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Die Herstellung des Buntpapiers.
Walzen ist nicht leicht zu erreichen, da sie auch von der jeweiligen Spannung des Papiersabhängig ist, und es kommt häufig vor, daß der die Maschine bedienende Arbeiter, wenner sieht, daß die Farben am Papier nicht ganz in der richtigen, gegenseitigen Lage auf-gedruckt sind, noch während des Laufes der Maschine die Stellung der Musterwalzenändern muß, wozu eine große Geschicklichkeit und Aufmerksamkeit erforderlich ist.
Bei der Anwendung von Kautschukmusterwalzen können keine Öl- oder Firnisfarben,sondern nur in Wasser lösliche glycerinhaltige oder Leimfarben in Verwendung gebrachtwerden, welche wohl leicht verwisch- und verwaschbar, also wie man sagt, nicht echtsind, dafür aber den Vorteil haben, daß sie leicht trocknen, und daher besondereTrockeuvorrichtungeu nicht notwendig werden. Auf diese Weise werden namentlich her-gestellt: Flaschenumhüllungs-, Blumentopfpapiere, Delikatessen-, Gebäck-, Kaffee-, Thee-,Tabakumhüllungspapiere, Briefumschläge, Tapeten minderer Qualität, Phantasie-, Koffer-,Laternen-, Reklamepapiere u. s. w. Will man nun bessere Farben und einen exakteren,schärferen Druck zur Herstellung der im Kunstgewerbe verwendeten Bunt- und der so-
156. NoUenpapirr-LIrnrKmaschilre
des Leipziger Gutenberg»Hauses H. W. O. Sperling.
genanntenLuxuspapicre erreichen, dann müssen Metall-undgewöhnlichKupferwalzenzur Aufnahme der Muster in Anwendung gebracht werden. Hier werden die Mustervertieft und zwar entweder durch Ätzen, oder durch Einpressen, das sogenannte Molettieren,hergestellt. Die Übertragung des auf Papier vom Musterzeichner — Dessinateur —entworfenen Musters auf die Musterwalze ist eine schwierige und komplizierte, außer-ordentliche Genauigkeit erfordernde Arbeit, bei welcherG r a v i e r - und M o I e tt i e r m a s ch i n e nverwendet werden. Diese Vertiefungen der Musterwalze werden nun mit Farbe dadurchgefüllt, daß die Walze selbst in die stark verdickte Farbe eintaucht. Dadurch werden aberauch die anderen Flächen der Walze, also auch die neben den Vertiefungen befindlichenmit Farbe in Berührung gebracht und dadurch geradezu beschmutzt, so daß das zu be-druckende Papier nicht nur das Muster, sondern daneben auch ganz unregelmäßige Farb-flecken zeigen würde, d. h. also die Herstellung eines rein und scharf gedruckten Buntpapiersgeradezu unmöglich wäre. Um nun diese glatten, zwischen den Vertiefungen liegendenFlächen von der anhaftenden Farbe zu reinigen, wird diese durch ein scharfes, mit seinerSchneide dicht an der Walze anliegendes und angepreßtes Messer, auch Rackel und-eigentümlicherweise auch Doktor genannt, weggeschabt.
Buch der Erfind. VIII.
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