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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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200 Die Papiersabrikatiou.

Trog, der Farbkasten, aus dem die Farbe mittels eines saugenden Filzes auf eine mitnahtlosem Filze überzogene Farbwalze übertragen wird, die ihrerseits dieselbe an einezweite, mit Kautschuk überzogene Farbwalze abgibt, welche mit der Musterwalze inBerührung steht und diese daher mit Farbe versieht. Die leeren Papicrbogen werdenauf einen Tisch links gelegt, mit der Hand einzeln unter die Musterwalze geschoben undgleiten bedruckt auf die vorn sichtbare schräge Platte.

Das Muster wird zuerst auf einem Stein, also lithographisch hergestellt, dann aufeine Zinkplatte übertragen, hier eingeätzt, wodurch eine Form entsteht, die zum Abformeneiner Kautschukplatte dient, welche dann zu einem Cylinder gebogen aus eine Walze auf-geschoben wird und so die Musterwalze bildet. Mit dieser Maschine können bis zu l500Bogen in der Stunde bedruckt werden.

Nun ist selbstverständlich das Bedürfnis vorhanden, auch Rollenpapicr so zu be-drucken. Eine hierzu dienende Maschine, die ebenfalls im Prinzip der Zeugdruckereientnommen ist, ist aus Abb. 156 ersichtlich und aus derselben leicht zu entnehmen, daß

sich das noch leere Papiervon der links unten befind-lichen Rolle abwickelt, vonhier ununterbrochen zurMusterwalze läuft, hier beidem Durchlaufen zwischenMuster- und Führungswalzebedruckt wird, dann rechtsnach abwärts behufs Trock-nens frei weiterläuft undschließlich auf der rechts un-ten sichtbaren Walze wiederaufgewickelt wird. Die Ma-schine bedruckt bis 3000 inPapier pro Stunde.

Diese Papiere werdenaber nicht nur ein-, sondernauch mehrfarbig hergestellt,und es ist klar, daß in die-sem Falle eine Farbwalzenicht genügt, sondern so vielederselben angewendet werdenmüssen, als im Muster Far-ben projektiert sind. Für jede Farbe muß dann selbstverständlich ein besonderer Farbkastenmit entsprechenden Farbeuauftragwalzen in Anwendung kommen; es muß daher der inAbb. 155 beschriebene Farbenapparat vervielfältigt an der Maschine angeordnet sein, undda bei jeder Farbwalze dem Papier eine Unterlage gegeben werden muß, welche demDruck der Musterwalze Widerstand leistet und ein Ausweichen des Papiers verhindert,so wird eine gemeinschaftliche Unterlagswalze von größerem Durchmesser verwendet undum diese herum so viele Farbwerte mit Musterwalzen befestigt, als Farben zur Anwen-dung kommen, wie dies aus der Abb. 157 ersichtlich ist, die eine Vierfarben-Truck-maschine zur Ansicht bringt. Bei derselben liegen die Ab- und Aufrvllwalzen dichtnebeneinander links unten. Das Papier läuft unbedruckt von der Abrollwalze nach auf-wärts, über einige Führuugsrollen und über einen Tisch zu dem gemeinschaftlichen großenCylinder, wird mit diesem an allen vier Farbwalzeu vorübergeführt, von jeder mit derihr zukommenden Farbe des Musters bedruckt und geht schließlich über Las bogenförmigeGestell und die auf demselben angeordneten Führungswalzen hinweg zur ganz links be-findlichen Aufwickelwalze. Selbstverständlich müssen die vier Musterwalzen gegeneinanderso eingestellt sein, daß sie ihre Farbe genau aus denjenigen Srt auf der Papierflächeaufdrucken, wo sie zur Bildung des Musters hingehört. Diese Übereinstimmung der vier

ibb. SogendrurkmasrhinedeS Leipziger Gutenberg-Hames H. W. O. Sperling.