gewicht seines Körpers als Motor verwendet, indem er sich auf den Hebel setzt.

Bei dem Drucken mit Maschinen wurde bisher gewöhnlich nur die zweite Methodemit vertieften Musterflächen in Anwendung gebracht, erst in letzter Zeit ist die ersteMethode auch beim Maschinendrnck verwendet worden und zwar bei denjenigen Maschinen,bei welchen das Muster auf Kautschuk hergestellt wird, die also gewissermaßen den schonlängere Zeit im Gebrauch befindlichen Kautschukstempel zum Drucke benutzen, nur nichtin der Form eines Stempels, sondern in der einer Kantschukwalze, die es ermöglicht, das

1S4. Elastische Musterdrnrkwalze.

FSM.

Drucken ohne Unterbrechung, also kontinuierlich zur Ausführung zu bringen, während derDruck mit Stempel oder Model nach jedem Aufsetzen und Anpressen, ein Abheben, daherzwischen je zwei Arbcitsmomenten die Einschiebung einer Ruhepause, d. h. also einenZeitverlust verlangt.

Mit Ausnahme der beim Zeugdrnck noch hier und da verwendeten, im Jahre 1823von Palmer in England, 1833 von Perrot in Rouen erfundenen Model-Druckmaschine,der sogenannten Perrotine, die den Druck mit der Hand nachahmt und daher nicht kon-tinuierlich wirkt, werden jetzt nahezu ausschließlich Walzendruckmaschinen verwendet,die sowie die Model-Trnckmaschinen der Zengdruckerei entnommen und dadurch charakteri-siert sind, daß das Muster nicht auf einer ebenen Platte, dem Model, sondern auf einercylindrischcn Walze angebracht ist, die fortdauernd mit Farbe versehen wird und daherdas Muster ununterbrochen auf das unter der Walze weglaufende Papier aufdruckt.Diese Maschinen sind 1770 von Ch. Taylor und Th. Walker zu Manchester erfunden.

Die aus Kautschuk bestehenden Druckwalzcn werden nur zum Bedrucken gemusterterPack- und Einschlag-, also minderwertiger Papiere verwendet, weil der Kautschuk dieMuster nie so scharf wiedergibt, wie Metall, und daher der Druck nicht ganz so exakt aus-fällt. Es werden infolgedessen gern dem untergeordneten Zwecke entsprechende, naturalistischeHolzmaser-Mnster, oder ein Durcheinander von Figürchcn in humoristischen Darstellungen,Schwalbenmustcr u. s. w. verwendet, wie dies die Abb. l 54 verdeutlicht. Zum Bedrucken desPapiers in Bogcnform kann man sich der in Abb. 155 dargestellten Maschine bedienen.Der wirksame Teil derselben ist die auf dem Bilde gut sichtbare, gemusterte Kantschuk-walze. Unter derselben befindet sich eine zweite mit Kautschuk überzogene Walze, die demPapier als Unterlage dient, das zwischen der Muster- und der Führungswalze hindurchgehtund dabei bedruckt wird. Die Musterwalze muß selbstverständlich fortwährend mit Farbeversehen werden. Zu diesem Zwecke befindet sich über derselben ein mit Farbe gefüllter